Ryker's (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
Ryker's (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

In die zweite Runde ging am Samstag, 5. Juli ein noch sehr junges Tagesfestival: das Save The Core in Nürnberg. Nach wie vor unter Regie von Steffen Rose aka Onkel Punkrock. Dieses Jahr waren neun Bands aus verschiedensten Bereichen mit am Start. Nita und Tobi waren auch vor Ort im Stadionpark Nürnberg und schildern ihre Eindrücke. Und an dieser Stelle auch wieder Danke an Michelle für die Fotos.

Nitas Bericht zum Save The Core 2025

Ehrlich gesagt fand ich persönlich das Line Up der zweiten Runde des Save The Core weniger ansprechend als in 2024 (mein Bericht ist hier zu lesen). Wisdom in Chains, Slapshot, Ryker’s, Mad Caddies, Lagwagon, Ignite, The Hellacopters und The Baboon Show, die als Doppelpack als Ersatz für Flogging Molly nachgebucht wurden, und WIZO.

Und dennoch war ich neugierig auf die zweite Ausgabe des Festivals, da mir in 2024 das Konzept sehr gut gefallen hatte. Die Idee des Tagesfestivals finde ich sympatisch, das Gelände ist übersichtlich, die Wege kurz, die Preise in der Gastro fair. Insgesamt hatte ich dieses Jahr den Eindruck dass es weniger ein Ü40+ Treffen war als bei der ersten Ausgabe. Es mischten sich auch wieder jüngere Teilnehmer und Familien mit Kindern unters Publikum.

- NEWSLETTER -
Slapshot (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
Slapshot (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

Save The Core ging in die zweite Runde

Wisdom in Chains starteten bei glühender Mittagshitze das Festivals mit hartem Sound und kompromissloser Härte. Leider stimmlich nicht mehr so melodisch wie mit dem ersten Sänger Mad Joe Black. Es folgte eine weitere Band aus den USA, die zudem 2025 40-jähriges Bestehen feiert und nun auch ihre Abschiedsrunde dreht: Slapshot aus Boston. Vor der Bühne versammelten sich ab jetzt auch noch mehr Leute, um Slapshot nochmal hautnah zu erleben.

Ryker's (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
Ryker’s (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

Auf den Auftritt der Ryker’s hatte ich mich besonders gefreut, hatte ich doch ihre Show vom letztjährigen Krach am Bach noch in bester Erinnerung. Auch neben der Bühne versammelten sich hier einige Künstler, um die Band aus Kassel und ihre Energie zu erleben.

Mad Caddies (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
Mad Caddies (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

Mad Caddies verbreiteten anschließen mit ihrem Ska Punk Sound gute Laune, passend zum sehr sonnigen Wetter an diesem Tag. Mad Caddies tun, was man von ihnen erwartet und sind einfach eine gute Stimmungsband.

Mit Lagwagon kamen weitere musikalische Helden auf die Bühne. Leider war Sänger Joey Cape absolut nicht in bester Form und der Gesang vor allem Anfangs sehr mau.

Ignite (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
Ignite (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

Unheimliche Vorfreude hatte ich auch darauf, Ignite wieder live zu sehen. In der neuen Konstellation konnte ich sie in den letzten Jahren relativ oft sehen und bin immer wieder begeistert von der Energie des neuen Sängers.

Für den einen ein Bruch im Line-up, für den anderen ein Highlight: der Auftritt der The Hellacopters. Die Show war musikalisch perfekt, wirkte dann doch irgendwie leider eher wie die nette Hintergrundmusik für eine Verschnaufpause. Zusammen im Bundle mit The Baboon Show waren sie der Ersatz für den abgesagten Slot von Flogging Molly.

The Baboon Show lieferte eine irre Show mit Sexappeal, die das Publikum von Anfang an in den Bann gezogen hat. Unterhaltung war auf alle Fälle garantiert.

WIZO (Save The Core 2025)
WIZO (Save The Core 2025)

Ich gestehe, ich hatte mit dem Gedanken gespielt, zu WIZO, dem Headliner, das Festival bereits zu verlassen. WIZO habe ich 1992 mit 13/14 gehört und fand es als Teenie sehr unterhaltsam. Nach einigen Jahren war ich da aber auch irgendwie rausgewachsen. Ich bin dann doch geblieben um diese Band aus meiner gefühlt Kindheit nochmal auf einer großen Bühne als Headliner zu sehen. Faszinierend, wie tief die Texte noch im Gedächtnis verankert waren. Hat sich auf alle Fälle gelohnt doch noch zu bleiben.

Ein Fazit

Trotz ursprünglich verhaltener Begeisterung fürs diesjährige Line-up war ich am Ende des Tages sehr zufrieden und habe mich gut unterhalten gefühlt. Ein wenig mehr frisches Blut würde dem Festival gut tun. Oder vielleicht auch noch offener sein für Bands wie FJØRT, Heisskalt, Kora Winter etc.
Der Vorverkauf wurde direkt nach dem Festival gestartet. Allerdings wieder ohne einen der Acts zu verkünden. Es gibt einen Hinweis zum ersten Drop: „Wir sagen nur: New York Hardcore, Booze’n’Skank & more to come“. Na dann schauen wir mal!


Tobis Bericht zum Save The Core 2025

Ich komme erst zu den letzten drei Songs von Ignite, die werden stabil vorgetragen. Der nicht mehr ganz Neue am Mikro strengt sich echt an und klingt gut. Sound war leider so im Mittelfeld.

Lagwagon (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
Lagwagon (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

Lagwagon haben keinen guten Sound und die Stimme von Joey Cape klingt nicht gut. Leider war es die letzten Male, die ich sie gesehen habe, ähnlich. Dem Publikum ist es wohl egal und sie feiern es. Die Herren haben halt auch genug Hits zum mitsingen und alle wissen, wie die klingen sollten.

The Hellacopters (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
The Hellacopters (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

Danach die Band, die das Festival für mich erst richtig attraktiv gemacht hat. The Hellacopters spielen hervorragend, auf einmal guter Sound und starke Gesangsstimmen. Allerdings springt hier der Funke nicht so auf die Leute vor der Bühne über. Tatsächlich leert sich es etwas vor der Bühne. Songs aus allen Schaffensphasen echt herausragend gespielt, gibt es für mich nichts zu motzen.

The Baboon Show (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)
The Baboon Show (Save The Core 2025, Photo by Michelle Olaya)

The Baboon Show ist weiterhin die Show-Band im Punkrock. Sie sind die Mitgröhl-Pogo-Party-Maschine aus Schweden, aber nicht falsch verstehen, ich finde das echt unterhaltsam. Da weiß man was man bekommt und in immer gleich hoher Qualität, aber halt nichts Überraschendes mehr. Kurzum Sound, Show und Songs gut und fertig.

Der Wizo zum Schluss ist momentan gefühlt dauernd auf Tour. Das merkt man, denn die Band spielt wie ein Uhrwerk. Nicht meine Lieblingsband, aber mit ein paar Bier funktioniert das Konzept.

Und noch ein Fazit

Insgesamter Eindruck des Save The Core Festivals ist bei mir positiv. Wasser am heißen Tag für lau, Getränke- und Essenspreise okay, Stimmung entspannt, gutes Gelände mit Öffi-Anschluss und zumindest ab 17 Uhr Schatten auf der Haben-Seite. Mir fehlten zum Core-Retten ein paar neue Bands im Konzept, die die Fackel zukünftig übernehmen könnten. Die Bands bestanden alle aus plusminus 50jährigen, die für Mittvierziger spielen, alle dieser Bands sind gerade auch gefühlt, bis auf Hellacopters, jährlich teils sogar mehrmals zu sehen.

Klar muss man die Heroes holen, aber man könnte schon auch einige Rookies einstreuen. Es gibt ja auch einige Bands, die den Oldschool-Sound ehren und trotzdem frisch und heiß sind. Die Kartenzahlung hat wohl nicht funktioniert.

Sonst für mich gerne weiter so und bin gespannt wer nächstes Jahr Headliner wird, das wird das Angebot bei den Klassikern recht dünn. Rancid, Dropkick Murphys, Social Distortion, wieder Bad Religion oder fällt noch jemandem wer ein?

- Werbung -
– Playlist: Happy Release Day

6 Kommentare

  1. Hey Nita, mit einer Antwort hab ich gar nicht gerechnet. Vielleicht war ich bissi polemisch, mit der Schülerzeitung. Ich bitte ehrlich um Verzeihung. Slapshot habe ich in München gesehen. Es war der erste Gig der Tour. Da war natürlich mehr Leidenschaft drin. Zumal Hardcore eben immer Club bleiben wird. Da ist die Crowd eng und du musst dich bewegen. Save the Core war der letzte Gig der Tour. Mit 62 Jahren ist Choke auch durch. So viele Gigs in den paar Tagen. Sei es ihnen gegönnt. Wir haben somit den letzten Slapshot Moshpit in Deutschland erlebt. Das erzähl ich meinen Enkeln, auf jeden Fall. Ich liebe diese Band seit 30 Jahren. Da bin ich wahrscheinlich befangen, in meiner Ausführung. 😂😂😂Viele Grüße Silvio

    • In München war ich eben auch vor Ort und das war unheimlich gut. Slapshot hätte noch das Tells Bells spielen sollen, da springen nun die Ryker‘s ein : ) so schließt sich der Kreis.

  2. Mei Mei Mei, das soll ein Festivalbericht sein? Er ist blutleer, ohne Leidenschaft und leider ohne Mehrwert.
    Erinnert an eine Schülerzeitung. Es war ein geiler Tag mit leidenschaftlichen Bands. Alleine das Wisdom in Chains als erstes raus mussten und die Crowd gegrillt haben ist ein eigenes Interview wert. Die Legende von Slapshot und dem Vater der Geschichte, Jack Choke Kelly wird behandelt als ob sie ein lästiges Relikt aus vergangenen Tagen wären. Die Rykers waren vom Energielevel her nicht ganz bei WIC oder Slapshot, aber sie sind Kult und der lebt. First Blood als Opener und anschließend Lowlife. Da ist die Marschrichtung klar. Zoli ist bei Ignite längst vergessen. Eli hat der Band neues Leben eingehaucht. Die Energie und Spielfreude springen sofort auf die Crowd über. Leider haben In my time, Nothing can stop me und In Defense gefehlt. Diese 4 Bands sind den Hunderter schon wert. Das Plus sind the Hellacopters. Der Rest bleibt leider, für mich, belanglos. Ich gehöre zu den Mittvierzigern, welche 4 Stunden vor der Bühne im Moshpit tanzen und ich freue mich aufs nächste Jahr. In diesem Sinne, Save the Core. 🤘

    • Hi Silvio, danke für Deine ehrliche Meinung zum Text. Es war auch tatsächlich mal eher als reine Info ohne große Wertung gedacht. Ich persönlich hätte z.B. den Auftritt von Wisdom in Chains nicht so positiv dargestellt wie Du ihn empfunden hast.
      Slapshot haben neulich in München noch eine so viel krassere Show abgerissen als eben beim Save The Core. Warum sie ihre Tour nun angebrochen haben, weiß ich noch nicht und eventuell hatte es sich an diesem Samstag schon abgezeichnet gehabt.

  3. Das Konzept auch für ältere Hardcore/Punkrock Fans was zu machen, finde ich wunderbar. Festivals „für die kleinen“ gibt es doch genug und ich bin froh, mal keine Grunz/Jammer Bands im Lineup zu haben. Bands fürs nächste Jahr: Biohazard, Sick of it all, Turbonegro und vor allem GLUECIFER !!!! Ein Traum…

  4. Rancid wäre der Hammer im nächsten Jahr. Würde mir diese Bands zusätzlich wünschen: Goldfinger, Interrupters, Streetlight Manifesto, Strung Out, Pulley, Authority Zero und Propagandhi wünschen

Beitrag kommentieren

Bitte gebe dein Kommentar ein
Bitte gebe dein Name ein