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WTF Records

Vorgeplänkel & Allgemeines

Entsetztes Stirnrunzeln in der Mittagspause. Während andere Kollegen über ihre bevorstehenden Urlaubsreisen nach Italien, Griechenland oder Kroatien philosophieren, ernte ich für mein auserkorenes Reiseziel Belgien nur fragende Blicke:

„Belgien? Was macht man denn dort im Sommer?“ – „Festival, so Metal, Hardcore-Punk“
„Ach, also sowas wie Rammstein?“ – „Ja genau“
„Ach so, na dann viel Spaß!“ – „Danke, werde ich haben“

Nachdem ich also auch den Segen von meinen Kollegen bekommen hatte, konnte einem mehr oder weniger erholsamen Trip nach Westflandern nichts mehr im Wege stehen. So machte man sich am Donnerstag auf nach Ypern, wo vom 01. – 03. Juli 2022 die 28. Ausgabe des Ieperfests stattfinden sollte.

Beim Ieperfest handelt es sich eigenen Aussagen zufolge um das dienstälteste Underground-Festival der Welt und findet seit 1994 jährlich im belgischen Ypern statt. Dem DIY-Gedanken ist man bis heute treu geblieben, sodass man, abgesehen von einer Handvoll lokaler Sponsoren, auf Großsponsoren verzichtet.

Neben der Musik (überwiegend Hardcore) ist auch der ökologische und politische Aspekt omnipräsent. Das zeigt sich auch daran, dass auf dem Festival z.B. nur veganes Essen angeboten wird.

Auf dem Festivalgelände gibt es zwei Bühnen, die Main Stage und die kleinere Trench Stage. Die Hauptbühne verfügt über so etwas wie einen Laufsteg vor der eigentlichen Bühne, was den Leuten das Stagediven erleichtern soll. Der Timetable ist theoretisch so ausgelegt, dass die eine Band sofort auf der einen Bühne beginnt, sobald die andere Band ihr Set auf der anderen Bühne beendet hat.

Für uns war es nach 2019 der zweite Besuch beim Festival. Am Ende des Beitrages findet ihr noch ein paar Videos vom YouTube User Emiliano X Edge. Na dann mal los.

Ieper

Tag 1: Freitag, 01. Juli 2022

„We still love you, but you don’t know what you’re talking about“

Höchstmotiviert erreichte man am Freitag gegen 14:15 Uhr das beschauliche Festivalgelände. Als erste Amtshandlung wurden die schwer verdienten heimischen Euros in die offizielle Festivalwährung in Form von Token eingetauscht. Für 2 € bekommt man so einen Token, den man so gleich 1:1 beispielsweise gegen ein Cola oder ähnliches eintauschen konnte. Somit lässt sich auf eine für festvialverhältnisse faire Preispolitik schließen.

Glassbone / Hell Can Wait

Glassbone – Ieperfest 2022

Von der Weite hörten wir schon Glassbone trällern, also ging es ab zur Main Stage, die von außen aussieht wie ein Zirkuszelt. Drinnen tobten auch schon vereinzelte Zirkusäffchen durch die Manege und vollführten ihre Kunststücke. Bei Glassbone handelt es sich um keine gänzlich unbekannte Truppe, sie sind nämlich aus einem Nebenprojekt der (ehemaligen?) Wolfpack hervor gegangen. Scheinbar wollte man sich mehr in Richtung Deathcore orientieren, zum warm werden war das Gehörte zumindest einmal annehmbar.

Hell Can Wait – Ieperfest 2022

Sanftere Töne erwarteten uns bei Hell Can Wait auf der kleineren Trench-Stage. Melodischer Hardcore aus England, der zwar stellenweise zum Mitschunkeln animierte, aber auch nicht im Übermaß zündete. Die Band zeigte sich dennoch dankbar, hier spielen zu dürften und kommentierte zum Abschluss das Polit-Versagen in der Heimat noch mit einem „Brexit is a bitch“.

DARE

Dare – Ieperfest 2022

Wirkte das Publikum bis dahin noch etwas verhalten, sorgten Dare auf der Main-Stage für erstmalige Massenbewegung. Eröffnet wurde das Set mit Violation Of Trust, woraufhin noch weitere Songs vom 2021 erschienen Album Against All Odds folgen sollten. Dare2Be und Never Yours konnte ich ebenso noch ausmachen.

Währenddessen beobachtete Mr. Scott Vogel höchstpersönlich das Treiben von der Bühne aus. Beim ersten Stagedive des Tages verzog er jedoch keine Miene, der Herr ist schließlich anderes gewohnt. Doch dazu später mehr.

Nach dem Set gönnte man sich eine kurze Pause und schaute bei den rein veganen Essensständen vorbei, wo einem die veganen Donuts sofort ins Auge sprangen. Passend zum Verzehr des rosafarbenen Süßgebäcks, lauschte man dabei Abrahamic Liar’s Black Metal Blues von der Trench-Stage.

Judiciary

Judiciary – Ieperfest 2022

Gestärkt fand man sich danach wieder bei der Main ein, wo mit Judiciary mein persönliches erstes Highlight warten sollte. Metallisch geprägter Hardcore, der mich immer wieder an Merauder erinnert. Auch Live zünden Songs wie Pure Fury und Kharma’s Knife ordentlich, was prompt zu zwei Knock-Outs im Publikum führte. Einen Fotografen und einen Zuseher am Rande des Pits hatte es erwischt. Es dürfte aber nicht allzu viel passiert sein.

Als Wiedergutmachung kredenzten die Jungs aus Texas einen neuen Song (irgendwas mit Blood im Titel). Der letzte Song The Axis Of Equality erhöhte noch einmal die Singalong- und Mitmachquote und bildete somit einen würdigen Abschluss des gelungenen Sets.

Mark My Way

Mark My Way

Mit Mark My Way gab es auf der Trench l-Stage dann waschechte Lokalmatadore. Die junge Band aus Ieper durfte sich über regen Zuspruch aus der Szene freuen, die den Auftritt mit ständiger Bewegung unterstützte. Musikalisch wurde so ziemlich alles aufgefahren, was irgendwas mit „Metal“ und „Core“ zu tun hat. Neben vielen Breakdowns schimmerte immer wieder einmal so etwas wie Melodie durch und auch Klargesang wechselte sich immer wieder mit Growls und Screams ab.

Crucified

Crucified

Wir bleiben auf der Trench-Stage, wo mit Crucified eine außergewöhnliche Performance anstand. Außergewöhnlich aus sehr traurigen Umständen, denn hier ist Sänger Olav im April verstorben. Die Band entschied sich trotzdem die Show zu Ehren Olav’s durchzuziehen und so stand der Auftritt ganz unter dem Motto „OLAV FOREVER“. Als Sänger fungierte hierbei jeweils ein anderer befreundeter Musiker der Band und dieser schnappte sich jeweils für 2-3 Songs das Mikro (u.a. der Sänger von Mindwar).

Am Ende müssten es dann fünf Gastsänger gewesen sein. Die Musik (schneller Hardcore-Punk) geriet ehrlicherweise in den Hintergrund, vielmehr ließ jeder seiner Energie/Wut/Trauer freien Lauf und gedachte Olav auf seine Weise (vor allem durch heftiges Stampfen auf den Boden). Die Energie im Zelt war ergreifend und ansteckend, eine würdige Tribute-Show. Ruhe in Frieden, Olav!

Crucified 2

MoreThanMusic

Das musste man erst einmal sacken lassen und da kam ein Abstecher ins MoreThanMusic (MTM) Zelt gerade recht. Hier gab es das ganze Wochenende über interessante Programmpunkte, die nicht immer nur mit Musik zu tun hatten. So gab es u.a. Vorträge über Tierrechte, mentale Gesundheit, Abhängigkeit oder aber auch Krav Maga Workshops. Abgesehen davon gab es auch Interviews mit Bands, wie z.B. One Step Closer oder Morning Again. War gerade kein Programmpunkt angesetzt, liefen diverse Dokumentationen (z.B. Dominion oder eine Doku über die hiesige H8000-Szene).

One Step Closer Interview

Großer Pluspunkt waren die gemütlichen Sofas, die bereitgestellt wurden und sehr verlockend zum Verweilen einluden. Auch Leseratten kamen voll auf ihre kosten, es wurden nämlich zahlreiche alte Fanzines zum Durchschmökern bereitgestellt. Während ich mit einem Ohr beim Interview mit der Band One Step Closer zuhörte, las ich gerade einen Bericht von 1997 über eine Band namens Hatebreed. Was aus denen wohl geworden ist?

Gatecreeper

Gatecreeper 1 – Ieperfest

Beinahe tiefenentspannt fand man sich wenig später wieder vor der Main-Stage ein, um kurz darauf von Gatecreeper’s widerwärtigem Death Metal-Inferno wachgerüttelt zu werden. Das Todeskommando aus Arizona, USA hat mich mit ihrem Oldschool-Gemetzel vom Beginn an in ihren Bann gezogen. Zwar wusste ich im Vorfeld schon, dass ich mit dem Sound durchaus was anfangen kann, mit welcher Wucht das einen aber Live übermannt, hat mich dennoch überrascht.

Gatecreeper 2 – Ieperfest

Das druckvolle Gebolze fuhr dermaßen in Mark und Bein, dass der Schädel ganz von alleine in Dauerschleife rotierte. Wer es sportlicher mag, haute sich derweil im Pit den Schädel ein. Trotz der Wurzeln im Hardcore-Bereich sprechen Gatecreeper mittlerweile vorrangig ein anderes Publikum an, sodass Frontman gegen Ende hin neben den zahlreichen Circle Pits auch einen „normalen“ Push Pit forderte. Hammer Sound, Hammer Show, definitiv die Überraschung des Tages!

Terror

Terror Ieperfest

Weniger Überraschungen waren dann bei Terror zu erwarten, die an diesem Tage den Co-Headliner auf der Main Stage mimten. Da der durchschnittliche AWAY FROM LIFE-Leser die Band rund um Scott Vogel bestimmt schon mindestens fünfmal Live gesehen hat, könnte ich mir die nächsten Zeilen eigentlich sparen. Dennoch sehe ich es als meine journalistische Pflicht, euch trotzdem davon zu berichten. Tatsächlich gab es zu Beginn so etwas wie eine Neuerung, denn das Set wurde mit dem Titelsong des aktuellen Albums Pain Into Power eröffnet. Ein neuer Terror Song Live, yeah!

Abgesehen davon war die größte Überraschung wohl, dass Scott Vogel erst beim dritten Song zu „more Stagedives“ aufrief. Mit Can’t Help But Hate gab es noch einen Song von der letzten LP, leider ohne Feature vom Corpsegrinder. Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten, Klassiker reihte sich an Klassiker (Spit My Rage, Return To Strength, Keepers Of The Faith, usw…), Leute flogen im Sekundentakt von der Bühne und vor der Stage herrschte sowieso das pure Chaos. Terror eben. Man weiß was man bekommt, wird aber trotzdem immer wieder mitgerissen. Diese Konstanz ist fast schon erschreckend…

One Step Closer

One Step Closer

Aufgrund des straffen Zeitplans wechselte man vorzeitig zur Trench-Stage, um bei One Step Closer nicht zu spät zu kommen. An die hatte man große Erwartungen, denen sie leider nicht so ganz gerecht wurden. Vielleicht dauerte die Tour einfach schon zu lange oder der Sound war schlecht abgemischt, die Stimme des Sängers jedenfalls… nun ja, sie hat sich doch recht deutlich von der CD-Version unterschieden.

Nichtsdestotrotz, hatte man sich erst daran gewöhnt, konnte man ruhigen Gewissens das Tanzbein zu den eingängigen Melodien schwingen. Würde es den Two-Step nicht schon längst geben, OSC hätten mit Songs wie Lead To Gray, Dusk oder I Feel So sicherlich nachhaltig zu seiner Erfindung beigetragen. Ganz zu schweigen vom Song The Reach, welcher auch den Abschluss des Sets bildete. Aufgrund der motivierten Meute ein passabler Auftritt, ein wenig enttäuscht war ich aber dennoch.

Stick To Your Guns

STYG Ieperfest

Apropos Enttäuschung. Im Vorfeld hatte Stick To Your Guns-Frontman Jesse Barnett mit wirren Aussagen in einer online „Diskussion“ in Bezug auf den Ukraine-Russland-Krieg auf sich aufmerksam gemacht, sodass ihm eine gewisse „Pro Russland“-Sympathie nahegelegt wurde (da ich das ganze nur am Rande verfolgt habe, möchte ich darauf auch nicht näher eingehen). Das hatte zur Folge, dass ein paar Festivals STYG aus dem Line-Up gestrichen haben (u.a. Fajtfest in Tschechien). Ehrlich gesagt sind wir auch davon ausgegangen, dass das Ieperfest hier nachziehen würde, aber dem war nicht so. STYG war weiterhin als Headliner für den Freitag vorgesehen.

Als vor dem Auftritt AHA’s Take On Me durch das Zelt der Main Stage hallt, ist die Stimmung weit ausgelassener, als die Band mit Nobody loslegt. Zu diesem Zeitpunkt ist für einen Headliner auffällig wenig los. Auch im Pit erfreuen sich nur eine Handvoll Leuten der ungewohnten Beinfreiheit. Zudem gibt es aus dem Publikum zwei Mittelfinger in Richtung Bühne, was der Frontman nicht unkommentiert lässt: „We still love you, but you don’t know what you’re talking about“. Na das kann ja heiter werden.

In weiterer Folge bleibt es auch beim neuesten Song Weapon eher verhalten. Obwohl STYG den Auftritt professionell durchzogen, wirkte Jesse Bernett dennoch nicht ganz auf der Höhe. Scheinbar ging das Ganze Drumherum nicht spurlos an ihm vorbei. Auch einer der Gitarristen zeigte Kampfgeist, er absolvierte den Auftritt mit einer Halskrause.

STYG 3 Ieperfest

Es wurde dann auch besser, doch als die Show allmählich etwas Fahrt aufnahm, musste sie leider auch gleich wieder unterbrochen werden. Während We Still Believe muss an vorne etwas passiert sein, woraufhin Jesse das Set sofort stoppte. Folglich wurde ein Herr aus dem Zelt geschleppt, der augenscheinlich nicht mehr bei Bewusstsein war. Als er in die Obhut der Sanitäter gebracht wurde, wurde das Set fortgesetzt. Neben weiteren Songs wie Married To The Noise gab es noch Liebesbekundungen für das Ieperfest seitens der Band, wo vor allem der DIY-Spirit hervor gehoben wurde. Bei Against Them All enterten noch ein paar Motivierte die Bühne, was schließlich den Schlusspunkt dieses merkwürdigen Auftritts markierte.

Auch meine Begleitung, sie verfügt über reichlich STYG Live-Erfahrung, bestätigte meinen Eindruck. Auch sie sprach von einer eher schwächeren Performance. Ob das nun den Anschuldigungen geschuldet war, oder ob eine Band in derartiger Größenordnung nicht (mehr) ganz hierher passt, bleibt ein Rätsel.

Zumindest boten die turbulenten Eindrücke des ersten Tages genug Gesprächsstoff für den 20-minütigen Rückweg in die Unterkunft.

Tag 2: Samstag, 02. Juli 2022

„Yo, it’s time for some kickbacks“

Den zweiten Tag starteten wir gegen 13 Uhr mit der belgischen Metalcore-Band Last auf der Main-Stage. Doch da das Gehörte nicht so recht überzeugen konnte, zog man sich ins MTM-Zelt zurück. Es hieß so gut es geht Kräfte konservieren, der heutige Tag versprach so einiges.

Last Wishes

Last Wishes Ieperfest

Die Briten von Last Wishes wollte man sich dennoch nicht entgehen lassen, die als zweite Band auf der Trench-Stage spielen sollte. Belgien zeigte sich zur Mittagszeit bereits topmotiviert, zu den vielen Breakdowns wurde ausgiebig gemosht. Sound- und imagetechnisch dürften Cold As Life die großen Vorbilder sein, diese These wird auch vom CAL-Tank-Top des Sängers bestätigt. Es herrschte jedenfalls genug Action und Unterhaltung, um hier von einem guten Auftritt zu sprechen. Auch das Publikum wurde mit einem herzlichen „Respect“ vom Sänger gelobt, was will man mehr.

Deconsecrate

Deconsecrate Ieperfest

Mit Deconsecrate begutachteten wir die nächsten Lokalmatadore auf der Trench-Stage. Die Band aus Westflandern wirft ebenfalls alles in einen Topf was etwas mit Metal und Core zu tun hat und rührt einmal kräftig um. Am ehesten bleibt dann Death Metal mit Hardcore Einschlag übrig, aber auch Black Metal-Elemente schimmern stellenweise durch. Vorgetragen durch zwei Sänger macht das Live einen guten Eindruck. Spinkicks wechseln sich mit rotierenden Schädeln ab, macht Spaß! Einer der Sänger ist übrigens auch das ganze Festival über als Fotograf im Einsatz.

Generell trifft man auf dem Festival-Gelände immer wieder auf Leute aus den verschiedensten Bands. Hervorzuheben sind vor allem die Jungs von Drain, die sich schon am Freitag den ganzen Tag unter die Leute mischten. Fast hätte mir der Sänger das letzte Eis vor der Nase weggeschnappt. Aber das nur am Rande.

Coffin Feeder

Coffin Feeder Ieperfest

Zurück zum Wesentlichen, in Form vom Auftritt von Coffin Feeder auf der Main-Stage. Bei Coffin Feeder handelt es sich ebenso um eine Band aus Belgien, genauer gesagt um ein Deathcore Nebenprojekt des Aborted-Sängers Sven de Caluwe. Souverän und abgebrüht führte der erfahrene Frontman durch das Set, das neben Songs der zuletzt erschienenen Stereo Homicide EP auch ein Cover von Hatebreed’s Empty Promises beinhaltete. Man hat ja schließlich auch Bezug zum Hardcore. Einziger Wermutstropfen: die Band war zu späterer Stunde bereits abgereist, als ich mir deren T-Shirt mit Zombie und Robocop Motiv kaufen wollte.

Street Soldier

Nach einer kurzen Erholungspause im MTM-Zelt, wo man aufrichtig dem Krav Maga Workshop beiwohnte, ging es im Anschluss zu Street Soldier auf der Main-Stage. Die perfekte Möglichkeit also, die neuesten Erkenntnisse in Sachen Selbstverteidigung gleich einmal in der Praxis auszutesten. Schließlich stehen die Briten für asozialen Beatdown, der nicht ganz so feinen englischen Art. Angestachelt durch die im charmantesten britischen Dialekt ausgesprochenen Anfeuerungen des aufgepumpten Frontmans („Let’s fockin do it„), wurden ausgiebig Fäuste und Füße durch die Gegend geschwungen.

Neben Songs wie Turn Dangerous oder One Man Gang wurde auch ein neuer Song zum Besten gegeben, der beinahe schon melodische Züge annimmt. Bevor es zu soft wurde, wurde noch Sexualstraftätern ein Ständchen gewidmet („This song is about killing sex offenders“). Die Show war auf jeden Fall unterhaltsam, wobei ich mich schon Frage, inwieweit das ganze Gehabe ernst gemeint ist.

Street Soldier Ieperfest

Den Auftritt der exotischsten Band des Festivals (Questions aus Brasilien) verfolgte man nur beiläufig im sitzen vor der Trench-tage. Vielmehr schweiften die Blicke über das Festivalgelände, wo heute doch um einiges mehr los war. Es waren auch auffallend viele Besucher mit einem 1-Tages-Pass unterwegs. Fast noch auffälliger war die Anzahl der (Klein-)Kinder, die teilweise spielend über das Gelände tobten. Scheinbar wurde der Samstag zum Familientag auserkoren. Der Nachwuchs ist also gesichert!

Drain

Drain 1 Ieperfest

Dem nächsten Auftritt fieberte ich schon im Vorfeld entgegen. Mit Drain stand ein mehr als vielversprechender Act in den Startlöchern. Scheinbar war ich nicht der einzige dem es so ging, denn kaum setzten die ersten Töne von Feel The Pressure ein, hüpften auch schon die ersten Leute von der Bühne. Kuschelige Singalongs inklusive. So kann man auf jeden Fall starten. Frontman Sammy wirkte durchgehend motiviert und die Energie schwappte nahtlos auf das Publikum über. Nicht nur beim zuletzt veröffentlichten Song Watch You Burn, viel mehr noch bei den Songs der California Cursed LP wie z.B. Sick One oder Hyper Vigilance.

Drain 2 Ieperfest

Für die Truppe ging es das erste mal nach Europa und entsprechend begeistert waren sie von der bisherigen Tour. Zusätzlich gab es das Versprechen, dass man beim nächsten Wiedersehen ein weiteres Album im Gepäck haben wird. Prompt gab es auch eine kleine Kostprobe davon, die mit der Aufforderung „Jump, Jump“ eingeläutet wurde. Dieser Aufruf war bei der letzten Nummer California Cursed nicht von Nöten, die motiviertesten im Publikum drehten auch so komplett durch. Die einen krochen wie ein Haifisch auf der Bühne, die anderen sprangen von ebendieser und zum Schluss stürmten sowieso alle die Stage. Krönender Abschluss eines unterhaltsamen Auftritts, der die Erwartungen auf jeden Fall erfüllt hat.

Vein.fm / Whatever It Takes

Von Vein.fm haben wir uns form halber nur die ersten drei Songs angesehen, der chaotische Hardcore-Sound konnte mich auch Live nicht überzeugen.

Whatever It Takes sorgten auf der Trench wieder für „einfachere“ Klänge. Metallischen Hardcore mit Beatdown&Elementen geben die Jungs aus Brügge zum Besten. Sowohl akrobatisch als auch musikalisch war das in Ordnung, aber jetzt nichts was ewig in Erinnerung bleiben wird.

vein.fm Ieperfest
Whatever It Takes

Morning Again

Morning Again

Ebenso wenig wie die Szene-Veteranen von Morning Again. Obwohl die Amerikaner als eine der Pioniere des „klassischen“ Metalcore gelten, liegt deren Blütezeit (1995 – 1999) auch schon wieder eine Zeit lang zurück. In eben dieser Zeit spielte man z.B. auch schon 1997 am Ieperfest. Seit den 2000er Jahren tingelt man in regelmäßigen Abständen unter dem Deckmantel diversester Reunions durch die Welt. So ist man seit 2018 in dieser Konstellation wieder aktiv.

Es war jetzt nicht übermäßig viel los, die überwiegend älteren Semester an vorderster Front beteiligten sich dennoch lauthals an der Show. Ebenso enthusiastisch waren zwei kleine Kids, die auf dem Laufsteg herumtobten. Wie gesagt, für Nachwuchs ist gesorgt! Aber auch daran sieht man, dass es etwas ruhiger war, bei anderen Bands wäre das nicht möglich gewesen. Nachdem man nach ein paar Nummern das Zelt verlassen hatte, hörte man u.a. das Sepultura-Cover von Refuse/Resist oder God Framed Me nur noch aus der Distanz.

Mindforce

Mindforce

Schließlich hieß es nochmal Kräfte tanken, vor dem finalen Endspurt des Tages. Mit Mindforce als Co-Headliner auf der Main sollte ja noch ein potentielles Highlight anstehen. Bislang nur bekannt aus Funk und Fernsehen (Stichwort hate5six-Videos), war dies tatsächlich der erste Auftritt der Truppe auf europäischem Boden. Wer besagte Videos kennt, weiß, dass hier ein gewisser Unterhaltungsfaktor erwartet werden konnte. Das liegt neben den musikalischen Qualitäten vor allem an den aufopfernden Gesten des Frontmans Jason, den man hierzulande wohl einen „Zappelphilipp“ nennen würde.

Um auch ja einen guten Eindruck bei der europäischen Live-Premiere zu machen, betrat der Sänger im Trikot der belgischen Fußball-Nationalmannschaft die Bühne. Fraglich inwieweit dies für zusätzliche Motivationsschübe gesorgt hat, die Meute war ohnehin von Beginn an voll dabei. Das zeigte sich in eifrigen Stagedives und inbrünstigen Singalongs zu Nummern wie Nightmare oder Senseless Act vom letzten Album Excalibur.

Mindforce 2

Frontman Jason war wie erhofft unermüdlich im Einsatz und ging nach Ansagen wie „Yo, it’s time for some kickbacks“ mit gutem Beispiel voran. Swingin Swords, Choppin Lords oder die zuletzt erschienene Single Reign Of Terror eignen sich auch ideal dafür, da lässt sich die Crowd nicht zweimal bitten. Zwischenzeitlich entledigte sich der Sänger dem Trikot, was von einem Zuseher prompt mit „put the shirt back on“ kommentiert wurde. Abschließend wurden die Schwerter gezückt, mit Excalibur wurde zum finalen Showdown aufgerufen. Ja, so in etwa hat man sich das vorgestellt, sehr cooler Auftritt. Hoffentlich nur der Auftakt zu vielen weiteren Shows auf unserem Kontinent.

Die Doomwalze Eyehategod hörte man nur aus der Ferne gen Nachthimmel brettern, man entschied sich lieber die Zeit bis zum Headliner in der Warteschlange für Pommes Frites zu verbringen.

Knocked Loose

Knocked Loose 1 Ieperfest

Gerade noch rechtzeitig schaffte man es vor die Hauptbühne. Dabei hätte man sich gar nicht stressen brauchen, denn auch Knocked Loose trafen erst relativ knapp vor Stagetime ein. Der Grund dafür ist recht simpel: Da man anscheinend nichts besseres zu tun hatte, spielte die Band am Nachmittag noch gemütlich einen Auftritt auf dem Vainstream-Festival im rund 400 km entfernten Münster. Kann man schon mal machen. Von etwaigen Ermüdungserscheinungen war dennoch keine Spur, als KL unter tosendem Applaus die Main enterten.

Knocked Loose 2 Ieperfest

Zum Einstieg gab es mit Where The Light Divides The Holler eine Nummer von der A Tear In The Fabric Of Life EP und im Gegensatz zu gestern ist das Publikum von Anfang an voll mit dabei. Kein Wunder, der Sound ist eine Wucht und lässt kaum einen stillstehen. Wer sich nicht am heftigen Moshpit beteiligen möchte, zeigt zumindest durch exzessives mitwippen/headbangen seine Anerkennung an der mitreißenden Show. Dass zwei so intensive Shows an einem Tag nicht spurlos an einem vorbei gehen, merkte man vor allem in den Ansprachen zwischen den Songs. Habe ich schon einmal von Vergleichen zwischen Frontman Bryan Garris und Donald Duck gehört, würde ich am heutigen Tage eher Vergleiche mit Mickey Mouse heranziehen.

Knocked Loose 3 Ieperfest

Aber natürlich ist die Stimme des Sängers das Markenzeichen der Band und Hauptsache die Songs ballern ordentlich. Und ob es jetzt „Klassiker“ wie Billy No Mates, Deadringer, oder „neueres“ Material wie Belleville waren: sie knallten in sensationellem Ausmaß. Die Meute spielte verrückt, zwischen den Songs gab es exzessiven Jubel/Hundegeheul, bei All My Friends wurde wie in einem Chor mitgesungen und bei Counting Worms gab es sowieso kein halten mehr (Stichwort Arf Arf). Das war wirklich schon sehr nahe dran an der Hardcore-Perfektion und das sage ich als jemand, der mit Knocked Loose normal nicht so viel am Hut hat. Eines Headliners definitiv würdig.

Knocked Loose 4 Ieperfest

Tag 3: Sonntag, 03. Juli 2022

„Punch someone in the face“

Warfare

Das Aufstehen wurde allmählich schwerer, aber einen Festivaltag hatte man noch zu überstehen. Ein Blick auf das anstehende Programm war Anreiz genug, um seine müden Knochen in Bewegung zu setzen und so traf man kurz vor 13 Uhr vor der Trench-Stage ein.

Warfare Ieperfest

Hier waren Warfare bereits am Werken, die es sich erlaubten, das Set ein paar Minuten früher zu starten (Frechheit). Mit Triple B Records-Gründer Sam Yarmuth an den Vocals und Justice Tripp (Frontman Trapped Under Ice/Angel Dust) an der Gitarre besteht die Band ja schon fast aus richtigen „Szene-Promis“. Justice hat den Trip (höhö) nach Belgien aber nicht mit angetreten. So lag es an Sam, den Frühaufstehern einzuheizen, was mehr oder weniger erfolgreich gelang. Für ein bisschen Morgensport war der schnell gespielte Oldschool-Hardcore-Punk gut genug.

Scowl / The Fight / Zulu

Scowl Ieperfest

Über mehr Zuspruch durften sich im Anschluss Scowl auf der Main Stage freuen. Die Band aus Kalifornien rund um Frontfrau Kat Moss bereist zur Zeit ebenfalls zum ersten Mal den Kontinent und lockte schon mehr Zuschauer vor die Bühne. Akustisch bewegt man sich in ähnlichen Sphären (Hardcore-Punk, nur nicht ganz so schnell) und das Interesse des Publikums wurde mit ausreichender Bewegung vor der Stage bekräftigt.

Auch bei The Fight auf der Trench machte man musikalisch keinen Quantensprung. Flotter Oldschool Hardcore mit gehörigem Oi-Einschlag. Nicht besonders spektakulär, aber machte auf jeden Fall Laune.

The Fight Ieperfest

Abwechslungsreicher wurde es mit Zulu auf der Hauptbühne. Deren Soundgemisch aus Powerviolence und Beatdown konnte mich nicht so recht überzeugen, sodass man nach ca. vier Songs das Weite suchte.

Zulu Ieperfest

Restraining Order

Restraining Order

Zurück bei der Trench, wurde wieder mehr auf temporeichen Hardcore-Punk gesetzt. Es war Zeit für Restraining Order, ebenfalls aus den Staaten. Mit Nummern wie z.B. Don’t Really Think So oder Something For The Youth verfügt die Band über Songs mit hohem Ohrwum- und Singalong-Charakter, die auch Live gekonnt in Szene gesetzt wurden. Obendrein erwiesen sich diese als sehr tanzbar, was in einer ausgelassenen Stimmung resultierte.

Auffallend dabei, und das schon den ganzen Tag über, war dabei die Triple B/Flatspot Connection zwischen Restraining Order, The Fight, Zulu, Scowl und Dead Heat. Immer wieder sah man Mitglieder bei den Sets der jeweiligen anderen Bands am Bühnenrand, an vorderster Front oder gar im Moshpit. Besonders hervorzuheben wären hier der Sänger von The Fight und der Gitarrist von Zulu, die ihre Zeit in Europa sichtlich genossen. Von soviel Freizeit konnte der Drummer allerdings nur träumen. Nachdem dieser zuvor schon bei Warfare und The Fight am Werken war, bearbeitete er hier bereits zum dritten Mal am heutigen Tage das Schlagzeug. Alle Achtung.

Magnitude

Magnitude

Allmählich wurde einem vom ständigen hin- und herlaufen zwischen den Stages fast schon schwindelig. Aber es nutzte nichts, Magnitude standen bereits auf der Main bereit und das wollte man natürlich nicht verpassen. Auch hier gab es wieder ansehnliche Bewegungsabläufe und wann immer es passte, brüllte der Mob dicht aneinander gedrängt ins Mikro. Vor allem beim letzten Song To Whatever Fateful End wurde der Sänger vom aufgebrachten Pöbel begraben. Summa summarum ganz nett, aber nichts was einem nach zwei Tagen Ieperfest noch sonderlich beeindrucken konnte. War da bei uns vielleicht schon die Luft draußen?

Dead Heat

Dead Heat

Es folgte ein erneuter Szenewechsel zur Trench-Stage, Hallo Dead Heat. Endlich kamen auch wieder mal die Headbanger auf ihre Kosten, steht die Truppe aus Kalifornien doch für astreinen Thrash Metal/Crossover-Sound. Vor ziemlich genau einem Jahr erschien deren letztes Album World At War und Songs davon wie z.B. 2 Cents oder Sick Society wurden von überraschend energischen Tanzeinlagen begleitet. Das war schon wilder als erwartet und hat auf jeden Fall gut unterhalten. Ich würde gar vom Höhepunkt des Tages sprechen.

Get The Shot

Get The Shot 1

Konnte das von den Kanadiern Get The Shot übertroffen werden? Das galt es im Anschluss auf der Main-Stage herauszufinden. Angesichts des Namen, war zu Beginn des Sets eigentlich nicht allzu viel los. Das schien auch Frontman Jean-Philippe zu Missfallen, der prompt ins Publikum hüpfte und die Zuschauer schubste, damit sich diese ein paar Reihen nach vorne bewegten. Das erinnerte fast an die kläglichen Animationsversuche bei All-Inclusive-Urlauben, falls das wer kennt. „Move the fuck up“ und „I wanna see some Stagedives“ waren die zusätzlichen Aufforderungen, denen das Publikum zunächst nur sehr verhalten nachkam. Es dauerte ein wenig bis die Show auf Touren kam, aber nach rund zehn Minuten ging es aufwärts. Dies kommentierte auch der Sänger mit „Now we have a party„.

Get The Shot 2

 

Fraglich inwieweit sein Hundegebell zur Motivationssteigerung beigetragen hat, aber es wurde zumindest besser. Generell fand ich das Gehabe des Frontmans sehr theatralisch, fast schon übertrieben. Ich persönlich brauche jetzt keine Aufforderung dazu, jemandem ins Gesicht zu schlagen („Punch someone in the face„). Dennoch war die Stimmung ganz gut und auch die Leute gingen ordentlich ab. Zwischendurch sendete der Gitarrist Grüße an seine Antifa-Kollegen nach St. Pauli und mit Survival Denied gab es auch noch einen neuen Song.

GTS 3

Beim letzten Song (es müsste Cold Hearted gewesen sein), stürmten wieder einige die Bühne und es wurde ausgiebig gefeiert. Nach dem Set kletterte der Sänger noch auf das Gerüst neben der Bühne und machte allerhand Gesten in Richtung Publikum, oder sonst wohin (Mittelfinger, Halsabschneider, Pistole in den Mund). Ob er es da von alleine wieder runter geschafft hat, oder ob er dort heute noch hängt, kann ich nicht sagen. Wir hatten die Szenerie dann relativ schnell verlassen.

GTS 4

Danach folgte eine kurze Lagebesprechung, in der man sich für ein abruptes Ende des Festivals entschied. Zu diesem Zeitpunkt war es gerade einmal 17 Uhr und 2 1/2 intensive Tage Hardcore-Festival forderten seinen Tribut. Abgesehen davon war das restliche Programm des Tages nicht so nach unserem Geschmack, auch der Headliner Lionheart konnte uns nicht zum Bleiben überzeugen. Einzig und allein um Liar war es schade, aber was solls.

So beschloss man den anstrengenden Nachmittag bei einem Eis in der Innenstadt ausklingen zu lassen. In der Eisdiele traf man dann auf die Jungs von The Fight, wo mir der Sänger noch freudenstrahlend zu meiner neuesten modischen Errungenschaft gratulierte: ein Shirt von The Fight. Auch das ist Hardcore.

Fazit & Top 5

Was bleibt also übrig von drei (na gut, 2 1/2) anstrengenden Tagen Ieperfest? Auf jeden Fall die Erkenntnis, dass es sich in jeder Hinsicht ausgezahlt hat und wir voll auf unsere Kosten gekommen sind. Die größten Unterschiede zu den mir bekannten Festivals sind sicherlich die lockere, entspannte Atmosphäre und das alternative Rahmenprogramm, abseits der Bühnen (inkl. komfortablen Sitzmöglichkeiten). Diese Punkte sind positiv hervorzuheben. Zusätzlich neben dem gelebten Nachhaltigkeitsgedanken, natürlich. Auch das Line-Up war meiner Meinung nach im Rahmen seiner Möglichkeiten abwechslungsreich genug, sodass schlussendlich für jeden genug dabei war.

Wer jedoch etwas zu kurz kam, war die Punk-Fraktion, reine Punk-Bands suchte man vergeblich. Subjektiv betrachtet, hätte man dafür ruhig den ein oder anderen Slot einer (Black) Metal-Band locker machen können. Was mich persönlich jedoch mehr gestört hat, war die Tatsache, dass es auf dem ganzen Gelände kein Wasser oder Desinfektionsmittel zur freien Verfügung gab. Wasserverschwendung hin oder her, bei sommerlichen Temperaturen wäre Trinkwasser schon wünschenswert gewesen. Vom hygienischen Aspekt ganz abgesehen.

Nichtsdestotrotz war es ein wunderbarer Ausflug und ich kann jedem Hardcore-affinen Lebewesen eine Reise zum Ieperfest nur ans Herz legen.

Und da wir bei AWAY FROM LIFE bekanntlich solche Ranglisten-Fetischisten sind, hier zum Abschluss meine Top 5:

  1. Mindforce
  2. Drain
  3. Knocked Loose
  4. Gatecreeper
  5. Dead Heat

Videos (mehr unter Emiliano X Edge):

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