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Nuclear Blast

Schriller die Glocken nie klingen! Knocked Loose, die Band rund um Schreihals Bryan Garris, machte sich auf, um der vorweihnachtlichen Idylle in Europa ein jähes Ende zu bereiten. Dabei machten sie auch halt in Wien. Unterstützung bekamen sie von Malevolence, Justice For The Damned und Renounced, die allesamt ebenso wenig für besinnliche Töne bekannt sind.

Kaum eine Band polarisiert zurzeit innerhalb der Hardcore Szene so wie die Truppe aus Kentucky. Von den einen geliebt, von den anderen gehasst: jeder hat zumindest eine Meinung über Knocked Loose. Das verwundert nicht, denn aktuell gibt es kein Vorbeikommen an den Amerikanern. Dass der Hype auch in Europa angekommen ist, bestätigen die ausverkauften Shows der Tour. Auch in Wien wurde wenige Tage vor der Show „Sold Out“ vermeldet. Mit entsprechend großer Erwartungshaltung machte man sich also am 13. Dezember auf in Richtung Flex.

Die Location, das Flex, hatte ich euch bereits bei meinem Lionheart Bericht näher gebracht. Heute sollte es eine Nummer kleiner werden. Dieses Mal sollte die Show nämlich im Flex Cafe über die Bühne gehen. Das macht aber nichts, denn wie wir im Hardcore wissen: je kleiner, desto besser. Dies hieß in weiterer Folge auch, dass keine Absperrung zwischen Bühne und Publikum vorhanden war. Vielversprechende Voraussetzungen also, für einen kuscheligen Freitagabend. Ich würde einmal von ca. 300 Besuchern sprechen, wobei ich mir bei so Schätzungen immer etwas unsicher bin.

Renounced + Justice For The Damned

Renounced - Flex Cafe, Wien - 13. Dezember 2019
Renounced – Flex Cafe, Wien – 13. Dezember 2019

Den Beginn machten Renounced, die bereits spielten, als ich etwas verspätet eingetroffen bin. Dem Metalcore der Briten lauschte bereits eine für diese Uhrzeit (ca. 19 Uhr) beträchtliche Menge an Zuhörern. Mit neuem Album im Gepäck legte die Truppe aus UK einen soliden, aber nicht weiter erwähnenswerten Auftritt hin. Gegen Ende hin wurden die vermehrt einsetzenden Breakdowns für die ersten Aufwärmübungen des Abends genutzt. Da war zum ersten Mal das Potential des heutigen Abends erkennbar.

Auch der Auftritt von Justice For The Damned lief weitestgehend spurlos an mir vorüber. Den Auftritt verfolgte ich eher halbherzig aus den hinteren Reihen. Dass der metallische Sound der Australier dennoch gut ankam, bewiesen die empor gestreckten „Pommesgabeln“. Wie man hört arbeitet man an neuem Material, wovon dem Wiener Publikum zwei neue Tracks präsentiert wurden.

Malevolence

Interessanter wurde es im Anschluss bei Malevolence. Gemessen an den T-Shirts, die man regelmäßig auf Hardcore Shows sieht, eine weitere „angesagte“ Band. Auf Wikipedia wird die Band als Heavy Metal Band kategorisiert. Wer sich nun naiverweise auf gemütliches Headbangen einstellte, wurde schnell wieder auf den harten Boden der Realität zurück befördert (und das nicht nur im übertragenen Sinne).

Der Kenner weiß, auf die Ohren und auf’s Gemüt gibt es brachialen Hardcore, der nicht nur stellenweise an diverse Beatdown Kapellen erinnert. Unüberhörbar ergänzt durch reichlich Metal Einfluss. Das ergibt insgesamt eine explosive Mischung, die der tobenden Menge ordentlich einheizte. Definitiv ein würdiger „Co-Headliner“, zahlreiche motivierte Mosher entluden an diesem Freitag Abend ihren Alltagsstress der vergangenen Woche im durchgehend umtriebigen Mosphit.

Bei Songs wie Serpent’s Chokehold, Slave To Satisfaction oder allen voran dem abschließenden Self Supremacy wurde auch die Textsicherheit des Wiener Publikums eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zwischendurch gab es einen neuen Song, man darf sich also auch hier auf neues Material freuen. Zusammenfassend ein cooles Set und eine würdige Einstimmung auf den heiß ersehnten Auftritt von Knocked Loose.

Malevolence - Flex Cafe, Wien - 13. Dezember 2019
Malevolence – Flex Cafe, Wien – 13. Dezember 2019

Knocked Loose

Nach dem gelungenen Auftritt von Malevolence war nun jeder bereit für den folgenden Auftritt von Knocked Loose, obwohl es hier wohl ohnehin keine Extra Motivation gebraucht hätte. Ich persönlich hatte so meine Anlaufschwierigkeiten mit der Band. Nachdem ich mich aber an das Gekreische von Frontman Brayn gewöhnt hatte, empfinde ich den Sound mittlerweile aber als ganz annehmbar. Noch dazu ist das jüngste Release A Different Shade Of Blue richtig stark geworden. Wenn man sich dann als Vorbereitung auf die Show noch Videos von diversen Live Sets ansieht, fällt es schwer keine übertriebenen Erwartungen aufzubauen…

Getreu dem Motto des aktuellen Albums, betrat die Band bei blauer Hintergrundbeleuchtung die Bühne. Als Einstieg in das Set fungierte Trapped In The Gasp Of A Memory, wobei hier alle Dämme brachen, sobald die ersten Töne einsetzten. Das Publikum hat danach gelechzt und das Publikum bekommt was es verdient! Selbstredend herrschte vom Beginn weg reger Betrieb vor der Bühne, da hat es einigen Herrschaften schon sichtlich in den Fäusten gejuckt. Endlich konnte der angestauten Energie freier Lauf gelassen werden.

Mit Belleville ging es furios weiter, ehe mit All My Friends das erste Highlight gesetzt wurde. Die Show nahm weiterhin an Fahrt auf, zu den bereits vorherrschenden wütenden Singalongs und Tanzeinlagen gesellten sich auch immer mehr Stagedives dazu, nicht zuletzt auch aufgrund eindringlicher Aufforderung von Sänger Bryan. Nach Oblivion’s Peak hatte ich dann vorerst einmal genug und zog mich in die hinteren Reihen zurück.

Knocked Loose - Flex Cafe, Wien - 13. Dezember 2019
Knocked Loose – Flex Cafe, Wien – 13. Dezember 2019

Von dort gab es dann eine etwas lästige Begleiterscheinung zu vernehmen, nämlich das ständige Filmen mit dem Handy. Salopp formuliert ragten da teilweise Handys in einer Anzahl in die Höhe, wie man es sonst vielleicht eher auf einem Ed Sheeran Konzert vermuten würde. Natürlich hat aber jeder Besucher das Recht dazu, mir persönlich wäre es halt zu schade um Zeit und Geld. Jeder wie er will. Wo Schatten ist, ist aber auch Licht, so hat jemand seinen Mitschnitt freundlicherweise auf Youtube hochgeladen. Das Video findet ihr am Ende des Beitrags.

Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, die war weiterhin top. Da dies ja die Tour zum aktuellen Album war, gab Knocked Loose auch dementsprechend viele Songs davon zum Besten (z.B. Forget Your Name, Misguided Son, …And Still I Wander South, usw.). Leider hatte das Mikro kurzzeitig immer wieder einmal Aussetzer, aber auch dies änderte nichts an der Motivation im Publikum. Zwischendurch gab es die obligatorischen Ansprachen/Aufforderungen („How Are You Doing Vienna“, „Circle Pit, Stagedive, Two Step“, „We are happy To Be Here“…), ehe mit Deadringer einer der wenigen Songs vom Vorgängeralbum Laugh Tracks gespielt wurde.

Nach A Serpent’s Touch war langsam aber sicher ein Ende der energiegeladenen Show in Sicht. Doch jeder wusste, dass da noch zwei Nummern fehlen würden. Mit eben diesen beiden Songs, Billy No Mates und Counting Worms, entlockte man dem Wiener Publikum noch einmal die letzten Kraftreserven und ein brav im Chor mitgebelltes „Arf Arf“ beendete einen ereignisreichen Abend.

Flex Cafe 2019
Flex Cafe 2019

Fazit

Knocked Loose haben mit dieser Show auf jeden Fall abgeräumt. Mich persönlich haben sie vielleicht nicht so umgehauen, wie ich es mir aufgrund des Hypes gewünscht/erwartet hätte, aber es hat schon gepasst. Dennoch ist eine ausverkaufte Hardcore Show immer etwas tolles und es war schön die Energie zu spüren und die Leute abgehen zu sehen. Erwähnenswert auch, dass viele junge Leute anwesend waren. Somit braucht man sich über den Nachwuchs auch nicht allzu viele Sorgen machen.

Hier noch das angesprochene Video:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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