Der letzte Raum ist der zweite Longplayer der Dortmunder Knüppelbrigade Lifetaker. Die 15 Songs werden hierbei wahlweise auf Vinyl gepresst, als Tape bespielt und auch digital feilgeboten. Bei der Aufmachung der Platte wird sich nach eigener Einschätzung definitiv eine physische Anschaffung lohnen: Das Artwork der Platte stammt etwa aus dem Pinsel von Veronika Polonskays , einer jungen Künsterlin aus Moskau. Mir gefällt das ursprünglich in Öl gehaltene Gemälde ausgesprochen gut, wurde zudem schön in das gesamte Design eingefügt. Auch die Auswahl der Schriftart sieht sehr passend und stimmig aus und das Clearvinyl rundet den optischen Eindruck wunderbar ab. Volle Punktzahl für die Gesamtaufmachung, werte Lifetakers.

Lifetaker Band
Lifetaker (Band)

So, wenden wir uns mal der Schönheiten und Oberflächlichkeiten ab und der nicht ganz unwesentlichen Musik zu. Lifetaker machen Grindcore, was bereits beim Opener Bunkerjugend vom ersten Takt an offensichtlich wird. Kein Intro zum Einstieg, kein Sample oder irgendetwas vergleichbares. Stattdessen gibts erstmal eins auf die Fresse. Klingt recht harsch, isses auch. So oder so: Auf Der letzte Raum wird einmal etwas mehr das Schwedenbrett geschwungen, mal ist es eher Hardcorelastig – die krassen Blastbeats sind wiederum stetiger Begleiter der 15 Songs. Was die Band und damit auch das Album zusätzlich sehr hörenswert macht, ist eine gehörige Portion Rock´n´Roll. Die Platte hat einfach, und das trotz dem omnipräsenten Geknüppel, einen ordentlich rollenden Groove, der für etwas Abwechlung sorgt. Genauso wie Kadaverstille und Tempelfaust eine latente Black-Metal-Seite in sich tragen. Die Vocals sind hierbei mal grunzend, mal keifend – größtenteils jedoch zweistimmig.

Und was soll ich zu den Texten sagen, außer: Nehmt euch das Booklet in Hand, leset und erfreuet Euch. Lifetaker nehmen keinerlei Blatt vor den Mund, kritisieren und resümieren auf eine teilweise poetisch anmutende Art und Weise. Also. Eher so die dunkle Seite und misantrophe Sparte der Poesie. Dementsprechend wurden auch die Songs getauft. Meine aktuelle (Namens-)Top-Five (von 15) sind etwa:  Bunkerjugend, Patrizidprotokoll, Alpha Antichrist, Gottgeburt und Tempelfaust. Das schöne an den Texten und den spaßigen Songnamen ist, dass man immer etwas neues darin entdeckt. Ich maße mir gar nicht an, bisher alles in Gänze verstanden zu haben, was der Ruhrpott-Vierer da so alles getextet hat. Aber ich die Herren haben mich zumindest inspiriert, es weiter zu versuchen.

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Der letzte Raum ist das nächste Highlight des Jahres 2022 im Knüppelsektor. Checkt die Band unbedingt aus, wenn ihr auf Grind, Death, Black, Crust und ähnlich hartes Zeug steht und erfreuet Euch an den räudigen wie realitätsnahen Lyrics von Lifetaker. Und natürlich an der einerseits schlichten wie künsterlichen Aufmachung der Platte. Großes Blastbeat-Tennis, werte Lifetakers!

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