Mit Jenseits der Brandmauer veröffentlicht Monchi, der im bürgerlichen Leben auf den Namen Jan Gorkow hört, sein neues Buch. Nach Niemals satt, welches vor 2 Jahren erschien, ist es schon seine zweite Publikation als Autor. Auf der musikalischen Seite hat der 38-jährige Frontmann von Feine Sahne Fischfilet schon deutlich mehr auf der Habenseite, denn die Band brachte bislang allein 7 Studioalben heraus.

Nachdem im ersten Buch Monchis Verhältnis zum Essen sowie verschiedenen Rauschmitteln behandelt wurde, wird es bei Jenseits der Brandmauer politischer. Die Kernfrage des Buches lautet:
Wie ist es, in einem Ort wie Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern zu leben, in dem über die Hälfte der Wähler für die AfD gestimmt haben?
Vor allem für einen Menschen wie Monchi, der keinen Hehl aus seiner linksgerichteten Überzeugung macht.

Die Frage wird direkt im Vorwort postuliert und zieht sich wie ein roter Faden beim Lesen hindurch. Das Buch nimmt die Leser dabei mit auf entscheidende Lebensabschnitte und Ereignisse des Autors wie etwa das Wiederkommen nach Jarmen. Aus diesem Ort war Monchi nach Jahren des Aufwachsens und Älterwerdens gen Rostock entflohen, bis er sich vor einiger Zeit entschloss, wieder zurückzuziehen. Allerdings nicht ohne Gegenwind. Er schreibt von Beschimpfungen und Morddrohungen gegen ihn und seine Familie in der Zeit vor dem Umzug. Genau diese Einblicke in das Leben abseits des Rampenlichtes machen Jenseits der Brandmauer lesenswert. In einem lockeren Schreibstil wird schnell klar, dass Monchi in der mecklenburgischen Provinz im Zwischenmenschlichen und Politischen oft auf völlige Gegensätze trifft. Aber er stellt sich diesen und versucht, Gründe dafür zu finden. Er erzählt von Gesprächen in der Dorfkneipe, von Begegnungen mit Andersdenkenden sowie vom täglichen Umgang miteinander in einem Gebiet, was für viele Westdeutsche noch Dunkeldeutschland ist.
Summa summarum ist Jenseits der Brandmauer ein spannender Einblick in Form eines Tatsachenberichtes, der in den letzten Kapiteln sogar einige Hypothesen zur Beantwortung der Kernfrage liefert. Eine davon ist der Dialog mit Menschen, die sich vom rechten Rand der AfD einfangen lassen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist ein solches Vorgehen zudem brandaktuell.
















