Nachbericht zum With Full Force 2017

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Nuclear Blast

Das erste With Full Force in Ferropolis ist Geschichte und was nehmen wir als Fans, Gäste und Enthusiasten mit, was nimmt die Force-Crew mit und was können (sollten) wir uns noch gegenseitig geben? Ich möchte gar nicht nur auf meine Reise, sondern auf das Ganze recht faktisch eingehen, weil ich mit vielen Menschen gesprochen habe, was ihre Meinung ist und man muss, so denke ich, manche Dinge auch filtern können.

Übrigens eine Galerie mit über 100 Bildern findet ihr am Ende des Beitrags.

Das With Full Force 2017

So zum Beispiel, dass bei einem wirklich überwältigendem Angebot an Speisen und Getränken, man nicht wirklich noch unbedingt einen Langosstand braucht. Soll heißen, auf einer Liste der wichtigen Sachen, darf das ruhig ganz klein und ganz weit hinten stehen. Und damit keine Missverständnisse aufkommen, ich fahre schon seit 2003 zum With Full Force und kann durchaus einige Dinge vergleichen. Es soll eine Hilfe für den Veranstalter und die Besucher sein und kein Rumgeheule oder Gemecker. Vielleicht als kurze Zusatzinfo, ich habe auf dem Yellowcamp fast ganz hinten gecampt.

Aber jetzt mal zurück zu der Sache an sich. Anfahrt und Abwicklung waren problemlos. Ruckzuck eingewiesen und zum Eingang geleitet. Da hat man sich aber schon so gedacht, als die erste Freude einen riesigen Bagger am Horizont zu sehen abgeklungen ist, wie gut ist das, dass das Campinggelände durch eine Bundesstraße getrennt ist? Wenn hier mal ein Rückstau entsteht, auf einer solch großen Straße, wie sicher ist das? Ist ja nun nicht so, dass so mancher Besucher dort nicht schon angetüdelt ankommt. In Roitzschjora war das etwas anderes, weil man mehr oder minder auf einem Feldweg, der so quasi auch als Puffer diente, gewartet hat, bis es weiter geht. In manchen Jahren auch mal auf der Landstraße, die aber nicht so wie dort zum „schneller fahren“ einlud.

Ferropolis, eine sehenswerte Location!

Die Securities berichteten auch vom Chaos am Morgen, weil so viele schon viel zu früh anreisten und man nicht wusste, wie man das nun regeln sollte. Eventuell muss man eine Pufferfläche einrichten, über die man, wenn nichts los ist, einfach so drüber fährt zum Eingang und wenn man viel Anreise hat, dass ähnlich wie am Airport regelt und die Durchfahrt sperrt und sich so der „Puffer“ füllt und dann natürlich, dass getrennt sein des Geländes durch die Straße. Vielleicht sollte man sich dort überlegen auch eine Brücke zu installieren, wie es auf dem Weg, wo der Shuttle immer fuhr, auch getan wurde. Da hängt rechtlich vermutlich auch sehr viel hinter…

Kontrollen waren sehr geschmeidig und freundlich. Top wie immer. Und wenn ich sehe, dass jedes Jahr Leute meckern, weil z.B. ihr schokoladiger Brotaufstrich im Glasbehältnis weggeschmissen wird, dann kann ich nur sagen, dass ihr selber schuld seid. Das Glas auf dem Gelände nichts zu suchen hat ist richtig und wichtig! Von kaputten Reifen, über Scherben in diversen Gliedmaßen bis hin zu wirklich schlimmen Schnittverletzungen habe ich schon alles gesehen -trotz Glasverbot! Und mag mir gar nicht ausmalen, wie hoch die Zahl wäre, wenn es das Verbot nicht gäbe. Deshalb richtig und an die Besucher, haltet euch bitte daran! Nicht lustig seinen Kumpel halb verblutend zu den Sanis zu schleppen.

Dann kam das nächste Problem. Gefühlt konnte man einfach überall campen, weil man keine abgesperrten Bereiche fand. Ach doch, die waren unter dem 1 Meter hohem Gras eingearbeitet. Also diesbezüglich ganz klare Sache: mäht den Acker vorher! Weder die Bereiche konnte man richtig sehen, noch alle Pflöcke, noch war es einfach das Zelt aufzustellen auf dem Gras, um es dann über die Tage auf den Boden runter zu wohnen, wo dann wirklich große Löcher warteten.

Toiletten waren eigentlich ausreichend vorhanden und die Reinigung hat auch gut geklappt, abgesehen von einem Tag. Nicht weiter schlimm – passiert halt. Das bei Stoßzeiten für gewöhnlich nie genug da sind ist auch klar, dafür stehen sie dann, wenn es auf dem Festivalgelände richtig los geht leer. So what?! Kosten halt auch ein Taler.

Der Auftritt der Die Kassierer.

Die Duschen waren top. Ja, es waren keine Einzelzellen, es fehlten auch Haken oder Ablagen, aber auch hier kann ich nur sagen, wir sind auf einem Festival und allein die Tatsache, dass es (soweit mir bekannt und ich war manche Tage zwei mal duschen) immer warmes Wasser gab, kann ich nur sagen „Hut ab“. Das habe ich ganz oft schon ganz anders erlebt. Auch das die „ordentlichen“ Toiletten zum Teil mal kurz ausgefallen sind passiert. Wer daran allerdings die Schuld trägt, wenn ich gesehen habe, wie einige Probanten diese hinterlassen haben, wage ich nicht zu beurteilen. Vielleicht müssen sich da einige mal selbst reflektieren. Die zusätzliche Wasserstelle daneben war auch super. Alles zentral an einer Stelle zu positionieren war eine gute Idee und von unserem Campingplatz war auch alles gut zu erreichen.

Wie es auf anderen Plätzen war, kann ich nicht beurteilen. Aber ich glaube, wenn man manchmal so die Stimmung eingefangen hat und was teilweise so geredet wurde, dann möchte ich mal mit auf den Weg geben: Leute, wir sind auf dem Festival, um mal aus dem „normalen Leben“ raus zu kommen, zu feiern, abzuhängen, einen trinken, das Leben zu genießen und dann tut man sich vielleicht keinen Gefallen damit, wenn man rumnörgelt, dass nicht an jedem Weg gleich eine Dusche steht, ein eigenes Klosett und am besten noch eine Bardame. Wenn man Bock hat zu duschen, dann steckt man sich ein Pils ein und geht da eben hin und wer kein Bock hat, bleibt eben sitzen – ganz einfach.

Ich glaube, das Thema, welches die Leute mit am meisten beschäftigt hat war die Strecke vom Campinggelände bis zum Festivalgelände. Grundsätzlich standen ja Shuttlebusse für einen einmaligen Preis von 5 Euro für das Wochenende zur Verfügung. Klasse Idee, weil wer kein Bock auf Shuttle hat oder es nicht braucht, bezahlt es nicht mit. Vom Bluecamping war es ja ein normaler Weg bis zur ersten Bühne. Anders wird es da schon vom Orangecamping.

Der Shuttleservice

Des Weiteren fehlte eine ausreichende Beschilderung, wer denn nun von wo mitfahren darf, ob VIP oder nicht. Mal ganz davon abgesehen würde ich da keinen Unterschied machen und einfach alle von überall mitfahren lassen. Macht es für Security und die Besucher wesentlich einfacher und geselliger (ich hatte zwar ein VIP-Bändchen, aber mir war das egal, letztendlich auch, weil meine Leute mit denen ich da war nun mal nicht überall mit zusteigen konnten). Die meiste Zeit sind wir aber gelaufen, weil der Weg  von der Aussicht her schön und befestigt war.

Das Festivalgelände ist nur mit „Wahnsinn“ zu beschreiben. Alles da, was das Festivalgängerherz höherschlagen lässt, oder sogar noch mehr. Super Essensangebote, feste Toiletten, viele Getränkestände, viele Sitzmöglichkeiten, viele Chillmöglichkeiten, vier Bühnen, wo jede ihren ganz eigenen Flair hatte, die ganze Umgebung und die Aussicht der Hammer, einen Badestrand, einen stark frequentierten Spielplatz, viele Schattenplätze, Merch ohne Ende, Schließfächer und und und. Wer dort nicht zufrieden war, dem ist nicht mehr zu helfen. Aber wie es wohl immer ist: wo viel Licht ist, ist auch Schatten.

Direkt beim Eingang auf das Festivalgelände sollte man noch mobile Toiletten positionieren. Das entzerrt die ganze Geschichte und es wird den Ausstellern auch nicht gleich so viel neben die Stände gemacht. Enttäuscht war auch nicht nur ich, sondern ganz viele andere Menschen auch, wie die Getränkepreise durch die Decke gegangen sind. Das wird bestimmt seine elementaren Gründe haben, aber wenn der Preis sonst die letzten Jahre immer zwischen 2,60 Euro und 2,80 Euro geschwankt ist, dann ist das schon sehr deftig, dass man plötzlich 3,50 Euro für ein Bier bezahlt und 3€ für Softdrinks und sogar Wasser! Leute, das geht echt gar nicht. Wir wollen uns irgendwie absetzen als Szene usw. und sind jetzt aus irgendeinem nicht vermittelbarem Grund preismäßig beim Nürburgring gelandet… Bei 3€ Euro für ein Bier und 2,50 Euro für ein Softdrink und 2 Euro für ein Wasser hätten alle kein Problem gehabt, aber so… Und dann, ohje, dieses völlig überflüssige Pfandsystem. Was war das denn bitte für eine Aktion?!? Ich schreibe da nur einen Satz zu. Macht bitte einfach Becherpfand 1 Euro, keine Marken und alle sind glücklich.

Tausend Löwen Unter Feinden!

Dann zum Hardbowl und zur Mainstage. Sound Hardbowl war top, vielleicht manchmal etwas zu leise, wodurch der Nachdruck etwas fehlte, aber sonst echt Bombe. Und, ja, der befestigte Boden ist super, weil nix matschig wird, kein Staub in den Atemwegen usw, aber bitte, bitte, bitte packt von vor der Bühne, bis zum Mischpult, Gummimatten hin, weil das ist so beim Tanzen schon um ein vielfaches belastender, wer sich aufs Mett packt, tut sich richtig weh und das hat auch dazu geführt, dass die Menschen viel verhaltener gefeiert haben. Macht den Hardbowl wieder zu einer richtigen Rangelbude, wo man sich wieder beim Tanzen die Schmerzen holt und nicht durch den Fußboden!  Beim Splash mag das so ja gehen, aber nicht bei uns! Wir wollen den Bands auch viel zurückgeben, aber so geht das nicht. Vielleicht wäre es auch nochmal eine Sache, den Hardbowl doch insgesamt auch noch wieder etwas dunkler zu gestalten, um etwas mehr Flair rein zu bringen.

Die Mainstage ist auch eine tolle Location für sich. Aber auch dort fehlten die Matten, ganz klar. Dort einfach bis zum Wellenbrecher und ihr erlebt wieder richtig tobende Mengen. Auch das Pendeln zwischen Hardbowl und Mainstage war ja einfach und ich wage mal zu behaupten, dass viele dadurch auch einfach viel mehr Bands wahrgenommen haben und wahrnehmen konnten, was auch eine schöne Sache ist. Was mir, ich mag mich da auch täuschen, aufgefallen ist, auch im Gespräch mit einigen Menschen, dass der Sound sehr oft , hmm, schlecht will ich nicht sagen, er war schlicht weg oder wahnsinnig verschwommen und nicht präsent. Keine Ahnung ob das am Wind lag, aber am Wellenbrecher fehlte viel und hat dementsprechend auch oft die Stimmung gedrückt. Ich weiß nicht, ist ja nun in dem Sinne keine freie Fläche mehr, wie vorher, wo sich das alles so verflüchtigen kann… Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass man auf der Höhe vom Mischturm links wie rechts auch nochmal Boxentürme aufbaut, um auch dort wieder alle mitzunehmen. Würde sich bei dem Gelände ja anbieten.

Swiss & Die Andern

Die Hammerstage und Big-Wheelstage waren wahre Geheimfavoriten. Super besucht, super Newcomer, alte Hasen, auch mal was weg von der Kommerzschiene, oder einfach auch viele andere Genres, die sonst auf den beiden Großen Bühnen nicht zum Zuge kommen. Großer Respekt, toller Schachzug von dem alle profitieren. Gerne weiter so! Sound war auch spitze und wie gesagt, alle Bühnen bieten ihren eigenen Charme. Toll!

Ein Thema, was wohl auch in Zukunft noch öfter auf Besucher, wie Veranstalter zukommen wird ist das Wetter. Wir hatten ja nun Donnerstag das Glück, dass wir ein paar mal was abbekommen haben, aber das erste Unwetter, als Wolf Down abgebrochen haben, war definitiv nicht schön, aber für alle noch glücklich verlaufen. Ich möchte nicht in der Haut des Veranstalters und der Behörden stecken, wenn es um Abbruch geht. Jetzt das große „Aber“. Der Abbruch bei Wolf Down war viel zu spät und ich vermute, dass wisst ihr jetzt auch und habt deswegen dann auch vorsorglich bei Toxpack abgebrochen. Alles richtig gemacht beim zweiten Mal! Dem gebührt größter Respekt, sich als Veranstalter auf die Bühne zu bewegen und sich diesbezüglich zu äußern mit wütender, trauriger und verzweifelter Stimme und ich glaube wir haben das auch honoriert! Und an die Miesepeter, die das nicht verstehen, die waren wohl 2012 nicht dabei, wenn plötzlich durch Blitzschlag neben einem 50 Menschen umfallen oder Hagel groß wie Tennisbälle auf einen einschlagen. Wir hatten alle richtig Glück, auch die Securities, die mit uns da draußen waren und einfach nur ihren Job machen mussten, den teilweise aufgebrachten Menschen, den teilweise schon verängstigten Menschen und den verwirrten, die nicht mehr wohin wussten, als plötzlich die Taubenei großen Hagelkörner kamen. Ihr Mieseperter seit es, die solche gefährlichen Situationen eskalieren lassen, nicht die Security! Durchatmen, ist alles gut gegangen, alle sich nochmal selbst auf den Prüfstand stellen und nächstes Mal, wenn so etwas passiert, läuft das besser!

Und noch eins, natürlich bemüht sich der Veranstalter, dass er so viele Bands wie möglich nachspielen lässt, aber der Horizont einiger Mitfeiernden scheint dort doch etwas nah zu sein. Wie sollen denn bitte am Folgetag die Bands nachgeholt werden?! Das war nun einmal höhere Gewalt und fertig. Das ist dann halt so. Auf der anderen Seite schön zu sehen für den Veranstalter, dann kann er so viel nicht falsch gemacht haben, mit dem Line-Up.

Nasty

Was definitiv gefehlt hat und da ist sich die WFF-Community glaube ich sehr einig, ist das Partyzelt. Der Mittwochabend an der Hammerstage war cool, aber irgendwie fehlte einfach etwas. Ich glaube, es hätte sehr gut getan, wenn dieses Partyzelt entweder ganz zentral auf dem Yellowcamping, am Übergang zum Bluecamping, oder vom Bluecamping, am Übergang zum Weg/ Festivalgelände, oder vor dem Haupteingang zum Festivalgelände gestanden hätte. Wenn ihr das hin bekommt, wäre einfach nur der Knaller!

Und dieses Greencamp, naja, entweder andere Stelle, oder einfach ganz weg lassen. Dort, wo sich alles tummelt, vorbei muss und die ersten Menschen auf das Bluecamp eingeteilt werden?! Die Probanden für diesen Raum hätten niemals ihre Ruhe gefunden. Oder war die Nachfrage so stark und dann kam doch kaum einer?

Ich weiß, das hört sich einfach nur nach Kritik an und alles war Sch…, aber nein, das war es definitiv nicht! Das Line-Up mit 82 Bands war super. Dazu sei nochmal gesagt, das man glaube ich nicht verstehen muss, warum so viele einen Alarm gemacht haben, wegen dem vierten Headliner oder „wo bleiben überhaupt die Headliner“ und solch leeres Gesülze. Ganz schlimm. Wenn euch da was nicht passt, dann nehmt das für euch hin und zieht eure Konsequenzen daraus, aber hated und spitted doch nicht so auf den sozialen Netzwerken rum. Und die „freie Meinung“ hat da irgendwie wenig mit zu tun, wenn man überall Gift und Galle spuckt und alles schlecht macht. Manchmal konnte man schon das Gefühl haben, dass da Rufmord begangen wird. Viele Festivals würden sich solch ein Line Up und solch ein Gelände wünschen, bei solch moderaten Ticketpreis.

Überall kam man schnell ran und durch und die Securities waren prima. Und wenn sie es mal nicht waren, so what?! Ist halt auch ein deftiger Job und ein Mensch. Was ich teilweise gesehen bzw. gehört habe, wie blöde sie teilweise „angelabert“ wurden, da muss man sich auch mal selbst hinterfragen, oder die Freunde müssen einem dann auch mal sagen, dass das echt Müll war. Arschgeigen gibt es überall, deswegen muss man ja nicht selber eine sein oder werden! Getränke waren super und auch mit Eis erhältlich, das Speiseangebot war spitze, der Shuttle eine super Sache, allerdings beim Sturm und kurz danach, verständlicherweise etwas aus dem Ruder. Die Location der Hammer, bei Regen nicht gleich sämtliche Gelände im Eimer, Top Wasserversorgung, überschaubare Größen der Campingplätze, befestigte Wege zwischen den Plätzen und ganz viele andere Dinge.

Das WFF-Team hat jedes Jahr versucht etwas etwas besser zu machen, sind auf Ideen der Besucher eingegangen, teilweise mit Erfolg, teilweise musste man wieder zurückrudern. Haben gemacht und getan, also lasst uns das Ganze jetzt auch durch Ideen und angebrachter Kritik wieder zu einem top Festival anheben und den Veranstalter unterstützen, sich für die nächsten Jahrzehnte dort einzunisten und nicht einfach nur rummeckern, denn letztendlich steht und fällt ein Festival mit all seinen Menschen!

Freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr!

Cheers, Günni

Galerie zum With Full Force 2017

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