Nag bedeutet auf norwegisch „Groll“ oder aus dem Englischen übersetzt „Nervensäge“. Passenderweise ist dies auch der Nachname der Gebrüder Nag, die am 23. November 2018 ihr zweites Album veröffentlichen werden. Nagged To Death wird dieses heißen. Ob einem am Ende wirklich drei Norweger zu Tode gekeift haben, erfahrt ihr im Folgenden.

Vom ersten Ton an ist klar, hier bekommt man keinen klassischen Hardcore serviert, sondern ein gehacktes Allerlei aus Punk, Crust, Thrash und Black Metal. Präzise, schnell und schmerzlos geht es hier ans Eingemachte. Der Opener Black Wizzard überrascht dabei sogar noch mit einem Chor in schönster Dimmu-Borgir-Manier!

Nag ziehen uns an den Haaren weiter durch die norwegische Musiklandschaft. Schöne Black Metal-Parts folgen auf eingängige Punk-Phasen und die Drums treiben eine wilde Horde Zombies vor sich hervor – mit Euronymous als Anführer, der Jagd auf Varg Vikernes macht. Aber auch Einflüsse der neueren norwegischen Musik-Szene sind immer wieder zu hören. So zum Beispiel beim Song Fatherbrand der teilweise stark an Kvelertak erinnert.

Der Mix aus den verschiedenen Stilen macht ungeheuer Spaß, da man als Hörer nie den folgenden Song voraus ahnen kann und dadurch ein geniales Hörerlebnis entsteht. Deutlich wird dies auch beim Song In The Know. Dieser ist ein schneller, punkiger Song, während die Tracks davor und danach wieder andere Einflüsse zeigen. Der dadurch entstehende Reichtum an Abwechslungen lässt zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. No Rest For The Blessed zeigt hier wunderbar sämtliche Facetten des Könnens der Norweger. Irgendwo zwischen Turnstile, Motörhead und Mayhem. So etwas habe ich noch nie gehört. Auch das Gekeife des Frontmanns passt perfekt zum Gesamtkonzept. Hin und wieder gibt es auch Clean-Parts, die jedoch eher Chor-artig gestaltet sind, wodurch dem Album etwas mystisches zu Gute kommt. Und immer wieder dieser geniale Wechsel zwischen krankhaften Black Metal-Parts und düsteren, aber melodischen Punk-Parts.

Ich merke, dass ich mich wiederhole, aber ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Der letzte Song trägt den Titel Who Will Save Us From Rock n´Roll?. Und ja verdammt, wer rettet uns vom Schema F und gibt uns mehr Bands, die keinen Bock auf bewährten Mist haben?

Fazit:

Geht doch! Nag zeigen auf Nagged To Death wie man verschiedene Genres zu einem genialen Gesamtkonzept zusammenfassen kann. Mit erhobenen Mittelfinger ziehen die Norweger in den Kampf und treten der Popmusik, etc. gewaltig in den Arsch. Oder um es klischeehafter auszudrücken: mit ihrer musikalischen Streitaxt ziehen Nag durch den Wald und hacken alles nieder, was ihnen in den Weg kommt. Genial!

Nagged To Death erscheint am 23. November 2018 über Fysisk Format.

Anspieltipp: No Rest For The Blessed

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