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The Casualties werden am 26. Oktober 2018 ihr neues Album Written In Blood veröffentlichen. Written In Blood ist nicht nur das erste The Casualties Album seit über zwei Jahren, es ist auch das aller erste Release mit dem neuen Sänger David Rodriguez, der letztes Jahr Gründungsmitglied Jorge Herrera abgelöst hat, nachdem Jorge die Band verlassen hatte (wir berichteten).

Wir hatten die Möglichkeit mit The Casualties Schlagzeuger Meggers ein Interview über die gewissermaßen neue Ära der Streetpunk-Band zu führen.

English Version

The Casualties Schlagzeuger Meggers im Interview

Meggers (The Casualties)

Es ist super, endlich einen Sänger zu haben, der auch wirklich Lust auf die Band hat.

AFL: „Written In Blood” klingt für mich in gewisser Weise wie zurück in die „Under Attack”-Ära und ihr habt auch die neuen Songs in den Blasting Room Studios aufgenommen. Was war euer Gedanke dahinter, dorthin zurückzugehen und mit Bill Stevenson und Jason Livermore aufzunehmen?

Meggers: Schön, dass du das sagst, „Under Attack“ ist mein liebstes Album, das wir je aufgenommen haben. Wir wissen, wenn wir mit Bill und Jason zusammenarbeiten, dann holen sie das Beste aus uns raus. Sie haben uns hart arbeiten lassen, aber das trägt am Ende dann auch Früchte. Jetzt, mit einem neuen Frontmann in der Band, wollten wir natürlich möglichst gut klingen und auch textlich überzeugen. Deshalb waren für uns Blasting Room Studios sofort erste Wahl. Es erforderte eine Menge Planung und viel gutes Zureden, um etwas Preisnachlass zu bekommen, aber das haben wir alles hinbekommen und jetzt bin wirklich heiß darauf, dass Written In Blood veröffentlicht wird.

AFL: Weswegen habt ihr euch entschieden „Written In Blood” auf Cleopatra Records und nicht nochmal auf Season Of Mist rauszubringen?

Meggers:  Wir haben zwei Alben mit Season Of Mist gemacht und wie es auf jedem Label so ist, gibt es dort sowohl gute als auch schlechte Aspekte. Es war einfach an der Zeit irgendwo anders hinzugehen. Cleopatra trat an uns heran und wir fühlten uns bei ihnen gut aufgenommen. Einer von Cleopatra ist ein alter New York Punk- und Hardcore-Typ – er versteht die Band und weiß was wir wollen. Und hast du mal den Katalog von denen angesehen? Haha – das ist der Wahnsinn! Es geht von G.B.H. bis David Hasselhoff. Ich liebe diese Bandbreite!

AFL: “Written In Blood” ist das erste Album ohne Jorge als Sänger. Wenn ich „Written In Blood“ höre, dann denke ich, dass es doch eine gute Mischung aus The Casualties und Krum Bums, die Zweitband vom neuen Sänger David, ist. Wie erfrischend war es mit David als Bandmitglied an einem neuen Album  zusammenzuarbeiten? Was hat sich mit dem Ausstieg von Jorge verändert?

The Casualties (Pressebild)

Meggers: Es ist komisch zu sagen, dass wir mit David „arbeiten“. Das ist nicht das richtige Wort. Er ist schon so lange unser Freund – es schien einfach nach einer natürlichen Fügung.

Es ist super, endlich einen Sänger zu haben, der auch wirklich Lust hat. Er kümmert sich um seine Texte und um seine Performance. Das ist etwas, was wir bedauerlicherweise seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Das ist ein Hauptaspekt, der sich geändert hat –  jemanden zu haben, der Bock hat. Er wusste, dass er in große Fußstapfen treten wird, aber das tat er sehr gewissenhaft und hat Spaß daran.

Die Band hat jetzt auch wieder mehr Spaß und das zeigt sich auch auf der Bühne. Auf unserer letzten Tour mit David kamen Leute an, die uns über die Jahre hinweg verfolgt hatten und meinten: „Es war so als hätte ich euch wieder zum ersten Mal gesehen. Die alte Energie ist zurück!“ Und das war genau das, was wir mit The Casualties gebraucht haben.

Meinungen sind wie Arschlöcher. Jeder hat eins.

AFL: Habt ihr noch Kontakt zu Jorge? Wie ist er drauf und was macht er jetzt, nachdem er die Band verlassen hat?

Megegrs: Nein. Ich habe nichts mehr von ihm gehört seitdem wir unsere letzte gemeinsame Show in New Jersey gespielt haben.

AFL: Ich persönlich finde, dass David als neuer Sänger super passt! Aber ich habe immer mal wieder Leute sagen hören, dass The Casualties sich nach Jorges Ausstieg hätten besser auflösen sollen. Was denkst du, wenn du solche Aussagen hörst?

Meggers: Ich sage dazu, was mein Dad immer zu sagen pflegte: „Meinungen sind wie Arschlöcher. Jeder hat eins.“ Die Leute verstehen nicht, dass es Jake (Gitarre), Rick (Bass) und ich waren, die so lange ALLES gemacht haben. Wir haben die Songs geschrieben, den Van gefahren, das Zeug verladen – wir haben alles gemacht was eine tourende Band so zu erledigen hat. Sollen wir das alles aufgeben wofür wir über 20 Jahre lang gearbeitet haben, nur weil einer keine Lust mehr darauf hat?

Wenn ich die Band verlassen müsste oder mir mein Gefühl sagen würde, dass ich The Casualties verlassen müsse, dann würde ich dem Rest weiterhin nur das Beste wünschen und nicht erwarten, dass sie jetzt alles sein lassen. The Casualties sind viel mehr als irgendein Mitglied.

Es haben ja auch einige Bands weitergemacht und sich nicht gleich aufgelöst nachdem sie ihren Sänger gewechselt haben. Von Van Halen bis Discharge, von Iron Maiden bis Dropkick Murphys. Wir lieben diese Band und haben ihr unser Leben gewidmet. Wir machen weiter bis wir tot umfallen. Das könnte vielleicht schon bald sein.

AFL: Lieder wie “All Out War”, “Smash” und besonders “Borders” zeigen einen kritischen und angepissten Blick auf das Leben in den USA unter Donald Trump. Was hat sich für euch geändert seitdem er Präsident ist und welchen Einfluss übt es auf eure Musik aus?

Meggers: Unser Präsident ist ein Arschloch und eine Peinlichkeit. Wir sehen und hören seine Aktionen tagtäglich. Und wenn du von seinen Worten und Taten nicht angewidert bist, dann bist du einfach unachtsam. Dieser Machtmissbrauch von Staat und der Polizei ist in den Staaten leider weit verbreitet und das beeinflusst unsere Songs sehr. Meine Frau und ich stecken selbst in der Immigrationsproblematik. Es ist nicht einfach!

The Casualties – Written In Blood ::: Review (2018)

AFL: Denkst du, dass es in der Punk-Szene in puncto aggressive und politische Musik einige Parallelen zwischen der Reagan-Ära in den 80ern und heute zu Trump gibt?

Meggers: Natürlich! Und wir machen weiter, um eben diese Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen. So lange es da eine autoritäre Figur gibt, die ihre Macht und ihren Einfluss nutzt, um die Oberschicht zu begünstigen, so lange wird es immer aggressive und regierungsfeindliche Musik geben.

AFL: Wann kommt ihr eigentlich mal wieder für eine längere Tour nach Europa? Es ist ja schon eine Weile her!

Meggers: Wir kommen Anfang 2019 zurück. Januar/Februar gibt es eine lange Wintertour. Wir können es kaum erwarten!

AFL: Apropos touren – Was ist euer Geheimnis mit dem Kater am nächsten Tag klarzukommen?

Meggers: Wasser! Ich bin so ein Freak, der gern mal vier Liter am Tag trinkt. Immer etwas essen und noch etwas Wasser exen bevor man einschläft.

The Casualties Gitarrist Jake Kolatis auf dem Endless Summer 2016 (Photo by Michelle Olaya)

AFL: Ich verbinde The Casualties oft auch mit Spikes und Iros – und das ist auch verdammt cool! 😉 Aber was sagt euer Haar dazu? Ich meine, du bist schon der erste unfreiwillige Skinhead in der Band. Wer ist der nächste?

Meggers: Ich liebe es dieses Image zu haben und immer haben zu werden. Es ist ein wichtiger Teil, aber wenn die Zeit kommt, dann ist es so. Ich wollte nicht der Typ mit dem flattrig-ausgedünnten Iro sein, der an den letzten Fetzen klammert. Ich mag es einen rasierten Kopf zu haben und meine Frau auch. ABER ich bin froh, dass es nur mir so ergeht. Bei den Anderen sieht alles noch gut aus und die Irokesen stehen immer noch wie früher.

Meggers von The Casualties 2016 im Interview

AFL: Dieses Jahr wurden bereits so viele großartigen Alben veröffentlicht. Was ist dein bisheriger Favorit, der 2018 erschienen ist

Meggers: Ich würde spontan „Corrupted Youth” sagen. Eine killer Band aus der Gegend um Los Angeles. Checkt die Band mal aus und holt euch deren LP, die macht wirklich gut los.

AFL: Jetzt kommen ein paar Schlagwörter. Woran denkst du dabei als erstes?

  • Stattbahnhof Schweinfurt: Was zum Henker ist das?
  • Straight Edge: Mehr Kraft für dich selbst. Du bist stärker als ich jemals werden könnte.
  • Sport: Damit bin ich aufgewachsen.
  • Bier: Immer her damit!
  • Vegan: Marc Robert Eggers (Meggers bürgerlicher Name) achtet Tiere. Liebe sie, iss‘ sie nicht!

AFL: Vielen Dank für das Interview! Gibt es noch ein paar letzte Worte oder hast du etwas hinzuzufügen?

Meggers: Danke für das Interview und ich kann es kaum abwarten bis ihr in das Album reinhören könnt. Vielen Dank an jede/n, der oder die diese Band über Jahre hinweg unterstützt hat. Ohne euch alle ist diese Band nichts. Wir sehen uns bald, wenn wir wieder unterwegs sind. Cheers!

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