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Insanity

„Zum Glück für alle kann das Album niemand rezensieren“. Tja, da hat sich Vandalismus sich wohl getäuscht. Man muss natürlich zuerst einmal Parallelen zu seinen früheren Alben ziehen. Denn ja, hinter Vandalismus verbirgt sich kein neuer Rapper aus dem Audiolith-Camp, sondern Disko/Destroy Degenhardt meldet sich hier mit seinem zweiten Album für Audiolith zurück.

Und immer noch stechen die Tugenden hervor, die bereits seine letzten (oder besser alle) Releases prägten: zunächst fröhliches Sampleraten, danach harter Rap mit kontroversen An- und Aussagen. Die Verbindung von Punk und Rap ist weniger musikalisch zu finden, sondern eher von der Attitüde her. Für die Beats ist dieses Mal vor allem Polybius² verantwortlich, ein bisher eher unbekannter Producer, der ursprünglich aus dem Metal kommt. Weitere Produzenten sind Silkersoft, simelli oder Jay Baez. Einziger Featuregast ist grim104 von Zugezogen Maskulin. Die Beats sind überwiegend düster und kalt gehalten.

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CoreTex

Die Themen sind auch ähnlich wie die vorigen. Irgendwo scheitert Vandalismus an der Welt, Sammelleidenschaft und starke Worte, irgendwie dagegen sein und doch dazu gehören wollen, oder auch nicht… Irgendwie dagegen, aber keine Ahnung wofür. Aber Vandalismus kann auch anders: Mit She-Hulk hat er eine nette Hommage an die Nerd-Kultur verfasst, die ein bisschen an Prinz Pis Rache der Nerds erinnert.

Dazu zahlreiche Anspielungen auf die Popkultur, insbesondere diesmal auch an Stranger Things, die Serie stand auch Pate für den Titel des Albums. Dazwischen Punchlines, die ins Mark treffen. Meine Lieblingszeile sind eigentlich nur zwei Worte, die treffen: „Torch Steinar“ (Uzi Walker Daniel). Weitere Bonmots gefällig? „Ich will progressiv und Punk sein, den Hardcore braucht keine Dealer“ (Traumzauberbaum), „Ich kenne jedes Slime-Zitat, sample Störkraft, weil es wichtig ist, dass du dir meiner Schubladenverkörperung nicht sicher bist“ (Alle hassen R’n’B), „Ich hab den Punkrock nie verloren, ich hab ihn wieder neu geboren“ (Ich bin der Einzige, der vom Kippenholen wiederkommt). „Jetzt hat die JUICE sogar gerafft, ihr macht nur Kühlschrankpoesie“ (Du liest die falschen Bücher).

Okay, reicht… Auf dem Album mit 10 Tracks gibt es so viel zu entdecken, macht euch selbst auf die Suche. Nach der Tracklist  bekommt ihr ein paar Videos, dann fangt an zu graben…

1. Uzi Walker Daniel 03:50
2. Du liest die falschen Bücher 04:00
3. Boss der neuen Welt 03:41
4. Ich bin der Einzige der vom Kippenholen wiederkommt 03:02
5. Steve Buscemi 02:48
6. She-Hulk 03:27
7. Traumzauberbaum (feat. grim104) 04:05
8. Moshpit 03:07
9. Alle hassen R’n’B 03:10
10. Ich kann vom Fenster aus dein ganzes Leben verachten 03:43

 

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Demons Run Amok
 
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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu Away from Life.

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