VSK - Auf Allen Wegen (2020)
VSK - Auf Allen Wegen (2020)

Man könnte ja meinen, eine Band, die Probleme mit ihrem Bandnamen hat, würde beim zweiten Mal was lernen. Versaute Stiefkinder war damals ein Bandname, der irgendwie dem harten Politpunk der von 1994 bis 1998 aktiven Deutschpunkband nicht gerecht wurde. Da denkt man eher an Funpunk der Marke Abstürzende Brieftauben oder noch schlimmer, die Angefahrenen Schulkinder. Nun, Versaute Stiefkinder sind zurück, nennen sich nun aber VSK. Diese Abkürzung steht aber nun mal auch für das Verbale Style Kollektiv, die Hip-Hop-Heads unter uns werden die nette Oldschool-Kapelle wahrscheinlich auch als KIZ kennen, aber egal – noch mal von vorne:

Versaute Stiefkinder sind zurück! Also, nicht ganz. Tatsächlich handelt es sich um Teile der alten Besetzung, die von Martin K. und Nils von Rasta Knast (Gitarre bzw. Schlagzeug) und Julian (von Gloomster) am Gesang unterstützt werden. Ursprünglich sollte Steff von Alarmsignal den Gesang übernehmen, dieser stieg jedoch 2018 aus dem Projekt aus. Das Album besteht aus 16 Tracks, die LP kommt im 350g-Cover, die CD dafür im vierseitigen Digipak.

VSK

Kommen wir zur Musik: es handelt sich vornehmlich um alte, neu eingespielte Tracks, die von den beiden Alben Die Demokratie muss gelegentlich in Blut gebadet werden (1996) und Die Zeichen steh’n auf Krieg (1998) stammen. Dabei handelt es sich um die  Klassiker Söldner, Willkommen, Die Demokratie muss gelegentlich in Blut gebadet werden, Widerstand, Das Lager, Skinhead, Alte Kameraden, Wenn keiner regiert, Schlag zurück, Krieg in den Städten und Ihr seid Dreck. Wer mitgezählt hat: es bleiben damit genau fünf Tracks über: das Titelstück Auf allen Wegen, Wir, Der Wind hat sich gedreht, Anker und Entmachtet.

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Musikalisch sind die neu eingespielten Nummern gut gelungen. Im Vergleich zu den alten Versionen wurde noch mal gut drauf gelegt. Auch die Stimme von Julian passt perfekt zur Band. Die Texte, hochpolitisch, sind immer noch aktuell und es ist krass zu sehen, das Texte wie Schlag zurück, Krieg in den Städten, aber auch Skinhead, das schon damals die Grauzone thematisierte, heute noch nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben. Musikalisch damals wie heute kein klassischer Deutschpunk, sondern eher hardvore-Punk mit deutschen texten, wie ihn Rawside oder Toxoplasma früher geknüppelt haben.

Die neuen Songs knallen ebenfalls rein. Auf allen Wegen ballert gut rein und gibt die Marschrichtung vor, die dann konsequent weiterverfolgt wird. Wir mit Textstellen wie Euer „Wir“ schließt aus/Eurer „Wir“ schiebt ab, bringt Leid/Euer „Wir“ heißt Menschenhass/Euer „Wir“ ist nicht meins hätte auch gut auf die beiden Klassikeralben gepasst. Anker ist dann stärker melodiös, erinnert ein bisschen an Slime zur Schweineherbst-Zeit, nur die Stimme ist brutaler. Der Wind hat sich gedreht passt ebenfalls zum Rest der Songs. Mit seinem Aufruf zum „Krieg den Palästen“ wird erfolgreich id ePorotestkultur aufgegriffen. Entmachtet ist eine Hardcore-Granate, die ebenfalls gut gelungen ist.

Fazit: Ein starkes Album, allerdings hätte ich mir doch mehr neue Lieder gewünscht. Bin gespannt, wo die Reise der Band noch hingeht.

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Tracklist

1. Auf allen Wegen
2. Söldner
3. Schlag zurück
4. Wir
5. Die Demokratie muss gelegentlich in Blut gebadet
werden
6. Wenn keiner regiert
7. Skinhead
8. Der Wind hat sich gedreht
9. Widerstand
10. Krieg in den Städten
11. Anker
12. Ihr seid Dreck
13. Willkommen
14. Entmachtet
15. Das Lager

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– Playlist: Happy Release Day
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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.
vsk-auf-allen-wegen-review-2020Sehr gelungenes Album, es hätten jedoch ein paar mehr neue Songs sein dürfen.

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