Die Abbschiedstour von Bane ging gerade zu Ende. Wolf Down begleitete dort Bane auf einigen Shows. Wir konnten am 11. Dezember nach der Show in Göttingen ein paar Fragen an Wolf Down Sänger Dave und Gitarrist Thomas stellen. Im Interview verraten die beiden mehr über das neue Wolf Down Album „Incite & Conspire“ und die im Februar 2016 anstehende Tour mit Stick To Your Guns.

WOLF DOWN veröffentlichen 2016 neues Album

Unsere neue Platte ist aufgenommen, ist im Presswerk und kommt über End Hits Records raus.

Wolf Down are one of the headliner of the Northcote Festival. Photo by xmdmxhcx photos.
Photo by xmdmxhcx photos.

AFL: Hey Dave! Hey Thomas! Die Tour mit Bane neigt sich langsam dem Ende. Wie war die Tour bisher und gab es irgendwelche besonderen Höhepunkte?

Dave: Für uns war die Tour ja ein wenig gesplittet. Auf der gesamten Bane Abschlusstour gibt es ja mehrere Supports. Wir haben den ersten Rutsch der Tour mit Bane und Code Orange gespielt. Dort war jede Show ausverkauft und hat richtig Bock gemacht! Mein persönliches Highlight war die Show in Wiesbaden, die war wirklich richtig geil!

AFL: Dave, du hast es ja vorhin auf der Bühne schon einmal kurz angesprochen…ohne Bands wie Bane wärst du nicht in die Hardcore-Szene gekommen. Hörst du die Band auch heute noch oft privat?

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Dave: Früher hab ich sehr viel Bane gehört. Heute nicht mehr ganz so viel. Aber damals bin ich durch Bands wie Bane in die Szene gekommen. Bane waren damals schon relativ viel unterwegs und oft in Europa, da konnte ich sie das ein oder andere Mal live sehen.

AFL: Was hört ihr denn heute so für Sachen?

Thomas: Ich hör allgemein relativ wenig Hardcore. Vielleicht einfach, weil ich relativ satt bin, weil sich im Hardcore oft alles gleich anhört. Ich finde, es gibt recht wenig neue Sachen die anders klingeln als das, was schon vorher einmal da war. Deswegen finde ich persönlich Code Orange so super! Die machen so „outside“ der Box ihr eigenes Ding!

Dave: Puh, schwierig! Das kann ich so nicht beantworten, weil ich so viel Musik und so viele verschiedene Bands höre. Ich persönlich stehe total auf Musik, die etwas Eigenes hat. Also auch Code Orange, zum Beispiel. Oder die alten Sachen von Twitching Tongues fand ich total geil! Die Richtung, die sie heute einschlagen, gefällt mir wiederum weniger. Ich hör aber nicht nur Hardcore.

Thomas: Was denn noch? Taylor Swift?

Dave: Haha, nein!

AFL: Hört ihr auch ein paar Punk-Rock Sachen?

Thomas: Für Dave ist Hardcore sein Leben. Bei dem Rest von Wolf Down ist es so, dass wir alle einen Deutschpunk-Hintergrund haben. Wir sind mit Deutschpunk groß geworden. Wir waren auf Slime Konzerten und haben auch in unterschiedlichen Deutschpunk Bands gespielt. Das hat sich dann über die Jahre so in Richtung Hardcore entwickelt.

Dave: Ich bin damals über Bands, wie beispielsweise System Of A Down oder Slipknot ein bisschen in diese Musikschiene reingekommen. Das ging dann zunächst in eine Metalcore und Beatdown Phase über. Ich bin eigentlich relativ spät in die ganze Punk-Geschichte reingekommen. Irgendwann vermischte sich dann alles und jetzt steht man da, wo man heute steht.

Neues Wolf Down Album „Incite & Conspire“

AFL: Vor ein paar Tagen habt ihr auf eure Facebook-Seite ein neues Album angekündigt. Wie viel wollt und könnt ihr dazu schon verraten?

Thomas: So viel wie nötig und so wenig wie möglich, haha!

Dave: Die Platte ist aufgenommen, ist im Presswerk und kommt definitiv über End Hits Records raus. Dinge, wie das Release-Date und Name der Platte sind alles Dinge, die wir in Zukunft ankündigen werden.

Unter www.conspiracyofarsonists.com kann man sich für ein „Newsletter“ anmelden und so nach und nach mehr über das neue Album erfahren! Es ist eigentlich kein traditioneller Newsletter. Es ist vielmehr ein „Werkzeug“, das zeigen soll wo wir inhaltlich stehen und was wir mit der Platte aussagen möchten. Das wollen wir einfach vorab klar kommunizieren und an die Leute rausschicken, die sich dort angemeldet haben.

Wir können sagen, dass es zum neuen Album noch vor Weihnachten einen neuen Song geben wird!

Thomas: www.conspiracyofarsonists.com lässt sich sehr schwer in Worte fassen! Wir haben das Ganze mit Anspruch geschrieben. Meiner Meinung nach lässt es sich lesen, wie ein gut geschriebenes Buch. Ich kann das so sagen, weil ich es nicht selber geschrieben habe! Dafür zuständig war unser zweiter Gitarrist Tobi. Ich bin wirklich begeistert davon! Es lässt sich im Prinzip lesen wie ein Buch, eine Erzählung oder ein Aufruf und ist erst einmal so ein wenig das „Gründungspapier“ der Conspiracy Of Arsonists.

Dave: Der Grundstein des Ganzen ist sehr inspirierend geschrieben und macht neugierig. Wir hoffen, dass man dadurch einfach Lust auf mehr bekommt. Wobei es dabei nicht auf mehr Lust auf Wolf Down Musik geht, sondern viel mehr darauf abzielt, Lust auf Aktionismus zu bekommen. Also Sachen machen, Augen auf machen, Kopf einschalten und Dinge zu hinterfragen, das man alles mit nachhause nimmt und auch reflektiert, was man durch die Musik und der Szene an Ansporn bekommt und es vielleicht in andere Bereiche auch umsetzt.

Große Europatour im Februar 2016

AFL: Nächstes Jahr geht ihr zusammen mit Stick To Your Guns und Stray From The Path auf Tour. Die Tour ist schon relativ lange und auch in wirklich richtig großen Hallen. Es ist für euch als Band wahrscheinlich auch in diesem Umfang und der Kapazität die bisher größte Tour. Wie kam es dazu?

Stick To Your Guns - Tour 2016
Wolf Down während Stick To Your Guns auf ihre Tour im Februar 2016 supporten.

Dave: Wir waren diesen Sommer schon 4 Tage lang mit Stick To Your Guns unterwegs. Der Kontakt kam letztendlich zustande, weil Stick To Your Guns – Sänger Jesse uns angeschrieben hat. Jesse hat uns ganz klassisch per E-Mail angehauen und geschrieben, dass er uns cool findet und wir mal etwas zusammen starten sollten. Daraus ist dann der Kontakt entstanden.

Thomas: Die 4 Tage mit Stick To Your Guns waren auch total super und wir haben auch da schon sehr große Shows gespielt! Jetzt hat uns Jesse noch einmal für 2016 eingeladen. Das ist natürlich total geil, mit Stick To Your Guns und Stray From zwei Bands mit im Line-Up zu haben, die sich zwar mehr mainstream-mäßig im Hardcore bewegen, aber trotzdem eine politische Message haben. Beide Bands haben für sich selbst den Anspruch, Inhalte zu transportieren und nicht nur coole Typen mit Instrumenten zu sein. Wir freuen uns natürlich richtig darauf, unser Ding vor so vielen Leuten machen zu können.

Dave: Wir freuen uns darauf in großen Hallen zu spielen und ein neues Publikum zu erreichen. Das fühlt sich natürlich auch super an, von Jesse aufgrund unserer Inhalte angeschrieben zu werden! Natürlich findet er unsere Musik auch geil, aber sein Hauptgrund für die Einladung war das, was wir mit unserer Musik transportieren und er so etwas unterstützen möchte.

AFL: Das ist natürlich auch für euch als Band eine Bestätigung!

Thomas: Absolut! Auch gerade deshalb, weil der Kontakt erst zustande kam, als Larissa ausgestiegen ist! Jesse hatte uns nicht deshalb auf dem Radar, weil da dieser Personenkult um unsere Sängerin stattfand, sondern weil er unsere Musik gut findet und die Inhalte feiert. Das tut einfach richtig gut!

AFL: Ok, das passt jetzt richtig gut, um daran anzuknüpfen!

Thomas: Du willst nach Larissa fragen?

AFL: Neee, nur ganz bedingt. Larissa ist ausgestiegen und ihr hattet ja quasi eine Art Stellenausschreibung am laufen. Was hatte es damit genau auf sich und kam viel Rückmeldung?

Wolf Down - German Hardcore
Dave ist seit Larissa’s Ausstieg im Sommer 2014 neuer Sänger von Wolf Down.

Thomas: Also, es war so: Nachdem uns Larissa verlassen hatte, waren wir ja nur noch zu dritt. Wir hatten schon seit 2012 keinen festen Bassisten mehr. Wir haben uns dann alle drei getroffen und beschlossen mit Wolf Down weiterzumachen, da alles wofür die Band steht und auch die Inhalte auf unserem eigenen „Mist“ gewachsen sind. Das wollten wir uns nicht so einfach nehmen lassen und wir probierten einen neuen Sänger zu finden. Deswegen haben wir auch einen Aufruf gestartet, um zu schauen, was „da draußen“ so geht und wer den Sängerposten übernehmen könnte. Da kam auch sehr, sehr viel Rückmeldung! Manche Sachen waren allein aufgrund der räumlichen Entfernung nicht realisierbar. Viele Sachen haben sich auch ganz gut angehört!

Es war dann so, dass wir bereits vor Larissas Ausstieg für 2 Shows in Russland gebucht waren. Also, es war alles fix und die Flüge usw. gebucht. Um die Shows nicht verfallen lassen zu müssen, haben wir Dave gefragt. Dave war langjähriger Freund der Band, war oft mit auf Tour, hat Merch gemacht etc. und immer wieder mal ein Guestpart in unseren Sets gesungen. Deshalb haben wir Dave gefragt, ob er Bock hätte, die 2 Shows in Russland mit uns zu spielen. Die Chemie zwischen Dave und uns hat sofort krass gestimmt! Wir haben sein Gesang gefeiert und auch sein Auftreten auf und neben der Bühne fanden wir klasse. Was er sagt und wie er Dinge sagt hat uns sehr gefallen! Auch sein ganzer Umgang mit Leuten vor der Show und nach der Show und so. Wir haben uns mit Dave einfach wohl gefühlt. Im Endeffekt haben wir Dave dann nach der zweiten Show in Sankt Petersburg am Flughafen gesagt: „Hey, du bist jetzt in der Band! Kündige deinen Job und geh mit uns auf Tour“.

AFL: Wenn Dave jetzt nicht da wäre, hätte Wolf Down also auch komplett „kippen“ können?

Thomas: Das weiß man nicht! Im Endeffekt haben wir uns deshalb auch mit keinem von den Bewerbungen auseinander gesetzt. Wir hatten also niemanden außer Dave im Proberaum. Einfach, weil es sich mit ihm so krass angeboten hat. Da hat der Dave so ein wenig Henry Rollins bei uns gemacht, haha!

AFL: Ihr habt gerade eben gesagt, dass ihr schon in Russland gespielt habt. Dazu kommt eine Asien-Tour, ein paar Shows durch Griechenland usw. Gibt es konkrete Ziele, wo ihr gerne einmal eine Tour spielen würdet? Was wäre für euch ein Land oder eine Region, in der ihr gerne einmal auftreten würdet?

Thomas: Es ist noch viel offen! Also, Asien war natürlich schon mal super geil! Wir hatten dort die Chance, relativ viel zu sehen. Wir hatten damals die Möglichkeit als einer der wenigen Bands, auch einmal in Japan Konzerte zu spielen. Das war sehr schön! Ansonsten so Sachen, wie Südamerika, Australien, USA. Die ganzen Sachen in Übersee, die wir sehr gerne nächstes Jahr machen würden!

AFL: Ist da schon irgendetwas sicher?

Thomas: Können wir leider noch nicht drüber reden!

Dave: Wir arbeiten daran und haben Bock drauf, aber es ist noch nicht so konkret, dass wir dazu jetzt schon etwas sagen könnten. Wir können sagen, dass es zum neuen Album noch vor Weihnachten einen neuen Song geben wird! Wir hoffen, dass dann alles so ein bisschen ins Rollen kommt!

AFL: Ich sag‘ mal, dass ihr in Deutschland in Sachen Hardcore schon eine Instanz seid. Und der „Status“ von Wolf Down wird ja in Zukunft auch eher mehr, als weniger werden. Ich finde es ziemlich cool, dass euer Merchandise – im Gegensatz zu vielen anderen Bands – doch ziemlich erschwinglich ist.

Thomas: Natürlich! Für uns ist es wichtig, dass so viele Kids wie möglich mit unseren Sachen rumrennen, aber damit wollen wir nicht Geld verdienen. Daran denken wir überhaupt nicht!

Dave: Wir werden alles dafür tun, dass die Shirts erschwingliche bleiben. Ganz ehrlich: Wenn Leute am Merch stehen und sagen: „Boah, ich hab nur noch 5 Euro, aber hätte so gern ein T-Shirt von euch!“, dann würden wir ihm das Shirt auch geben! Wir werden alles dafür tun, dass unsere Shirts nicht für irgendwelche utopischen Preise angeboten werden. Dazu soll es nicht kommen.

AFL: Ganz meine Meinung! Das stößt mir schon immer auf, wenn ich irgendwo Shirts für 20 Euro und mehr sehe!

Dave: Das sind halt Bands, deren Job es ist, auf Tour zu gehen. Die Leben davon, das T-Shirts verkauft werden. Wie das bei jedem Job ist, freut man sich immer über eine Gehaltserhöhung.

AFL: Jetzt seid ihr noch 2 Shows mit Bane unterwegs. Wie schließt ihr das Jahr danach als Band ab?

Thomas: Wir schließen das Jahr mit Wolf Down übermorgen ab. Also, die letzte Bane-Europa-Show in Budapest wird auch die letzte Show von Wolf Down bis zur Tour mit Stick To Your Guns sein.

Wolf Down - Live HardcoreAFL: Geht ihr in der Zwischenzeit dann komplett getrennte Wege?

Thomas: Wir werden auf der Tour mit STYG neue Songs vom kommenden Album spielen. Da müssen wir uns auf jeden Fall ab und an zusammensetzten. Es gibt auch so, für das neue Album, noch einiges vorzubereiten.

Dave: Wir werden ein Musikvideo drehen, wir werden in der Zeit weiter an der Album-Geschichte arbeiten, wir werden proben. Wir werden also nicht komplett getrennte Wege gehen. Natürlich ist es logistisch gesehen super interessant, weil wir in ganz Deutschland verstreut wohnen, aber wir werden uns immer wieder treffen. Der Jahresabschluss ist natürlich der emotionale Abschluss von Bane in Budapest. Es ist – wie gesagt – auch die letzte Wolf Down Show im Jahr. Man kann danach mal das vergangene Revue passieren lassen und alles nochmal reflektieren. Es ist natürlich auch eine Show, nach der man sich von einigen älteren Songs aus dem Set trennen wird.

„Aggressionen gegen einzelne Personen hat auf Shows nichts zu suchen!“

AFL: Bane ist dafür bekannt, dass sie sich klar gegen Violent-Dancing positionieren. Dave, du hast heute zu Beginn eures Sets auch klar gesagt, dass man aufeinander aufpassen soll und sich nicht untereinander verletzen soll. Habt ihr selbst auch einmal Erfahrungen im Pit gemacht, bei denen ihr verletzt wurdet?

Dave: Leider ja! Also ich hab schon mal die Erfahrung gemacht, dass man ausgeknockt wird. Wenn man die Sache dann an der Seite klären wollte, wurde die Stimmung meistens noch aggressiver. Wenn bei uns eine Schlägerei oder eine aggressive Situation entsteht, unterbrechen wir sofort unser Set und klären die Sache. Entweder werden die Personen des Raumes verwiesen, oder man versucht die Situation zu klären. Wir hatten eine solche Situation auf dem diesjährigen Northcode. Die Sache hat sich dort super schnell klären lassen, aber ich werde dazu jedes Mal eine Ansage machen! Aggressionen gegen einzelne Personen hat auf Shows nichts zu suchen! „Positive Aggression“, wie Scott Vogel immer sagt. Natürlich ist die Musik und diese Szene aggressiv aufgeladen, aber das ist kein Freifahrtschein, um jemanden vorsätzlich zu verletzten! Häufig sind es Leute, die sich nicht für die Musik interessieren, sondern nur mit dem Rücken zur Bühne stehen, um jemanden auszuknocken. Wenn sowas gesehen wird, wird gestoppt, darüber gesprochen und geklärt.

Thomas: Kein Bock auf Macker-Scheiß! Ich bin der Letzte, der etwas gegen moshen hat! Wenn genug Platz ist und du hast Bock, mach von mir aus Freekicks. Solange das save ist und so, kann man das ruhig machen! Man muss natürlich seinen Tanzstil den Gegebenheiten anpassen. Bei einer Show, wie heute geht es gar nicht darum, sich zuschlagen. Wenn ein großer Kessel vor der Bühne ist, kann man das nur machen, solange man aufeinander achtet.

Dave: Man muss halt ganz klar differenzieren: Man muss schauen, was sich entwickelt hat, was ich genau gesehen habe und ob es geklärt werden muss. Wenn es offensichtlich ist, wird die Person hinaus gebeten, weil es auf einer Show nichts zu suchen hat! Klar, wir finden es geil, wenn es ab geht, aber man muss differenzieren!

Thomas: Eine Show ist für alle da! Einzelne Personen haben nicht das Recht, sich diesen Raum zu nehmen und die Show zu vermiesen.

AFL: Seh‘ ich ganz genau so! Wir wären dann am Ende. Habt ihr noch ein paar abschließende Worte, die ihr loswerden möchtet?

Beide: www.conspiracyofarsonists.com – Das ist das Schlusswort. Danke für‘s Interview!

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