Seit einigen Jahren versuchte ich schon den Bassisten der Band Itchy (ehemals Itchy Poopzkid) zu diesem Feature zu überreden. Endlich ist mir das gelungen.
Aufmerksam auf die Band wurde ich damals durch eine MTV Serie, bei der sie ohne Geld durch Europa reisen mussten. Die Band, die als erstes in Berlin ankommt, hat gewonnen. Der Gegner waren Madsen.
Auch live liefert die Band stets ab!
Hier sind nun die zehn Lieblingsplatten des sympathischen Schwaben. Viel Spaß damit!
1HOT WATER MUSIC – CAUTION
„Trusty Chords“ war der erste HWM-Song den ich jemals gehört habe und es war Liebe auf den ersten Akkord. Im Anschluss habe ich wochenlang nichts anderes gehört, als das dazugehörige Album und die Band hat mir mehr als anderen gezeigt, wie man Angepisstheit, Energie, Emotion und Gefühl miteinander verbinden kann. Wenn ich die Platte heute mal wieder auflege, ist die einfach immer noch genau so gut wie damals und zieht mir immer noch genau so die Schuhe aus. Jeder Song ist ein verdammter Hit. Also für mich jedenfalls.
2THE DISTILLERS – CORAL FANG
Brody Dalle hat die beste Stimme der Welt und das Album „Coral Fang“ ist an Perfektion eigentlich nicht zu überbieten. „Drain the blood“ ist natürlich der Song den alle kennen, aber das komplette Album hat auch ganzheitlich betrachtet keinen einzigen Filler Track. Leider habe ich The Distillers nie live gesehen – Dafür aber Brody mit ihrem Nebenprojekt Spinnerette im kleinen 59:1 in München. Das nimmt mir keiner mehr.
3PHOEBE BRIDGERS – STRANGER IN THE ALPS
Zum Glück hab ich relativ früh angefangen zu checken, dass es Abseits von Punkrock auch noch sehr viel andere größartige Musik gibt. Wahrscheinlich gibt es keinen anderen Artist, den ich in den letzten Jahren so viel gehört habe wie Phoebe Bridgers. Die Art und Weise wie sie Texte schreibt ist absolut einzigartig und „Stranger in the alps“ hat für immer einen Platz bei mir. „Funeral“ ist das das traurigste und schönste Lied aller Zeiten und Phoebes Stimme ist ein warmer Mantel, der sich an einem saukalten Wintertag um meine Schultern legt. War das jetzt ultra kitschig? Ja. Stimmt trotzdem alles davon? Auch ja.
4DESAPARECIDOS – PAYOLA
Desaparecidos ist die Punkband von Bright Eyes-Frontmann Connor Oberst und die Verbindung von Connors´ vertrauter Melancholie in Verbindung mit politischer Haltung, gewohnter textlicher Eleganz und maximaler gesellschaftlicher Angepisstheit ist auf dieser Platte für mich bis heute unerreicht. The left is right.
5NIRVANA – NEVERMIND
Klar könnte man Nirvana aus vermeintlichen Coolnessgründen hier jetzt nicht aufzählen, aber das wäre halt Quatsch. Und klar könnte man aus vermeintlichen Coolnessgründen jetzt auch eher „Bleach“ nennen, aber das wäre eben auch Quatsch. „Nevermind“ hat 1991 ALLES weggefegt und von heute auf morgen einer ganzen Generation eine Stimme und einen Soundtrack gegeben. Jetzt mal im Ernst: Den Moment, in dem man sich zum ersten mal von „Smells like teen spirit“ die Haare nach hinten föhnen hat lassen, vergisst doch niemand mehr. Dass Kurt Cobain seiner Zeit um so ca. 30 Jahre voraus war, ist mir dann erst viel später klar geworden. Wenn alle Männer heute zumindest im Ansatz so feministisch veranlagt wären, wie er es damals schon war, wäre die Welt jedenfalls eine bessere.
6TURNSTILE – GLOW ON
Es passiert im Bereich Punk/Hardcore heutzutage ja nicht mehr sonderlich oft, dass eine Band ein Album droppt und sich alles daran neu und frisch anfühlt. Ehrlich gesagt kann ich noch nicht mal wirklich erklären, warum diese Platte anders klingt, als alles was ich zuvor aus diesem Genre gehört habe. Ich weiß nur, dass ich beim ersten hören schlichtweg nicht fassen konnte, wie gut das ist und wie sehr mich das abholt.
7BAD RELIGION – GENERATOR
Generator ist objektiv betrachtet wahrscheinlich nicht das stärkste Bad Religion Album. Ganz sicher auch nicht das prägendste. Aber ich schreib hier ja keine objektive Betrachtung, sondern mach was ich will. „Generator“ hab ich mir damals auf CD in der Eislinger Bibliothek ausgeliehen und die Leihe dann konsequent alle zwei Wochen wieder verlängert, weil mich das so gekickt hat. 2017 durften wir Bad Religion dann mit Itchy auf ihrer Tour begleiten und für mich war das so ungefähr das größte überhaupt.
8DEATH CAB FOR CUTIE – PLANS
Aus irgendeinem Grund habe ich die Band erst viel zu spät richtig für mich entdeckt. „Plans“ ist ein zeitloses Meisterwerk und wer bei Songs wie „I will follow you into the dark“ oder „Soul meets body“ nichts fühlt, fühlt wahrscheinlich eh schon lange nichts mehr.
9ALVVAYS – ALVVAYS
Es gibt so Platten, die man zu unterschiedlichen Anlässen und Gefühlslagen einfach immer wieder gerne auflegt. Das self-titled Album von Alvvays aus Kanada gehört für mich da definitv dazu. Die Stimme von Sängerin Molly Rankin ist ein treuer und zuverlässiger Begleiter in meinem Leben. Hab ich aber auch noch nie live gesehen – Mist.
10HOME FRONT – GAMES OF POWER
Ich könnte ganz sicher noch 56 andere Alben in diese Top10-Aufzählung packen, aber die Platte hab ich gestern mal wieder gehört und erneut festgestellt, wie sehr ich die liebe. Ich mag den 80s Vibe mit den ganzen Synthies, den Drumsound, die komplette Produktion und die massive Portion Punkrock, die dazwischen trotzdem immer wieder aufblitzt. Masterpiece!




















