All Fucked Up (Promobild)
All Fucked Up (Promobild)
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WTF Records

Was die Band aus der Pfalz zum Review von Timbo zum neuen Album Keilerei sagt oder warum man ein eigenes Bandmaskottchen am Start hat, ist in diesem unterhaltsamen Interview mit Frontmann Andy zu lesen.

Ich könnt mir hier jetzt ne ganz abgefahrene Geschichte ausdenken, aber die Wahrheit ist, damals musste ein Name her.

AFL: Hey Andy, einmal die Basics von All Fucked Up bitte…

AFU: Hey, also die Basics, hmmm. Anfang 2003 haben sich Daniel (Bass), Mario (Gitarre) und ich (Voc) über gemeinsame Bekannte kennen gelernt. Wir hatten alle vorher schon in verschiedenen Punkbands im Raum Neustadt a.d. Weinstrasse/ Ludwigshafen/ Landau gespielt und waren auf der Suche nach was Neuem. Ende 2003 kam dann Michel an der Gitarre dazu und unser alter Drummer Jochen. Ab da haben wir halt das gemacht was man so als Band macht: Mucke. In der Band haben alle leicht unterschiedliche Roots, also war da alles bei: Punk, Metall, Ska und HC. Eigentlich ist das auch bis heute so geblieben. Wir haben von Anfang eigene Sachen gemacht und zwar so wie wir gerade Bock hatten. Wir haben da auch kein fixes Ziel, wie das klingen muss. Im Laufe der Jahre hat sich da anscheinend so unser Stil entwickelt (sagen zumindest andere). 2015 gabs ne Umbesetzung an den Drums, da sich Jochen musikalisch etwas anders orientiert hatte als der Rest und so kam dann Dejan mit ins Boot. Das hat gepasst wie Arsch auf Eimer. Wir kannten uns auch schon ne Zeit lang, da sein großer Bruder ein guter Kumpel von mir is. Am Anfang haben wir vorwiegend englische Sachen gemacht und immer wieder mal deutsche Songs zwischen rein. Mit der Zeit hat sich das dann aber irgendwie anders rum entwickelt. Ich finde das ist aber auch kein Problem, ich fand bei z.B. Rawside schon immer diese Wechsel ganz interessant. Deutsch ist in sofern spannender, da der Muttersprachler hier direkt merkt ob du irgendeine Scheiße (inhaltlich und rhetorisch) von dir gibst. Auf Englisch kann man da schon sprachlich ”kreativer” werden. Die Zuhörer*innen checken das zwar, aber es is einfach egal, ob das grammatikalisch oder von der gesamten Form her grad Bullshit war. Außerdem kann ich mich auf deutsch ganz klar anders ausdrücken und mehr von “uns” einfließen lassen

All Fucked Up - Keilerei (2021)
All Fucked Up – Keilerei (2021)

AFL: Im Review über das neue Album Keilerei schreibt Timbo, dass ihr vom Musikalischen her eher an die amerikanische Ostküste gehört. Was meinst du, hat er Recht? Mir sind sofort frühere Pro Pain als Referenz eingefallen.

AFU: Ob das jetzt Eastcoast is, weiß ich nicht so genau. Selbst merkt man das ja eher nicht. Aber der Ostküsteneinfluss ist mit NY (Agnostic Front, Madball, Cro Mags uvm.) und Boston (Blood For Blood, Death Before Dishonor, uvm.) schon ganz klar da. Interessanterweise kam der Vergleich mit Pro Pain schon früher einige Male, da scheint dann also was dran zu sein. Aber generell haben wir da jetzt keine die-hard-Präferenzen. Also ob East- oder Westcoast, mittendrin oder von ganz woanders her, Hauptsache es gefällt.

AFL: Warum eigentlich der Name ALL FUCKED UP? Klingt schon ein bisschen komisch, hat aber was…Könnte der Slogan der letzten zwei Jahre sein, hehe…

AFU: Ja, ja der Name. Die Frage kommt auch nicht zum ersten Mal. Ich könnt mir hier jetzt ne ganz abgefahrene Geschichte ausdenken, aber die Wahrheit ist, damals musste ein Name her. Ich hab mir ein paar ausgedacht, die waren aber alle scheiße. Wir brauchten was klingendes und wir dachten uns “all fucked up” hat irgendwie was von “sick of it all”. Er ist einfach, einprägsam und irgendwie auch bissel provokant. Das wars.

AFL: Mir gefällt die Message auf Keilerei, u.a. direkt im Opener Steht Auf gibt es ne klare Ansage gegen den Rechtsdruck, der gerade in Deutschland grassiert. Erzähl etwas mehr über die Textausrichtung von Euch. Gibt es vielleicht dahingehend sogar einen roten Faden?

AFU: Nen roten Faden würde ich das nicht direkt nennen, aber die Texte orientieren sich schon ganz stark an dem was uns im Leben so beschäftigt. Und das ist mittlerweile halt nicht mehr in erster Linie Wochenende, Party, Alkohol, sondern halt auch politische Themen. Die Prioritäten haben sich da einfach verschoben. Große Teile unseres Alltags werden jetzt durch Familie aber leider auch Verluste von geliebten Menschen geprägt und halt auch von dem was hier und überall in der Welt gerade abgeht, beeinflusst. Das ist teils schon beängstigend und dann muss man da auch mal klare Kante zeigen und klar machen, dass da auch noch andere gibt als nur die die ihre eigene kleine nationalistische Insel der Glückselig gründen wollen.

AFL: Das neue Album Keilerei kommt via Dedication Records raus. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

AFU: Das kam über unsern guten Kumpel Sascha, der sich besonders im Raum Mannheim stark für  Hardcore-Shows und die Szene generell engagiert. Er ist in der Szene hier gut vernetzt und da wir gerade an den Aufnahmen zu Keilerei saßen, gab er die Empfehlung, uns mal mit Michi von Dedication Records in Verbindung zu setzten. Michi war uns sofort sympathisch und die Vorstellungen bzgl. der Zusammenarbeit hat auch auf beiden Seiten gepasst. Deshalb an dieser Stelle auch ein fettes Merci an Michi und Sascha.

Die Aufnahmen haben wir dieses Mal komplett selbst durchgezogen, was neben der Mucke auf jeden Fall auch ein neues spannendes Thema war. DIY halt. Nur zum Mastern haben wir das ganze ans Studio gegeben, in dem wir sonst zum recorden waren.

Eine Vinyl-Ausgabe von Keilerei ist auch geplant, derzeit ist es aber scheinbar so gut wie unmöglich, als Underground Label Termine in Presswerken zu bekommen. Daher würde ich einfach Mal sagen, dass es in der Mache ist, leider aber unklar wann wir unsere EP tatsächlich in den eigenen Händen halten können.

AFL: Wir müssen noch über euer Maskottchen, das Wildschein, sprechen, oder? Immerhin habt ihr es schon in euer Logo aufgenommen. Klärt uns auf….

AFU: Tja wir kommen aus der Pfalz und haben den Pfälzer Wald quasi vor der Tür, da wohnen viele Wildsäue. Was soll man noch sagen, so kams zum Schorsch der Wildsau. Timbo erwähnte im Review ja auch die Prollo- und Poserattitüde und dass wir das wohl entspannter sehen als andere. Das ist uns auch wichtig. Klar ist der Großteil von uns tätowiert und bis zu nem gewissen Teil gehört ne anständige Portion big-balls-Attitude auch dazu. Quasi bissel mit den Säbeln rasseln, hehehe. Es ist ja immer noch Hardcore-Punk und kein Schmuserock. Aber für uns ist wichtig, sich da auch selbst nicht zu ernst zu nehmen. Es gibt wichtige Themen und da gibts dann auch kein Grund zum Lachen (Keilerei ist textlich doch recht ernst), aber im Großen und Ganzen gehts hier doch um den Spaß. Den Spaß an der Mucke, den Spaß am Abhängen mit den Jungs und und und. Bei uns kommt keiner von der Straße, also brauch ich da auch keine Songs drüber zu schreiben. Auf die Art bleiben wir ehrlich und glaubwürdig. Trotzdem kann man ab und zu auch nen Klischeetrack ballern. Einfach, weils Spaß macht. Aber immer mit Augenzwinkern, hehehe.

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