All Fucked Up - Keilerei (2021)
All Fucked Up - Keilerei (2021)
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WTF Records

Deutschsprachiger Hardcore kommt mir nicht allzu oft auf den Plattenspieler. All Fucked Up aus der Pfalz wollen damit wohl ausräumen und haben mir mit Keilerei deren zweite Platte in den Postkasten gepackt.

Die Vorgängeralben waren seinerzeit noch in Englisch und teilweise etwas punkiger gehalten. Keilerei hingegen kann von musikalischer Seite als klassischer New York Hardcore betitelt werden: Hier wird gepost, gebackvocalt, gegangshoutet – Bandana und abgeschnittene Comous inklusive. Das ist schon richtig gut gespielt und druckvoll verarbeitet, was All Fucked Up hier auf den Markt geworfen haben. Auch die deutsche Sprache, der ich anfänglich noch etwas skeptisch gegenüber stand, reiht sich nahtlos und harmonisch in das Instrumentelle ein.

„Besungen“ bzw. merklich angeprangert wird unter anderem der florierende politische Populismus, (nicht mehr vorhandene) Freunde und natürlich auch die „Hardcorefamily“. Ohne letztgenanntes geht einfach keine Hardcore-Platte, oder? Jedoch gilt auch hier: Textliches und musikalisches wirken sehr stimmig und symbiotisch. Das Rad muss ja nicht immer neu erfunden werden um vorwärts zukommen…

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Der Gesamteindruck ist – überraschenderweise – als wirklich positiv zu beschreiben. Trotz aller anfänglichen Skepsis gelingt All Fucked Up ein nettes Scheibchen deutschsprachigen (NY)Hardcores. Hier wird sauber gespielt, es wurde druckvoll produziert und die Texte (in Teilen) mit klaren politischen Statements versehen. Da stört mich noch nicht mal die bei anderen Hardcore-Bands etwas anstrengende und bis zu den Knochen eintätowierte Poser- und Prollo-Attitüde. AFU wirken hier etwas entspannter als deren Artgenoss*innen. Verwirrend ist tatsächlich lediglich das Artwork: WTF? Cooler Albumtitel, nettes Wortspiel und Prollo-Hardcore: Da muss doch mehr gehen als eine skizzierte Sau im Boxring.

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