Atmen, weiter… habe ich zuerst bei einer kleinen Show in Illingen kennen gelernt (siehe hier). Schon damals sagte ich ihnen großes Potential voraus. Damals noch ohne Tonträger, nur mit Demo und auch noch ohne Facebook-Seite. Nun liegt mir ihr Debütalbum Leichtigkeit des Scheins vor, das am 3. November über meta matter records und 30 Kilo Fieber records erscheint.

Zunächst einmal gefällt die Verpackung. Das Coverartwork wurde von Micha von der Band We had a deal gezeichnet. das sehr düstere Artwork macht Stimmung. Doch es geht weiter. Packt man die LP aus, fällt einem erst mal die schwarze Schutzhülle auf, die ich so selten in meiner Sammlung habe. Dann gibt es noch ein Textblatt auf etwas dickerem Papier. Dann fällt noch der Download-Code raus und ein kleiner Aufkleber. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert. Das macht sofort Lust auf mehr…

„So ein bisschen in Richtung alte Pascow oder Kaput Krauts mit ein bisschen mehr Hardcore, tiefsinnigen Texten und schönem Understatement“, so war meine damalige Beschreibung von atmen, weiter. Das würde ich auch jetzt noch unterschreiben. Ich fand sie live etwas härter als auf Platte, aber das ist ja nix schlechtes. Ansonsten verarbeiten sie viele Einflüsse aus Hardcore, Emo, Screamo und Postpunk, was eine ziemlich geile Mischung hervorbringt. Am besten finde ich die Band, wenn sie wütend ist. So zum Beispiel bei der Textzeile „wer als nächstes ‚hab nichts gegen, aber…‘ sagt/ werd ich direkt in seine Scheiß Fresse boxen“. Aber das ist eigentlich einer der wenigen direkten Ansagen in den Texten, die ansonsten szenetypisch stark interpretationsbedürftig sind. Ein spannendes Album, ohne Frage. DIY bis ins letzte Detail: das Album wurde komplett live ohne Overdubs eingespielt. Tobias Schwarz hat es in den Rama-Studios in Mannheim abgemischt. 10 Tracks ohne Ausfall. Am Besten finde ich immer noch müde, aus dem stammt das obige Zitat. Aber auch die anderen Songs sind großartig. Unbedingt anchecken. Nach der Trackliste folgen noch zwei Videos. Ebenfalls unbedingt anchecken.

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Stäbruch Festival

Trackliste:
1. trickspiel 03:46
2. phrasenmonster 03:07
3. haus/hell 02:35
4. zähne brechen 03:50
5. die scheissheit 04:07
6. schwarz + weisz = grau 02:23
7. ill communication 04:35
8. frankfurt/oder 04:34
9. müde 04:13
10. stacheldraht 04:33

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Demons Run Amok
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Review
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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc (Archivversion: http://archive.iamhavoc.de/), veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier.

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