BARETTA LOVE ist eine leicht Indie angehauchte Punk-Rock Band die seit ihrer Gründung 2007 weit mehr als 200 Shows über Europa verteilt gespielt haben. Dabei hagelt es für das Trio nicht selten Vergleiche mit Szenegrößen wie RANCID, THE CLASH und den SWINGIN UTTERS. Mehr von der Band erfahrt ihr hier.


AFL: Moinsen! Am besten einmal die obligatorische Vorstellungsrunde. Wer ist Baretta Love? Seit wann macht ihr Musik zusammen? Wie setzt sich die Band zusammen?
Moin. Also gegründet wurde unsere Band im Sommer 2006. Die ersten Gehversuche und eine 7“ Single folgten bis 2009. So richtig Musik machen wir wohl aber erst seit 2011. Ab diesem Zeitpunkt kann man sagen, dass wir unseren Sound gefunden haben und wissen wo wir stehen. Seit 2011 besteht die Band aus Chris Barbieux am Schlagzeug, Philipp Arndt am Bass und mir (Fabian Langner) an der Gitarre. Unser Sound besteht im Wesentlichen aus melodischem Punk Rock als Kernelement und Einflüssen aus Indie und Rock als „Anhängsel“.


AFL: Euer letztes Album Minimal Play aus den Jahr 2012 hat ja wirklich sehr gute Rezessionen bekommen und die LP war glaub ich auch recht schnell vergriffen. Habt ihr das so erwartet?
Jede Band hofft natürlich im Stillen das die eigenen Songs/ Platten gut ankommen, allerdings hatten wir anfangs mit der Scheibe einen holprigen Start, da niemand sie wirklich rausbringen wollte. Das dann alles noch so gut gelaufen ist hatten wir nicht erwartet. Gerade der vielgelobte/ „unpunkige“ Sound der Platte, analog aufgenommen und bewusst „minimal“ gehalten, war nämlich am Anfang für einige Punklabels der Hauptgrund die Scheibe nicht rauszubringen.


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AFL: Ihr habt ja sowohl eure Single als auch euer letztes Album auf Wanda Records veröffentlicht. Wie genau läuft die Zusammenarbeit und wie kam es zu dem Kontakt?
Wir haben Monster von WANDA RECORDS in unseren wüsten Anfangstagen kenngelernt und uns angefreundet. Er hat uns einige Male auf Tour begleitet, unsere Songs veröffentlicht und das Herz am rechten Fleck. Wir haben nie einen Vertrag unterschrieben oder sowas, als er ja zu unserer Platte gesagt hat ging es noch um Details wie Auflage und Vinyl Farbe. Dann gings los.


AFL: Gibt es eigentlich Pläne für eine neue Baretta Love Veröffentlichung? Die LP Minimal Play ist ja nun auch schon fast 3 Jahre her. Falls ja soll diese auch wieder auf Wanda Records erscheinen?
Wir sind gerade auf der Zielgeraden beim Aufnahmeprozess unserer nächsten Platte. Wenn alles glatt läuft kommt sie noch im Sommer dieses Jahres. Wir wissen ehrlich gesagt noch nicht wie und wo sie rauskommen wird. Erst mal machen wir das Ding fertig und dann sehen wir weiter.

Baretta Love Band


Baretta Love auch mal unplugged…

AFL: Ihr spielt ja auch Akustik-Shows. Wie genau läuft das ganze ab? Also entscheidet ihr selbst, ob es diesmal akustisch wird, oder werdet ihr dafür zu speziellen Anlässen gebucht?
Mal so mal so, also akustisch zu spielen macht erst mal riesigen Spaß, die Songs bekommen dadurch nochmal ein ganz anderes Gewand. Außerdem sind Akustik Shows meist mit weniger Aufwand möglich, was gut ist um Tour-Lücken zu füllen. Also um die Frage zu beantworten: Wir buchen manchmal selber Akustik Shows, wurden auch schon speziell für Akustik Shows gebucht und manchmal sind es auch sehr angenehme „Notlösungen“.


AFL: Habt ihr dort die gleiche Setlist wie bei euren „normalen“ Baretta Love Shows, oder gibt’s da vermehrt Cover-Songs? Und wie ist das allgemeine Feedback für solche Shows?
Akustik Shows kommen in der Regel sehr gut an, vielleicht weil man die Texte endlich mal versteht haha… Die Setlist verändert sich nicht im Wesentlichen, aber wie schon erwähnt klingen die Songs oft total anders und wir arrangieren einige auch komplett neu.


AFL: Woher nimmt ihr eure Inspiration für eure Texte und wie wichtig ist euch die Aussage eines Baretta Love Songs?
Philipp und ich schreiben die Songs meist fast komplett fertig und bringen sie dann in den Proberaum um den Feinschliff zusammen zu machen. Die Inspiration kommt aus dem unmittelbaren Umfeld. Wir sind politisch klar positioniert, behandeln aber textlich weniger politische Themen. Es geht eher um Zwischenmenschliches und Sozialkritisches. Dabei kommt der erste Funke meistens aus einer persönlichen Situation, einem Gefühl oder Ereignis und wird dann quasi in etwas Allgemeineres übersetzt. Muss ja nicht jeder gleich wissen was die Gründe für unsere Depressionen sind haha.

„Wir sind politisch klar positioniert, behandeln aber textlich weniger politische Themen. Es geht eher um Zwischenmenschliches und Sozialkritisches.“


AFL: Ihr habt ja über die Jahre massig Shows gespielt. Was war eure bisherige Lieblingsshow und gab es sonst irgendein nennenswerten „Zwischenfall“ auf einer BARETTA LOVE Show?
Oh Man, da könnten wir wohl mittlerweile auch ein ganzes Interview drüber führen.
Wie schon angedeutet, ging es in den ersten Jahren bei uns ausschließlich darum möglichst schnell und viel zu trinken und zu feiern. Dabei sind neben überdurchschnittlich vielen schlechten Shows natürlich auch Zwischenfälle wie kotzen auf der Bühne, von der Bühne fallen etc. passiert.

Mittlerweile trinken Philie und Chris höchstens 1- 2 Bier vor dem Auftritt und ich habe mir den Spaß komplett abgewöhnt. Seitdem läuft es wesentlich besser. Highlights waren sicherlich unsere Record Release Show zu „Minimal Play“ in Berlin, wo wir es geschafft haben das Konzert und den gesamten Abend zu einem rauschenden Fest aus Konfetti-Punkrock-und 80ies Disko werden zu lassen. In den Jahren durften wir auch die Bühne mit einigen unserer persönlichen Helden teilen. Dazu gehören die SWINGIN UTTERS, DEAD TO MET zurzeit als noch Jack Darymple von ONE MN ARMY mitgespielt hat oder der besten Live Band aller Zeiten: SILVER aus Norwegen.


AFL: Das Thema Grauzone ist über die letzten Jahre immer mehr in die Punk-Rock-Szene aufgekommen. Als wie wichtig stuft ihr das Thema ein und was ist für euch noch „ok“ und wo hört der Spaß auf?
Also wie gesagt. Auch wenn wir in unseren Texten weniger politische Themen behandeln/predigen, sind wir doch ganz klar politisch positioniert. Wir sind gegen Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus. D.h. Clubs, die Bands auftreten lassen, die bei solchen Themen blind und taub sind oder sich sogar in der rechten Ecke bewegen kommen für uns nicht in Frage. Dementsprechend wollen wir natürlich auch nicht mit solchen Bands die Bühne teilen.

Schwierig ist dieses Thema allerdings auf einer anderen Ebene. Wir sind wahrscheinlich nicht die einzige Band, die nicht jeden Club in dem wir auftreten oder jede Band mit der wir spielen ohne klaren Verdacht bis ins letzte Detail googlen und zu durchleuchten versuchen. Also ich will sagen, wir haben es auch schon erlebt, dass eine befreundete Band beim googlen des eigenen Namens entdeckt hat, dass sie auf einer „Grauzone-Liste“ standen. Einfach so, weil sie in einem Club gespielt hatten der irgendwann eine Band zu Gast hatte die nicht sauber war. Das sind sicher alles Einzelfallbetrachtungen, aber in diesem Fall wurden unsere Kumpels nicht mal vorher zur Rede gestellt oder danach befragt. Ohne die Möglichkeit einer Stellungnahme grenzt das für mich an Rufmord. Also die Diskussion über das Thema Grauzone ist wichtig und jede Band sollte sich klar positionieren. Sie braucht allerdings auch ein hohes Maß an Sensibilität von allen Seiten und die Diskussion darf nicht in ein „Ich hab gehört das“ Schema abdriften.

P.S. und übrigens unsere besagten Kumpels sind die HOLY KINGS aus Regensburg und das sind ein paar der korrektesten und liebsten Menschen die wir über die Jahre kennenlernen durften.

„Also die Diskussion über das Thema Grauzone ist wichtig und jede Band sollte sich klar positionieren.“


AFL: Hier mal 5 Schlagwörter. Was kommt euch dazu als erstes in den Gedanke?
Putin:Wladimir Putin ist ein skrupelloser Machtpolitiker, der sich allerdings nur durch die Art der Methoden zur Ausweitung/Erhalt seiner Macht von Politikern wie Barack Obama oder Angela Merkel unterscheidet.

Punk-Rock:Ist musikalisch und ideologisch, wenn man so will, unser Fundament und Rahmen. Den man allerdings auch immer wieder kritisch hinterfragen und vor allem musikalisch regelmäßig sprengen sollte.

IS:Ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Religion auf brutalste Weise zu Machtpolitischen Zwecken missbraucht wird. Die Auslegung des Islam durch den IS und die Rechtfertigung der vom IS begangenen Verbrechen mit dem Islam, schadet dem Ansehen von Muslimen auf der ganzen Welt und führt nur zu mehr Distanz, Angst, Hass und schlussendlich Gewalt.

Szenepolizei:Da machen wir uns schon lange keine Gedanken mehr drüber haha.

Je suis Charlie:Grauenhaftes Verbrechen, wobei nur zu hoffen bleibt, dass es keinen weiteren Einfluss auf Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit haben wird.


AFL: Was sind eure derzeitigen Lieblingsbands und was waren eure Platten aus den Jahr 2014?
Fabian: Stones/Clash/Pantera
Lieblingsalbum 2014: Ryan Adams s/t

Philipp: Clash/Ryan Adams/Pixies
Lieblingsalbum: Cloud Nothings – here and nowhere else, Catfish & the Bottlemen – the Balcony, Sweet Apple – the golden age of glitter

Chris: Rancid/OneManArmy/Clash/AlkalineTrio
Lieblingsalbum: Alkaline Trio: My Shame Is True


AFL: Könnt ihr näher etwas zu eurer Booking Agentur Subkultura sagen?
Max bucht für uns Shows und das ist einfach nur ein super Typ der vor allem keine leeren Versprechungen macht. Es ist eine freundschaftliche Zusammenarbeit und läuft gut!


AFL: Wann kann man Baretta Love das nächste Mal live sehen und wo seht ihr euch in 10 Jahren?
Wir buchen gerade eine Sommer Tour die vom 7.8. bis 23.8. gehen wird. Guckt einfach auf unsere Facebook Seite für genaue Daten!
In 10 Jahren machen wir hoffentlich noch zusammen Musik und es gibt immer noch Leute die uns Live sehen wollen und unsere Platten mögen!


AFL: Abschlusswort und Grüße? Habt ihr der Welt sonst noch was zu sagen?
Sauber bleiben und Wechselbuchse nicht vergessen.

Demons Run Amok - Fest

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