
Vorweg: Between Bodies ist mit ihrem Zweitwerk Hand To Hold Each Other eine wunderschöne Platte mit Herz, Tiefgang und großartigen Melodien gelungen. Stilistisch irgendwie Emo, der eher in Richtung Punk und Indie lehnt als in Richtung Core.
Der Anfang ist vorsichtig und weckt wohlige Erinnerungen an The Weakerthans:
The sorrow touches you like waves.
Sometimes it barely reaches you.
Sometimes it carries you away.
Das Thema wird dann aufgenommen im Song Nummer zwei Waves. Dieser treibt deutlich mehr nach vorne und weckt Assoziationen an Spanisch Love Songs, auch wenn die Stimme von Sänger Christoph Schmidt nicht ganz so viel Tremolo mitbringt.
Mit Annie (21st Century Working Class) folgt ein schöner vier-Akkorde-für-den-Ohrwurm Song (ein Prinzip, das auf der Platte öfter zur Anwendung kommt) und lässt ein wenig an Alkaline Trio erinnern. Damit ist dann auch ein schönes musikalisches Referenzdreieck aufgespannt, ohne dass Between Bodies einem dieser Referenzpunkte je unangenehm zu Nahe kämen.
So geht es weiter durch insgesamt 12 Songs in 44 Minuten ohne einen einzigen Ausfall oder Schwachpunkt.
Weitere Highlights sind z.B. Chandelier, das bereits als Videosingle im Vorfeld veröffentlicht wurde, Sparrow, in dem auch ein wenig geschrien werden darf und ganz besonders Long After Midnight, einem Ohrwurm, den man so schnell nicht wieder los wird gegen Ende der Platte.
Der letzte Song New Ways To Stay On Earth wird noch einmal besonders interessant dadurch, dass zum C Teil ein Wechsel vom 4/4 Takt in einen 3/4 Takt vollzogen wird, der sich dann von ganz ruhig, langsam zum Finale der Platte steigert.
Hold on tight and dance the night away.
You’re scattered across every word we say.
Hold on tight and dance the night away.
Die zweite Stimme wird häufig durch Gitarristin Susan Van Beek Rogers bedient, die auch als Solo Künstlerin unterwegs ist, und einen sehr passenden Gegenpunkt setzt. Leider gibt es auf Hands To Hold Each Other keinen rein von ihr gesungen Song, wie er noch auf dem Vorgänger von 2022 zu finden ist.
Will man etwas kritisieren, kann man am ehesten auf die Produktion schauenen. Denn die ist dick und dicht. Man würde sich ein wenig mehr Zerbrechlichkeit wünschen, wie es auch die Musik und die Texte sind, etwas weniger Perfektion, nicht so viel Sample im Drum Sound. Dabei ist die Produktion bestimmt nicht schlecht, sondern modern und dicht abgemischt. Aber das ist schon eher Kategorie „wenn man sonst nichts auszusetzen hat“.
Fazit
Hört Euch Between Bodies an und lasst Hands To Hold Each Other wirken!
Tracklist
- Water As A Metaphor
- Waves
- Annie (21st Century Working Class)
- Milli Writes On Hotel Walls
- Chandelier
- Bathroom Floor
- I Wanted To Tell You
- King’s Head
- False Start
- Sparrows
- Long After Midnight
- New Ways To Stay On Earth

















