Wenn man die Jungs von Get Dead danach fragt, wie lange der Aufnahmeprozess für die neue Platte gedauert hat, sagen sie mit Sicherheit so etwas wie: „Eine Ewigkeit.“ Umso mehr freut es mich nun, nach vier Jahren den Nachfolger von Honesty Lives Elsewhere in den Händen zu halten.

Das neue Album enthält 12 Songs und hört auf den Namen Dancing With The Curse.

Get Dead (Pressebild)
Get Dead (Pressebild)

Eröffnet wird die Platte mit dem Stück Disruption, welches unweigerlich erahnen lässt, was mich noch erwarten wird. Eingängige Melodien gepaart mit der unverkennbaren Reibeisenstimme von Sam King. Allerdings wird schnell klar, dass dieser wohl nicht nur im Punk Rock zuhause zu sein scheint, sondern auch an Rap Gefallen zu finden scheint. Der dabei entstandene Mix aus Punk und Sprechgesang steht den Jungs ausgezeichnet und macht das neue Album ein Stück weit abwechslungsreicher als seine Vorgänger. Neben brachialen Krachern wie Confrontation, Stickup und Confidence Game bieten ruhigere Stücke wie Glitch und Pepperspray eine gelungene Abwechslung und erinnern an die ersten Alben der Band.

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Dancing with the Curse by GET DEAD

Obwohl einige der Songs vor mehr als zwei Jahren aufgenommen wurden, könnten die Themen nicht aktueller sein. In Stickup stellen Get Dead die Frage „What the fuck did you think was going to happen? Did you really think you could start again?“ In Bezug auf die Proteste in den Vereinigten Staaten passt „This place is collapsing. Hordes of incontrollable bastards. They are coming for you. It feels like this place is cursed.“ wie die Faust aufs Auge. Dass GD mit einigen Dingen unzufrieden sind, machen sie in Confrontation noch einmal unmissverständlich mit erhobenem Mittelfinger deutlich.

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Woran ich mich bei dem neuen Album allerdings auch nach dem dritten Mal hören nicht gewöhnen kann, sind diverse Soundeffekte und Spielereien, die für mich erzwungen und überflüssig klingen. Hier verweise ich gerne auf das Rapintro vor Disruption. Get Dead haben mich immer mit ihrem Minimalismus überzeugt, doch bei der neuen Scheibe ist davon ein wenig verloren gegangen. Die erste Version des Albums muss von Labelchef Fat Mike wohl mit den Worten „Das könnt ihr besser.“ abgelehnt worden sein. Anschließend wurde noch einmal aufgenommen. In einem anderen Studio, mit anderen Leuten (unter anderem mit Chris Dugan, welcher sich normalerweise um Green Day kümmert). Vielleicht kam es dann zum Einsatz von diversen Tricks und Soundeffekten. An dieser Stelle würde es mich sehr interessieren, wie der erste Entwurf des Albums klang, denn die Songs und Lyrics sind, wie wir es von Get Dead gewohnt sind, energisch, ehrlich und mitreißend.

Auch in das Artwork der Platte wurde augenscheinlich viel Arbeit gesteckt, was sich durchaus bewährt und zu überzeugen weiß.

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Somit bleibt für mich festzuhalten, dass Get Dead ein besonders abwechslungsreiches fünftes Album veröffentlicht haben. Die zwölf Stücke überzeugen durch ausgefeilte Melodien und brandaktuelle Lyrics.

Lediglich hier und da hätte, wenn es nach mir ginge, an Spielereien gespart werden können. Vielleicht schalten sie bei der nächsten Platte, was das angeht, wieder einen Gang zurück. Mich würde es freuen.

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