Grade 2 von der Isle of Wight sind eine sehr junge Band. Tatsächlich sind die drei Mitglieder alle entweder 1997 oder 1998 geboren. Bereits 2013 von Contra Records unter Vertrag genommen (da waren die gerade mal 16-17 Jahre alt), haben sie bereits mit Broken Youth eine EP und mit Heard It All Before ein Minialbum veröffentlicht. Damit nicht genug, eine Split-7“ mit Saints and Sinners und das Album Mainstream View komplettieren ihre Diskografie. Nun erscheint also am 6. August tatsächlich ihr bereits zweites Album. Typisch Working Class sozusagen. Ihr merkt, hier geht es um Authentizität und was soll man auch sonst auf ner verschlafenen Insel mit einer Einwohnerzahl machen, die bei uns von einzelnen Städten locker übertroffen werden, als kernigen Punkrock? Nach einem kurzen Intro gehts auch los mit der rund halbstündigen Scheibe. Textlich darf natürlich ein Sauf-Hit nicht fehlen: mit Pubwatch gehts los, obwohl der Text auch nachdenkliche Töne anschlägt. Zudem Song wurde auch ein kleines Video gedreht:

Musikalisch bewegt man sich irgendwo im Street Punk, wobei mir vor allem die Hardcore-Einflüsse positiv im Ohr geblieben sind. Natürlich hört man auch etwas kernigen Oi! raus, wobei der fokus durchaus auf dem Punkrock liegt. Melodien können die drei recht gut. Und so kann man tatsächlich nach dem ersten Durchlauf mitgröhlen und mitsingen, beides funktioniert. Die drei Jungs beherrschen ihre Instrumente und lassen sich von den Alten nix sagen. Ansonsten erzählt die Band gerne von ihrem Leben und kommt dabei ziemlich altersweise daher. Aber es wirkt eben echt und darauf kommts an. Extrapunkte gibts für die Zurück-in-die Zukunft- und Dr. Who-Referenz in Falling Bridges. Groundhog Day dagegen handelt davon, jeden Tag dasselbe zu tun. Der Titel ist gut gewählt, handelt es sich doch um den Originaltitel von Und täglich grüßt das Murmeltier. Dementsprechend gibts auch ein Sample zu hören. Auch cool: die Geschichte über einen Straßenboxer namens Danny Ghoul.

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Auch optisch überzeugt das Album. Die CD-Version erscheint im wunderschönen Digipak mit allen Texten (einer sogar zweimal ;-)) und die LP kommt in farbigem Vinyl.

Fazit: Ein wirklich tolles Album ist dieser blutjungen Band gelungen. Hier stimmt einfach alles!

Titelliste
01. Devil’s Dancen Hours
02. Pubwatch
03. Groundhog Day
04. Hearts of Gold 05. Mr Industry
06. Money in the Game
07. Turning the Tide
08. Falling Bridges
09. Medina Snake
10. Procrastinator
11. The Life and Tales (Of Danny Ghoul)

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc (Archivversion: http://archive.iamhavoc.de/), veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier.

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