Great American Ghost
Great American Ghost
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Nuclear Blast

Wir haben Sänger Ethan Harrison von Great American Ghost ein paar Fragen zu dem neuen Album Power Through Terror (die Review gibt es hier) gestellt. Was Ethan zum Album zu sagen hat, wie er zu seinen Bostoner Wurzeln steht, ob Ethan im realen Leben eben so aggressiv ist, wie in den Songs und welche Art von Liebesliedern Great American Ghost machen, erfahrt ihr unter anderem in dem folgenden Interview.

AFL: Was würdest du sagen, ist der größte Unterschied zwischen Power Through Terror und dem letzten Album Hatred Stems From The Seed?

Ethan: Ich glaube aufrichtig, dass dieses Album und Hatred völlig anders sind. So unterschiedlich wie eine Band sein kann. POWER ist ein Metal Album. Für mich ist Hatred eine Mischung aus Metal und Hardcore, die sich mehr an die Hardcore-Seite der Dinge anlehnt. Auch idealistisch ist die Platte ganz anders. Wir haben sie geschrieben, ohne uns wirklich Darum zu kümmern, ob siejemand mögen wird oder nicht, und das allein ist ein großer Unterschied. Bei Hatred haben wir uns sehr unter Druck gesetzt, etwas „cooles“ zu machen, und dieses Mal haben wir einfach einen Scheiß darauf gegeben. Wir haben eine Platte gemacht, die uns gefiel.

- Umfrage -
AWAY FROM LIFE Leserumfrage 2020

AFL: Ist Great American Ghost eine Art Wutmanagement für dich? Oder ist es eher wie ein Ventil und du bist eher der introvertierte Typ im wirklichen Leben?

Ethan: Ich bin nicht furchtbar introvertiert, aber es ist sicherlich eine Art Ventil für mich. Ich bin ein viel ruhigerer Mensch im realen Leben und dafür bin ich auch sehr dankbar. Jedes Mal, wenn wir ein Lied spielen, ist es kathartisch für mich, weil ich mich definitiv daran erinnere, wie ich mich gefühlt habe, als ich es schrieb und was ich brauchte, um rauszukommen, also bringt es mich zurück und erlaubt mir, diese Gefühle auszuüben.

AFL: Wie funktioniert das Songwriting bei euch, folgt es immer dem gleichen Verfahren? Oder ist es immer anders?

Ethan: Es ist im Grunde immer das gleiche. Niko schreibt die Musik und dann arbeiten wir zusammen, um es zu einem GAG-Song zu formen. Joey gibt seinen Input, während wir den Song immer wieder hin und her schicken, bis wir schließlich, wenn wir es aufnehmen, eine ziemlich gute Vorstellung davon haben, wie er sein soll. Dann bekommt Will Putney es und bringt seinen Teil dazu ein. Manchmal ändert es sich komplett und manchmal bleibt es genauso vom Anfang bis zum fertigen Song.

AFL: Woher bekommst du die Inspiration für die Texte? Schreibst du die Texte alleine oder arbeitet ihr mit einem Texter zusammen?

Ethan: Ich schreibe die Texte. Manchmal hilft Niko mit einigen Zeilen oder sogar einem ganzen Song. Oft schreibe ich die Texte und dann, wenn wir ins Studio kommen gibt unser Produzent Will noch seine Vorschläge ab. Sie entwickeln sich immer abhängig davon, was das Lied braucht oder was ich zu sagen habe. Für POWER kamen die Texte von einem Ort der Wut und Frustration aus unserem aktuellen System in den USA. Ich war es leid zu sehen, wie den Menschen, die weniger Glück haben Ungerechtigkeiten und Unterdrückung angetan wurden. Als es darum ging, die Texte zu schreiben, erlaubte ich mir schließlich, über sie zu schreiben, nachdem ich jahrelang mein Bestes getan hatte, um es nicht zu tun.

AFL: Was bedeutet der Text des Liedes Prison of Hate? Geht es unter anderem darum, heutzutage isolierter zu sein? Weniger soziale Kontakte zu haben?

Ethan: In Prison Of Hate geht es eigentlich um unser gemeinsames Bewusstsein und darum, wie dieses kollektive Bewusstsein und das, was wir als real empfinden, nichts anderes ist als eine Lüge, die wir einander erzählen. Es geht auch darum, das Gefühl zu haben, dass du verrückt wirst und wie Wahnsinn eigentlich nur der Schleier dieser Lügen ist, die wir uns gegenseitig erzählen, während wir abrutschen.

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AFL: Welches ist dein Lieblingslied von Power Through Terror?

Ethan: Ich würde sagen, dass einer meiner absoluten Favoriten auf der Platte No More ist. Ich bin so glücklich, wie dieser Song herauskam und über all die verschiedenen Möglichkeiten, wie wir in der Lage waren, das, was wir auf der Platte tun wollten, in diesen einem Track zu integrieren. Ebenso liebe ich, dass es der letzte Track auf der Platte ist. Hoffentlich bedeutet es, dass, wenn es der letzte Song auf dem Album ist, dann auch der Rest der Platte so stark ist. Ich hoffe es!

AFL: Wie sind die Reaktionen auf Power Through Terror so, wie ihr es erhofft und erwartet habt? Ist es bisher erfolgreich?

Ethan: Ummmm, ich habe vorher nicht wirklich an die Reaktion gedacht, um ehrlich zu sein. Die ersten Reaktionen kommen gerade erst rein. Ich bin froh, dass es überhaupt jemanden interessiert und sich die Zeit genommen wird, unsere Kunst zu konsumieren, das alleine bedeutet mir die Welt. Zeit ist eine wertvolle Sache.

AFL: Was ist deine beste Erfahrung mit Great American Ghost? Und die Schlimmste?

Ethan: Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht, das ist schwer da eine rauszupicken. Ich denke, jedes Mal, wenn wir in unserer Heimatstadt spielen, ist das etwas, das für immer bei mir bleiben wird. Auf der anderen Seite gab es auch harte Zeiten. Ich würde sagen, das Schwierigste Zeit war, bevor wir POWER aufgenommen haben. Es gab viele Zweifel und Unsicherheiten. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es wirklich klappen wird eine neue Platte zu machen. Wir sind sehr glücklich, jetzt da zu sein, wo wir jetzt sind. Ich genieße jeden Moment davon.

AFL: Wie wichtig sind eure Boston-Wurzeln für die Musik von Great American Ghost?

Ethan: Sehr wichtig. Wir können nicht genug betonen, wie viel es uns bedeutet, von dort zu sein, wo wir herkommen, und zusammen mit einigen der Bands aufgezählt zu werden, mit denen wir aufgewachsen sind. Ich denke, wo die Menschen herkommen und wo sie ihre Kunst erschaffen, das formt, was ihre Kunst ist. Ich fühle mich sehr glücklich, dort geboren und aufgewachsen zu sein.

AFL: Was läuft gerade auf deinem Platten/CD- Spieler?

Ethan: Loathe – I Let It In And It Took Everything

AFL: Wann kommt ihr wieder nach Europa um Power Through Terror zu promoten?

Ethan: Bald.

AFL: Werden wir jemals ein Liebeslied von Great American Ghost hören?

Ethan: Haha. Wir schreiben Liebeslieder. Wir schreiben die Liebeslieder, die nach der Liebe kommen.

AFL: Wollt ihr unseren Lesern im deutschsprachigen Raum noch was sagen?

Ethan: Wir lieben Euch wirklich. Wenn ihr euch im Geringsten für uns interessiert habt, sind wir euch dafür dankbar. Wenn ihr noch nie von uns gehört habt, werden ihr es noch!

Vielen Dank Ethan, wir freuen uns auf euren nächsten Besuch in Europa.

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Die Spotify-Playlist zu unserem Jahresrückblick: Best-Of Hardcore-Punk 2020:

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Moin! Ich bin Sven aus der Nähe von Hamburg, 72er Jahrgang und seit über 20 Jahren glücklich verheiratet. Ich bin seit Sommer 2018 bei AWAY FROM LIFE und mache hauptsächlich Konzertfotos, Reviews und Interviews. Wenn ich nicht meinem „normalen“ Job nachgehe oder für AWAY FROM LIFE schreibe, könnt ihr mich entweder im Stadion beim FC. St. Pauli, auf Konzerten, beim Fotografieren oder beim Sport treffen. Bei letzterem schlägt mein Herz für‘s Boxen und Kraftsport, mittlerweile laufe ich aber auch einige Kilometer in der Woche. Ich liebe NYHC, bin aber auch für viele andere Genre offen, die zu unserer Szene gehören oder zumindest daran angrenzen. Meine All-Time Lieblingsbands sind Sick Of It All, Misfits, Ramones, Agnostic Front, und Slipknot. Hardcore lives!

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