Heaven Shall Burn – Mein Grünes Herz in dunklen Zeiten (Film) ::: Review (2020)

Heaven Shall Burn laufen im Kino! Ob die Dokumentation sehenswert ist oder man sich lieber auf das neue Album freuen sollte, erfahrt ihr hier.

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Das Leben als Musikjournalist ist spannend. Als die Promoagentur von Heaven Shall Burn anfragte, ob ich mir den Film nicht angucken wollte, sagte ich spontan zu und mit Popcorn (na gut, Nachos) und Bier (na gut, Cola) in der Hand saß ich dann tatsächlich im Kinosaal. Dazu muss man sagen: Ich bin nicht der größte Heaven Shall Burn-Fan (obwohl das Album nach Those Of The Unlight mein liebstes von Marduk ist), aber ich konnte dem Film doch einiges abgewinnen. Kafka-like „Im Kino gewesen. Geweint.“ wird allerdings nicht am Ende stehen.

Für den, der das ehrgeizige Projekt nicht kennt: Heaven Shall Burn (im Folgenden HSB genannt), ließen sich ein Jahr von Dokumentarfilmer Ingo Schmoll während der Entstehung ihres neuen, noch nicht erscheinenden Doppelalbums Of Truth and Sacrifices begleiten. Gezeigt werden sowohl die Aufnahmen, insbesondere die der Gastsänger, wobei hier besonders der Nasty-Sänger überzeugte, als auch der Mastering-Prozess, aber auch der  T-Shirt-Druck und das Entstehen der Videos. Sehr interessant sind die Orchesteraufnahmen in Weißrussland und die Entstehung des neuen Doppelvideos, die ihr nach einem Trailer am Ende des Beitrags finden könnt.

Was deutlich wird: DIY bei einem Quasi-Major wie Century Media geht tatsächlich. Die Band begleitet wirklich alle Etappen der Albumentstehung, verhandelt mit den Merchdruckern und sitzt beim Mastern mit dabei. Auch das soziale Engagement kommt nicht zu kurz. Sei es über die Texte als auch über kleine Gesten: So trägt Gitarrist Maik Weichert in fast jeder Einstellung ein Sea-Shepherd-Shirt, denen auch das Video zu My Heart And The Ocean gewidmet ist.

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Abgerundet wird das Porträt über die Band mit Aufnahmen aus ihrem beruflichen Umfeld und Berichten über das Aufwachsen in Thüringen als „Zecke“ zwischen Faschokids beziehungsweise dem Leben als einziger „Wessi“ in der Band. Dabei wirken wirklich alle Beteiligten sehr sympathisch, neben der Band auch alle Arbeitskollegen sowie der Rest aus dem Musikbusiness. Was man vielleicht etwas kritisieren könnte, ist der Schlusspunkt, der einfach nach dem Videodreh endet. So eine kleine dramaturgische Kurve hätte ich schon erwartet. Aber man muss schon sagen: der Film macht definitiv heiß auf das neue Doppelalbum und hat meinen Blick auf die Band nachhaltig geschärft.

Mein Tagebucheintrag lautet nun also: „Im Kino gewesen. Gerührt.“

An dieser Stelle noch ein kleiner Gruß an die Crew des Cinestar Saarbrücken, die mir den Besuch ermöglicht hat.

PS: Mich erreichte gerade die Nachricht, dass der Film wohl auch als DVD dem neuen Album beiliegen wird.

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