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Insanity

Puh, Lässing habe ich mir mal auf Verdacht zum Reviewen geschnappt, weil die Stilbeschreibung (zwischen WIZO und Weezer) eigentlich ganz gut zu mir passt. Aber keine Ahnung, wer das in die Promo reingeschrieben hat, denn das würde nur stimmen, wenn man bei WIZO ausschließlich die peinlichen Texte und bei Weezer die langweiligen Riffs mitnimmt. Das Problem: beide Bands haben eben auch gute Texte und gute Riffs, das kann man von Lässing leider nicht behaupten.

Aber fangen wir vorne an: Lässing, das ist Band- und Interpretenname zugleich. Zwar wird im Promotext und in der Werbung von der Band gesprochen, aber auf dem Cover ist nur Ibrahim Lässing zu sehen und auch die Promofotos für die anstehende Tour mit Grillmaster Flash zeigen nur ihn (Daten am Schluss).

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CoreTex

Reden wir trotzdem von der Band. Lässing hat wohl mal den Panik-Preis von Udo Lindenberg gewonnen. Nun kann man Udo Lindenberg viel vorwerfen, vor allem Gutes. Ich halte ihn für einen der besten noch lebenden Künstler Deutschlands und 100 mal mehr Punkrock als die meisten anderen Typen. Aber einen guten Riecher für neue Bands hat er leider nicht. Oder erinnert sich noch jemand an seinen Ziehsohn Lukas Hilbert (heute Loules)?

Nach zwei EPs jedenfalls kommt nun das Debütalbum Lass die schlechten Zeiten rollen. Die Musik liegt irgendwo zwischen Langweiler-Indiepop und Fast-Alternative. Der Gesang erinnert ein wenig an Angelika Express. Kann man sich sicherlich schon mal anhören, wenn da nicht die absolut furchtbaren Texte wären. Ich hab ja nix dagegen, wenn man sich einem jungen Publikum anbiedert. Da fall ich zwar raus, aber trotzdem kann ich dem Frühwerk der Abstürzenden Brieftauben oder Der Ärzte was abgewinnen. Aber hier werden Teenager-Liebesgeschichten ausgeschlachtet, über Mundgeruch und Muttermale geschrieben, Wöter wie „cruist“ benutzt und vom Freibad-Besuch erzählt. „Die letzten Kieselsteine unter meinen Skateboard-Reifen knistern wie Pop-Rocks“… Boah… „Beide voll der Griff ins Klo, aber sie mögen sich so“… Vielleicht hab ich auch einfach nicht den Gag verstanden…

Sorry, Scheibe voll der Griff ins Klo, aber Warner Music mag die so!

01.Teenagerprobleme [00:03:14]
02.Lass die schlechten Zeiten rollen [00:02:24]
03. Du nimmst die Liebe zu ernst [00:03:25]
04. So mögen sie sich [00:03:05]
05. Da war kein großer Bruder [00:02:08]
06. Kleiner Gatsby [00:02:25]
07. Thomas und Nina [00:03:02]
08. Im Schneesturm von 2003 [00:02:54]
09. Ich will nicht mehr so viel schimpfen müssen, Baby [00:02:45]
10. Der erste heiße Tag im Jahr [00:02:12]
11. Irgendwas ist los mit uns [00:03:09]
12. I Was a Teenage Aushilfskraft [00:01:41]

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Demons Run Amok
 
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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu Away from Life.

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