In Mönchengladbach 2017 gegründet sind Panikraum eine Band, welche sich unter anderem aus Mitgliedern von EA80 und Die Strafe zusammensetzt. „Selbst“ ist jetzt das neue Album, welches die gewisse Finsternis in sich trägt, welche vorher genannte Bands ja auch immer schon in ihrem Sound hatten. Die 14 Songs sind durchaus gefällig, was ihre Melodien betrifft, haben aber immer ihren emotionalen Touch und würden wohl nicht auf ein Sommerfest der Gladbacher Feuerwehr passen. Dennoch schiebt Gehörtes durchaus gut nach vorne und ist musikalisch sehr hochwertig, was aber auch nicht anders zu erwarten war.
Der Einstieg mit dem Titeltrack macht dann auch klar, was Panikraum machen. Und ich denke, ihr erkennt den regionalen Stil der Gladbacher Bands auch hier wieder sehr gut. Trotzdem finde ich schon, dass sich Panikraum in gewisser Hinsicht etwas abheben oder besser gesagt unterscheiden, denn zum Beispiel Am Tag der Tränen ist poppig, melodisch und trotzdem textlich düster. Ich hatte irgendwie die erste Graf Zahl Platte kurz im Kopf… aber egal, es ist wirklich sehr interessant, wie diese flotte und doch düstere Musik funktioniert, ja zum Schluss sogar hymnisch wird. Von allen Zwängen frei schlägt dann textlich wieder in die Kerbe, wie der Titelsong Selbst. Es geht doch eher um freies Denken, freie Entscheidungen.
Sehr variabel sind die Songs nicht nur im textlichen sondern auch in Tempo und Spielzeit. Deinen Namen endet nach nicht einmal zwei Minuten, aber danach gibt es über fünf Minuten Waldsterben. Wer jetzt aber denkt, dass Deinen Namen ein schneller „Hau-Drauf-Song“ ist und Waldsterben dann zum Einschlafen animiert, der hat sich sauber getäuscht. Denn Waldsterben geht die kompletten fünf Minuten straight nach vorne. 4 minus 1 Elemente eröffnet dann die B-Seite und der Song bringt coole aggressive Teile im stimmlichen Teil, ist recht schnell unterwegs und für mich einer der Songs, die herausstechen, den auch die Arbeit an der Gitarre ist hier sehr erfrischend. Hört genau hin, was das Riffing so macht.
Alles in Allem bin ich sehr unterhalten beim Durchhören von Selbst. Die Songs sind nicht nur gut geschrieben, sondern auch gut performt. Das Album erzählt irgendwie eine düstere Geschichte, die immer wieder auch Hoffnung macht. Das passiert nicht nur in den Texten, sondern auch die musikalisch Untermalung bringt von Minus bis Plus alles mit und durch die sehr gut positionierten melodischen Teile ist eben jene Dunkelheit auch immer wieder einmal weg. Absoluter Tipp für Fans des Genres. Wer Fliehende Stürme mag, Boxhamsters liebt und auch mit den alten Muff Potter Sachen aufgewachsen ist, der wird hier seine Freude haben.

















