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Dedication Records

PEARS gehören ohne jeden Zweifel zu den Punk-Rock Durchstartern der letzten zwei Jahre. Als die Band ihr Debütalbum Go To Prison im Jahr 2014 zunächst selbst veröffentlichte, hat sie sicher nicht im Entferntesten daran gedacht, dass selbiges Album ein Jahr später, auf dem wohl bekanntesten Punk-Label der Welt, noch einmal neu aufgelegt wird. Fat Wreck brachte Anfang April 2016 auch nun den zweiten Langspieler von PEARS heraus. Wir konnten mit der Band über das neue Album Green Star, ihre Komplikationen auf der Australien-Tour im März und die anstehende Tour in Europa reden.

The Pears BandInterview mit PEARS

Green Star war harte, harte Arbeit. Die einzelnen Songs wurden auseinander genommen, diskutiert, neu geschrieben und zusammengestellt, bis es für uns perfekt war. [..] Ich bin froh, dass es vorbei ist. Ich bin sehr stolz und finde unser neues Album geil. Das ist unser Baby!

AFL: Ihr habt erst vor Kurzem eure Tour in Australien beendet. Es gab ja vor und während der Tour einige Probleme. Erst einmal die wichtigste Frage: Wie geht es dir nach deiner Operation, Zach?

Zach: Der Heilprozess ist in vollem Gange. Es scheint alles wieder am richtigen Platz zu sein. Bis jetzt habe ich kein Gefühl auf der Außenseite meiner Hand, und ich mache mir Sorgen wegen der Seitwärts-Beweglichkeit meines kleinen Fingers. Aber ich gehe davon aus, dass das mit der Zeit besser wird. Der Unfall ist während einer Show passiert, als ich auf der Bühne in die Luft gesprungen bin und unglücklich aufkam. Ich bin herunter gekommen wie Iron Man (der aus dem Marvel-Film). Ein Knie und eine Faust auf dem Boden. Ich habe einen Knochen in der Hand gebrochen, einen Knöchel ausgekugelt und ein Fingerglied zertrümmert. Das musste operiert werden. Jetzt bin ich stolzer Besitzer einer neuen Titanschraube.

AFL: Ihr habt ja, um die Kosten für die OP zu decken, eine Gofundme-Kampagne gestartet, bei der das Ziel bereits nach wenigen Tagen erreicht wurde. Hättet ihr mit einer solchen Unterstützung gerechnet?

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Zach: Wir haben das vorgegebene Ziel sogar innerhalb von 5,5 Stunden erreicht! Ich war tief beeindruckt von dem Ausmaß der Unterstützung, die wir bekommen haben. Überrascht aber nicht wirklich, denn wir haben die besten Freunde! Die würden fast alles für uns tun. Die wissen, dass wir niemals unsere Fans ausbeuten würden. Wir geben immer 110 Prozent.

AFL: Perth ist notgedrungen am Bass eingesprungen. Lief alles glatt? Woher kanntet ihr Perth, und konntet ihr eure normale Setlist spielen? Von ursprünglich vier Bandmitgliedern waren ja nur noch Brian und Jarret übrig!

Brian: Zach und ich zählen zu den Gründungsmitgliedern, aber Jarret war eigentlich auch schon immer dabei. Du meinst wohl, mit welcher Besetzung wir in Australien gespielt haben. Es hat angefangen mit einer Kombination aus Liedern unserer anderen Band (LITTLE BAGS) und Songs von PEARS. Der Unterschied zwischen den Bands ist, dass Zach in einer nicht nur singt, sondern auch Gitarre spielt. Wir haben dazu auch einige Cover-Songs gespielt und eben Lieder von PEARS, bei denen Zach auch Bass spielte. Zumindest bevor er seine Hand gebrochen hatte. Wir haben Chris von STRUNG OUT für die Hälfte des Sets mit ins Boot geholt und Pat von DECLINE für den Rest. Dann haben wir unser normales PEARS-Set gespielt. Es war wirklich ein total verrücktes Abenteuer!

AFL: Wieso konnte Alex (ursprünglicher Bassist) nicht mit nach Australien?

Zach: Kurz vor unserer Reise nach Australien hat Alex die Band verlassen. Wir haben zu der Zeit mit John Komar einen anderen Bassisten zu uns geholt. Wir haben ungefähr zwei Monate zusammen geprobt und gespielt. Dann, 2 Stunden vor unserem Abflug nach Australien, haben wir einen Anruf bekommen, dass John uns angelogen hatte, und dass er nicht mit auf die Tour kommt. Ich glaube, dass er einen Zusammenbruch hatte und nicht mit dem klar kam was wir vorhatten. Dazu hatte er uns angelogen und Geschichten erfunden, nur um uns schließlich im Stich zu lassen. Aber wir haben uns zusammengerauft und mit der Hilfe von tollen Freunden die Tour erfolgreich geschafft.

Pears - Hardcore Punk Band - Fat Wreck
Pears starten seit ihrem Debüt „Go To Prison“ durch.

AFL: Wie war die Tour abgesehen von den ganzen Problemen in Australien? Gab es besondere Höhepunkte und waren die Shows gut besucht?

Brian: Die Tour in Australien war großartig! Es war eine einmalige Lebenserfahrung. Wenn man als Band unterwegs ist, sieht man normalerweise nicht viel von einem Land. Bei dieser Tour war es das genaue Gegenteil. Es waren wirklich alle Shows auf der Tour unfassbar gut! Alle Menschen waren so unglaublich nett, und wir hatten richtig viel Spaß. Außerdem haben wir seit der Tour mit STRUNG OUT richtig gute neue Freunde gefunden!

AFL: Ihr habt vor ein paar Tagen euer neues Album „Green Star“ veröffentlicht. Wie zufrieden seid ihr mit dem Album, und wie unterscheidet sich das Album von eurem Vorgänger?

Pears - Green Star - 2016 - Fat Wreck - Punk
Cover zu „Green Star“.

Zach: In erster Linie: Es ist besser! Die Alben sind auf ganz verschiedene Weise entstanden. Das Album Go To Prison war eine Art Momentaufnahme. Es ist wahnsinnig schnell geschrieben worden, ohne groß über etwas nachzudenken. Es wurde ohne irgendwelche Veränderungen aufgenommen – ganz einfach wie die Lieder eben waren. Green Star war harte, harte Arbeit. Die einzelnen Songs wurden auseinander genommen, diskutiert, neu geschrieben und zusammengestellt, bis es für uns perfekt war. Es war sehr anstrengend und mühsam. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Ich bin sehr stolz und finde unser neues Album geil. Das ist unser Baby, ich glaube besser geht es nicht.

AFL: Auch euer neues Album ist wieder ein cooler Mix aus 90er Skatepunk und alten US-Hardcore. Wie kam es zu diesem Sound? Hört ein Teil von euch Lagwagon, NOFX und Millencolin und der andere Teil 7 Seconds, Black Flag und Minor Threat?

Zach: Ich glaube, dass wir unseren Sound mit Absicht gestylt haben. Damit wir nicht genauso wie andere Bands klingen. So gesehen haben wir einen Raum geschaffen, in dem alles, was uns beeinflusst hat, zusammen gemischt wird. Ein Rezept, das nur der Chefkoch kennt. Ich bin aufgewachsen mit Bands die bei Fat Wreck und Epitaph in den 90ern waren. Ich bin auch ein großer Dischord Fan. Andere Bands, die mich beeinflusst haben, sind Elliott Smith, Kubrick, Nolan und Miyazaki.

AFL: Ihr seid momentan zusammen mit Such Gold auf US-Tour. Wie lief es bisher? Seid ihr vom ganzen Touren schon ein wenig müde, oder habt ihr noch Bock auf die restlichen Shows?

Brian: Die Tour mit Such Gold ist bisher super! Sie sind großartige Kumpels und die Band ist absolut großartig. Wenn du Such Gold bisher noch nicht kennst, dann hör sofort mit dem auf, was du gerade tust, und hör sie dir an! Aber ja, die Touren werden irgendwann schon richtig anstrengend. Das geht irgendwann richtig an die Substanz. Momentan bin ich sehr erkältet. Meine Nase läuft und ich habe Husten ohne Ende. Scheißegal, gleich gehe ich auf die Bühne und alles ist gut.

AFL: Bald geht es für euch zum zweiten Mal seit eurer Gründung auf Europa-Tour. Dabei stehen unter anderem Shows mit Dag Nasty, Subhumans, A Wilhelm Scream und Off With Their Heads an. Ihr werdet auch auf dem Groezrock in Belgien spielen. Das liest sich vorab natürlich schon grandios. Auf welche Band und Show freut ihr euch persönlich am meisten?

Brian: Wir sind gespannt auf jede Show, die wir spielen werden. DAG NASTY ist einer unserer größten Einflüsse und mit den anderen Bands sind wir sehr eng befreundet. Das ist super! Es ist eine Art Wiedervereinigung auf der Tour, wie ein Klassentreffen. Es wird toll! Und ich denke, unser Gig beim Groezrock wird der beste überhaupt.

„Wir haben keine Pläne, irgendwann aufzuhören. […] Wir werden dorthin gehen, wo die Leute uns haben wollen.“

AFL: Ernsthaft. Hättet ihr mit einem so schnellen Erfolg und Durchbruch gerechnet, als ihr damals die Songs für Go To Prison aufgenommen habt? Ihr gehört ja heute zu den angesagtesten Hardcore-Punk / Punk-Rock Bands überhaupt!

Brian: Vielen Dank! Nein, wir haben definitiv nicht damit gerechnet, aber wir werden uns sicher nicht darüber beschweren, dass alles so gelaufen ist, haha! Es ist nicht so, dass wir Millionäre sind oder gar keine Probleme haben, unsere Miete zu bezahlen. Wir haben aber vieles, was andere Bands durchmachen, übersprungen. Mit Sicherheit arbeiten wir härter als andere Bands, was glaube ich an der Art liegt, wie die Fans auf uns reagiert haben. Leute bekommen es mit, dass wir es ernst meinen und nicht zum Blödeln hier sind. Daher nehmen sie uns ernst. Oder vielleicht ist das auch alles nur zufällig passiert.

AFL: Go To Prison wurde mehrmals veröffentlicht. Fat Wreck, davor selbst veröffentlicht, dann in Deutschland auf Gunner und auf Anxious And Angry. Wollte Fat Wreck Go To Prison unbedingt noch einmal herausbringen?

Brian: Ja, als wir bei Fat unterschrieben, war geplant Go To Prison erneut zu veröffentlichen, so dass wir während der Aufnahme des neuen Albums das alte nochmal pushen können.

AFL: Was habt ihr für 2016 sonst noch so für Pläne? Plant ihr weitere Touren oder werdet ihr es nach dem Release und der Europatour erst einmal langsam angehen lassen?

Zach: Wir haben keine Pläne, irgendwann aufzuhören. Wir sind bis Oktober gebucht. Mitte Oktober heirate ich und gleich nach den Flitterwochen fangen wir wieder an zu touren. Wir kommen in diesem Jahr zweimal nach Europa und spielen auch noch einige Shows in den USA und Kanada. Hoffentlich gehen wir auch bald nach Mexico und Südamerika. Wir werden dorthin gehen, wo die Leute uns haben wollen.

AFL: Welche Bands sind bei euch momentan so angesagt, und was war die letzte Band, die euch zuvor unbekannt war und live dann so richtig umgehauen hat?

Brian: Zurzeit höre ich meistens die neue, noch nicht veröffentlichte, DIRECT HIT Platte. Ich höre auch die Bands Career Suicide, Government Warning, Nails, und viele mehr. Die letzte Band, die ich live gesehen habe, und die mich beeindruckt hat, war vor 6 Monaten in New Orleans Such Gold und ich war erstaunt. Wir haben uns am dem Tag kennengelernt, und wir sind jetzt zusammen auf Tour. Am besten daran ist, dass ich sie jetzt jeden Abend live anschauen kann. Die sind spitze!

AFL: Jungs, danke für das Interview. Wir sehen uns nächste Woche beim Groezrock! Habt ihr Abschlussworte die ihr noch loswerden möchtet?

Grüße an Jordan Burns!

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