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Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um über etwas zu reden, was ich die Postmoderne des Punk nenne. Waren wir uns damals (in der Zeit vor meiner Geburt) noch so ziemlich sicher, was man mit Punk zu bezeichnen hatte, ist das heute etwas schwieriger. Konzepte wurden aufgeweicht, Begriffe umgedeutet, das Verhältnis von Attitüde und künstlerischem Output gehörig umgekrempelt. Poppunk ist eine der Folgen dieser Postmoderne – und somit auch die Band Storyteller.

Denn, wenn diese Band etwas ist, dann ist sie wahrlich poppig. Auf ihrem dritten Album Time Flies stellen sie dies ein weiteres Mal tatkräftig und schamlos unter Beweis. Nach eindeutigem Vorbild von Bands wie Neck Deep oder Man Overboard liefern die vier Jungs aus Dessau einen Sound, den man so eigentlich nur aus den Staaten vermutet hätte – und in dieser Intention ist er mehr als perfekt: melodisch, abwechslungsreich, klar. Der Gesang von Sänger Rico Opitz ist glockenrein und scheint ein etwas wilderes Resemble von – und jetzt verzeiht mir den Vergleich, er ist rein objektiv – Justin Bieber zu sein. Er geht fabelhaft zusammen mit den geordneten Klängen von Songs wie You oder Upside Down und konterkariert die „härteren“ Songs des Albums, wie beispielsweise Everlasting. Die etwaigen Synthesizer-Einschläge lockern das Album zusätzlich auf und verleihen ihm eine Anschlussfähigkeit in viele Richtungen.

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Also eigentlich machen Storyteller auf Time Flies vermutlich genau das, was sie vorhatten, und sie machen das gut und professionell. Aber in der Postmoderne des Punk muss sich dieses musikalische Konzept dennoch einiges an Kritik gefallen lassen müssen, denn ist es offensichtlich welcher Kategorie auf einer Skala von Pop bis Punk hier dem Vorzug gegeben wurde und wie Punk eigentlich nur noch als musikalische Marketingschablone verwendet wird. Storyteller sind natürlich beileibe nicht die einzige Band, die das so handelt und deswegen bin ich mir sehr sicher, dass das Album in seiner Makellosigkeit viele Fans finden wird, aber eine Bewertung fällt unter diesen Aspekten und in dem Kontext dieses Blogs dennoch schwer.

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