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Das Schweizer Rockabilly-Trio The Peacocks setzt, seit ihrer Gründung im Jahr 1990, dem Rockabilly gekonnt die Punk-Krone auf und weiß damit immer wieder zu begeistern. Dieses bewiesen sie zuletzt auch wieder auf ihrem aktuellen Rundling „Flamingo“, dessen Veröffentlichung wir zum Anlass nahmen Basser Simon Langhart (Anm.: Bruder von Sänger u. Gitarrist Hasu) ein paar Fragen zu stellen.

„Wir hatten halt nie einen Plan. Wir haben einfach Musik gemacht, weil es Spaß macht … Vielleicht wären wir weiter gekommen mit einem Konzept. Vielleicht hätte das aber auch Enttäuschungen und Frust verursacht und es gäbe uns gar nicht mehr.“

 

Interview mit Bassman Simon

AFL: Erst einmal möchte ich euch an dieser Stelle zu eurem genialen aktuellen Album „Flamingo“ gratulieren!
Es ist euch wirklich mehr als gut gelungen. Wo steht denn für euch dieses Album und wie unterscheidet es sich eurer Meinung nach von euren ersten Veröffentlichungen?

Simon: Vielen Dank, das freut uns natürlich. Als Band versucht man ja immer zu wachsen und nicht einfach das gleiche Album mit neuen Songs nochmals aufzunehmen.
Vermutlich ist es etwas vielseitiger als die Vorgänger. Logischerweise für uns das beste Album bisher. Die letzten drei Alben sind für mich die besten. Bei den vorherigen bin ich mir mit der Reihenfolge nicht so sicher. Ich denke wir können gut altern, ohne peinlich zu werden oder lahm. Sondern frisch, mitreißend und interessant.

AFL: Genretechnisch seid ihr nicht so einfach einzuordnen. Ich höre bei euch eher den Punkrock alter Tage heraus, wohin gehend euch Freunde von mir dem Rockabilly zuordnen.
Wo seht ihr euch bzw. wollt ihr überhaupt in eine Schublade gesteckt werden?
Was haltet ihr prinzipiell von Schubladendenken?

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Simon: Schubladendenken ist mir eigentlich etwas fremd. Es sei denn, wann will bewusst einen bestimmten Stil spielen. Das hatten wir jedoch eigentlich noch nie vor, deshalb können wir auch machen, was wir wollen, ohne irgendwelche Fans zu vergraulen. Einflüsse haben wir natürlich von Rockabilly und Punk. Aber nicht nur. Auch spielen wir schon so lange zusammen, dass wir nicht planen müssen, in Sinn von „jetzt machen wir einen Punksong und würzen ihn mit Rockabilly“. Die Songs und der Stil ergeben sich einfach so durch die vielen Ideen und Vorlieben.

AFL: Was haben eigentlich Pfauen und Flamingos gemein – oder auf was bezieht sich der aktuelle Albumtitel?

Simon: Beides sind größere Vögel. Eigentlich war die erste Idee anders rum. Wir wollten ein Fotoshooting am Swimmingpool mit vielen Flamingos. Weils dann aber dann plötzlich eilte, konnten wir keine Flamingos auftreiben, dafür einen weißen Pfau. Jetzt heißt die Platte halt Flamingo. Irgendwie find ich es noch toll, wenn es die Leute etwas verwirrt, wenn sie den Vogel auf dem Cover sehen, beim zweiten Blick aber realisieren, dass es ja gar kein Flamingo ist. Vielleicht ist dieser Humor sonderbar, aber ich mag ihn…

AFL: Wenn ihr so auf die vergangenen 27 Jahre zurückblickt, was hättet ihr gerne besser oder evtl. auch gern anders gemacht? Oder bereut ihr nichts?

Simon: Schwierige Frage. Im Detail gibt es immer Dinge, die man lieber anders gemacht hätte. Sei es bei Aufnahmen oder Konzerte, die man besser gelassen hätte oder dafür woanders gespielt hätte. Wir hatten halt nie einen Plan. Wir haben einfach Musik gemacht, weil es Spaß macht. Dann plötzlich Konzerte gespielt, irgendwann richtige Touren. Das kam uns anfangs gar nicht in den Sinn. Vielleicht wären wir weiter gekommen mit einem Konzept. Vielleicht hätte das aber auch Enttäuschungen und Frust verursacht und es gäbe uns gar nicht mehr. Drum ist’s eigentlich ganz gut wies lief.

AFL: Wenn ihr an das Musikerleben in euren Anfängen zurückdenkt, gibt es Dinge die ihr im heutigen Business vermisst? Oder gar Dinge, die ihr euch heute gerne wegwünschen würdet?

Simon: Am Anfang gab es natürlich mehr Konzerte, die nicht so toll waren. Man konnte ja noch nicht so aussuchen. Das vermisse ich sicher nicht. Was ich etwas vermisse ist eine gewisse Entspanntheit. Heute ist alles viel professioneller. Aber leider auch geregelter. Man trifft selten noch Klubs, in denen geraucht wird, man nach dem Konzert entspannt abhängen kann, irgendjemand spontan die Bar macht, keine Türsteher, etc.!

AFL: Aber lassen wir die Vergangenheit mal Vergangenheit sein und kommen mehr zurück ins Hier und Jetzt.
Es ist in der heutigen Zeit doch recht schwer von seiner Musik leben zu können. Habt ihr dieses geschafft oder müsst ihr euch euer „Hobby“ mit anderen Jobs finanzieren?

Simon: Wir müssen alle noch arbeiten, können das aber nicht immer wegen der Band, darum ist es finanziell oft schwierig. Ich zum Beispiel arbeite in einer Kneipe. Dies am Abend. Wenn ich jetzt also ein Konzert spiele, muss ich frei nehmen. Gage minus Spesen ist dann leider oft weniger als mein Kneipenlohn. Die Musik muss also mehr sein als ein Hobby. Es ist eher ein innerer Drang.

AFL: Spielt ihr neben THE PEACOCKS auch noch in anderen Bands oder habt andere Projekte?

Simon: Hasu spielt noch in einer Punkband, die Vicos heißt. Manchmal als Serious Tiger Solo. Ich spiele noch bei Mars Attacks, traditioneller Rockabilly.

AFL: Was läuft bei euch im Tourbus so an Musik und was genießt ihr am meisten, wenn ihr unterwegs seid?

Simon: Meistens läuft eine CD, die Hasu mitgenommen hat und meisten kenne ich das nicht. Ist darum aber auch oft interessant.
Genießen im Bus tu ich am meisten, dass man mal pennen kann.

AFL: Ihr kommt tourtechnisch immer weit rum. Gibt es ein Land oder einen Erdteil der euch besonders beeindruckt hat oder den ihr unbedingt nochmal bereisen wollt? Und wenn ja, was hat euch dort so beeindruckt?

Simon: Sehr tolle Erinnerungen habe ich an Kanada. Da haben wir viel getourt. Das war sehr interessant und erlebnisreich. Oft so Roadmovie mäßig. Meistens sind es ja die Erlebnisse vor und nach dem Konzert, die die Unterschiede machen. Ansonsten sind ja Konzerte überall ähnlich. Diesbezüglich gibt’s keine Präferenzen. Japan war spannend, USA, eigentlich überall am Anfang. Nach einer Weile kennt man es halt. Das geht jedem so, nicht nur uns als Band. Darum kann ich jetzt auch gar nicht sagen, wo ich wieder hin will.

AFL: „Flamingo“ ist auf Concrete Jungle Records erschienen und nicht wie die letzten vier Veröffentlichungen auf People Like You Records. Was waren für euch die schlagenden Argumente das Lager zu Concrete Jungle zu wechseln?
Hatte das auch was mit der Übernahme von Century Media durch Sony zu tun, so dass ihr lieber bei einem Independent Label bleiben wolltet?

Simon: Wir hatten einen Deal über 3 Alben bei People Like You. Am Ende sind es sogar 4 geworden. Also waren sie ganz zufrieden, denke ich. Wir übrigens auch. Sie wollten dann aber keine weitere Platte machen. Ob das jetzt mit Sony zu tun hat, das weiß ich nicht. Für den Riesenapparat sind wir natürlich sicher nicht so interessant. Ein Grund ist sicher, dass Tobbe damals unser Bezugsmann war und er schon vor uns ging. Er wollte unsere neue Platte aber machen und hat uns zu Concrete Jungle geholt. Da haben wir jetzt zwar eher mit Matze zu tun.
Aber mich dünkt, auch er macht einen tip-top Job. Klare Ansagen und kein dummes Rumgelaber. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden. Für uns ist wichtig, dass wir jemanden haben, der unser Zeugs rausbringen will, eine Kontaktperson fürs Geschäftliche ist, bei dem man aber auch weiß was er macht.

AFL: Die Abschließenden Worte sollen nun euch gehören. Ich für meinen Teil bedanke mich erstmal für eure Zeit und hoffe noch auf viele weitere Veröffentlichungen aus dem Hause THE PEACOCKS!

Simon: Ich bedanke mich für das Interview. Dann hoffe ich, dass den Leuten die neue Platte so gut wie mir gefällt und der eine oder andere zu unseren Konzerten kommt.

 


The Peacocks auf Tour:
12.05.2017 Cafe Central / Weinheim (D) w/ Cat o Nine Tails
13.05.2017 Club Vaudeville / Lindau (D) w/ The Jancee Pornick Casino
18.05.2017 Coffee Bar / Innsbruck (A)
19.05.2017 Bogaloo / Pfarrkirchen (D) w/ Hellabama Honky Tonks
20.05.2017 Hirschen / Hüttwilen (CH)
25.05.2017 Westend Open Air / Dortmund (D)
26.05.2017 Stone / Düsseldorf (D)
27.05.2017 Wild at Heart / Berlin (D) w/ The Sewer Rats
03.06.2017 Sun Valley Festival / Malvaglia (CH)
10.06.2017 Postplatz Festival / Appenzell (CH) w/ Züri West, …
23.06.2017 Openair Berg-Birwinken / Berg (CH)
15.07.2017 Carmeeting / Calw (D)
28.07.2017 KleinLaut Festival / Rinikon (CH)
29.07.2017 Kustom Car Show / Hirschkofen/Straubing (D)
30.07.2017 Backstage / München (D) Free & Easy Festival
04.08.2017 Einsiedler Musikfest / Einsiedeln (CH)
15.09.2017 Peter Pan / Bellinzona (CH)
06.10.2017 High Voltage / Copenhagen (DK)
07.10.2017 Hafenklang / Hamburg (D)
27.10.2017 Goldmarks / Stuttgart (D)
28.10.2017 Zentrum Altenberg / Oberhausen (D) w/ The Magic Flip, …
31.10.2017 Le Grillen / Colmar (F)
09.11.2017 Pod Lampou / Pilsen (CZ)
10.11.2017 Z-Bau / Nürnberg (D)

 

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