Ehrlich gesagt war Tiger Army immer eine von diesen Bands für mich, bei denen ich nie verstanden habe, warum sie in meinem Umfeld überhaupt existent sind.
Ich konnte mit ihnen an keinem Punkt etwas anfangen und so waren es auch immer einzig und allein ihre Songs, die ich auf den großartigen Hellcat-Samplern übersprungen habe. Dementsprechend gering war nun auch meine Erwartungshaltung betreffend ihrem neuen Album V∙∙∙- und was soll ich sagen? Die Mutti hat am Ende doch immer recht, denn Geschmäcker scheinen sich zu ändern und das nicht nur leicht, denn was da aus meinen Lautsprechern tönt hat ganz gewiss eine Existenzberechtigung!

Bereits nach dem instrumentalen Intro weiß nämlich der zweite Titel Firefall direkt zu beeindrucken, da er an Eingängigkeit wohl kaum noch zu übertreffen ist, was sich in der Folge auch direkt bewahrheiten sollte. Eingängiger wird es nicht mehr, was aber auch wirklich kaum zu schaffen ist. Dafür wird es aber poppiger und sehr experimentierfreudig. So darf man sich auch nicht wundern neben Geigen, Glockenspiel und Hammond Orgel auch mal Mariachi-Klänge wahrzunehmen, aber trotz dieser Experementierfreudigkeit verlieren Tiger Army auf V∙∙∙- aber nie ihre Wurzeln und besinnen sich in der Songstruktur immer wieder dieser, was alleine schon beeindruckt und einem Grenzgang gleicht.
Und so liegt mir hier ein solch abwechslungsreiches Album vor, dass man fast an eine Compilation denken könnte. Balladen werden von poppigen Psychobilly Nummern verfolgt, anschließend von Songs mit Punkrock-Einschlag überholt und in der Folge durch Rock´n´Roll und County Klänge wieder etwas ausgebremst. Einzig allein der etwas extravagante Gesang von Sänger Nick13 und der häufig auftretende etwas nervige weibliche Hintergrundgesang bildet über die zwölf Songs hinweg eine Konstante.

Obwohl…eines ist hier noch konstant und zwar das überaus großartige Songwriting. Einzelgänger Nick13 hat hier wirklich geniale Songs zusammen gewerkelt und zeigt mir wiedermal auf, dass sich Zeiten ebenso ändern wie Geschmäcker und so gehe ich nun direkt in die benachbarte Bar und trinke 15 White Russian, denn vielleicht wird mir davon ja auch nicht mehr so schlecht wie früher!

Tiger Army- Band

Demons Run Amok - Fest
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Bewertung
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Ich beginne mal nicht mit meinem Namen, sondern mit dem was mich ausmacht: Ich bin ein Weltenbürger, welcher es liebt seine Gedanken und Emotionen in guten handgemachten Klängen zu verlieren und genauso wieder herauszubefördern. Oder um es einmal schlicht und einfach mit den Worten eines guten Freundes zu beschreiben: I LIVE ON A BIG ROCK - CALLED PUNK-ROCK

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