Aktiv Dödshjelp - The Nasty Piece (2026)
Aktiv Dödshjelp - The Nasty Piece (2026)

Vor zwei Jahren hatte ich mit Send Dudes zum ersten Mal das Vergnügen mit Aktiv Dödshjelp. Damals war mir die Band aus Oslo tatsächlich noch völlig unbekannt. Das Album hat mich allerdings ziemlich schnell abgeholt: Punk, Rock, ordentlich Melodie und immer wieder dieser gewisse Turbonegro-Vibe.

Jetzt steht mit The Nasty Piece Album Nummer zwei vor der Tür – und eigentlich könnte ich es mir ziemlich einfach machen und sagen: Wer Send Dudes mochte, wird auch hier seinen Spaß haben.

Denn Aktiv Dödshjelp haben ihren Sound nicht komplett auf links gedreht. Warum auch? Stattdessen wurde an den richtigen Schrauben gedreht. Die Songs wirken noch etwas größer, die Refrains noch eingängiger und hier und da darf es sogar ziemlich poppig werden. Trotzdem hat das Ganze weiterhin genügend Dreck und Power, um nicht plötzlich glattgebügelt zu wirken.

- Stäbruch 2026 - Stäbruch Fest 2026 Stäbruch Fest 2026

Dass die Band für The Nasty Piece mit Produzent Bendik Markovic Toming-Weston zusammengearbeitet hat, passt da ziemlich gut ins Bild. Laut Band weiß der Mann, wie man Songs größer macht, ohne deren ursprüngliche Idee zu verwässern. Genau danach klingt die Platte auch. Die Gitarren bleiben schön bissig, während einem einige der Hooks verdammt schnell im Kopf hängen bleiben.

Und ja, Turbonegro. Um diesen Namen komme ich auch zwei Jahre später nicht herum. Schon bei Send Dudes musste ich immer wieder an die norwegischen Landsleute denken und The Nasty Piece ändert daran überhaupt nichts. Teilweise könnte man fast meinen, hier wären ein paar verschollene Turbonegro-Songs aufgetaucht. Gerade Lazer Tag passt verdammt gut in diese Kategorie.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Norwegisch klingt geil – verstehen wäre trotzdem schön

Eine Sache hat sich seit meinem letzten Review ebenfalls nicht geändert: Ich verstehe immer noch kein Norwegisch.

Das ist eigentlich schade, denn gerade die Texte sollen bei Aktiv Dödshjelp voller Witz und Ironie stecken. Und so geil die norwegische Sprache zu dieser Musik auch klingt, würde ich manchmal einfach gerne wissen, worüber die Jungs da eigentlich singen.

Mit zwölf hätte ich wahrscheinlich noch mit Wörterbuch dagesessen und mir die Texte Stück für Stück übersetzt. So habe ich damals vermutlich mehr Englisch gelernt als in der Schule. Heute fehlt mir dafür leider die Muße – und mein Norwegisch ist in den vergangenen zwei Jahren überraschenderweise auch nicht besser geworden.

Musikalisch braucht es allerdings keine Übersetzung. The Nasty Piece funktioniert auch so hervorragend. Das Ding ist melodisch, rotzig, teilweise herrlich übertrieben und vor allem verdammt unterhaltsam.

Ein echtes Highlight wartet für mich mit Når jeg dør. Über sechs Minuten nehmen sich Aktiv Dödshjelp hier Zeit und machen daraus ein richtig episches Ding. Und als wäre das noch nicht genug, taucht gegen Ende Bendik Brænne mit seinem Saxofon auf und verpasst dem Song plötzlich einen kleinen, fiesen 80er-Vibe.

Wer spielt heutzutage eigentlich noch Saxofon außer Lisa Simpson?

Hier funktioniert es jedenfalls erstaunlich geil.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Überhaupt wäre The Nasty Piece ziemlich feine Kost für meinen AFL-Kollegen Max Motherfucker. Ich behaupte einfach mal, der würde beim Hören ein feuchtes Höschen bekommen.

Und dann kommt noch der letzte Track. Wobei Track wahrscheinlich die bessere Bezeichnung als Song ist. Soweit ich das verstehe, werden hier eher die Credits beziehungsweise die Namen der Beteiligten gesprochen vorgetragen. Ein richtiger Song ist das nicht. Es ist einfach nur weird. Aber nach allem, was vorher passiert ist, wirkt selbst dieser merkwürdige Abschluss irgendwie passend.

Lauter kleine nasty Pieces

Und damit wären wir eigentlich auch beim Titel. The Nasty Piece ist ein verdammt passender Name für dieses Album. Denn am Ende bekommt man hier tatsächlich eine Sammlung kleiner nasty Pieces serviert. Mal Punk, mal Rock, mal überraschend poppig, dann wieder rotzig, episch oder einfach nur völlig weird.

Aktiv Doedshjelp Credit Jonas Selim (2026)
Aktiv Doedshjelp Credit Jonas Selim (2026)

Aktiv Dödshjelp haben mit ihrem zweiten Album nicht versucht, sich neu zu erfinden. Sie haben vielmehr das, was Send Dudes bereits so unterhaltsam gemacht hat, konsequent weiterentwickelt.

Wer bei Turbonegro, The Good The Bad and The Zugly oder Kvelertak hellhörig wird, sollte hier definitiv mal ein Ohr riskieren.

Und ich? Ich hätte jetzt eigentlich nur noch gerne ein Textblatt mit englischer Übersetzung. Mein zwölfjähriges Ich wäre vermutlich schwer enttäuscht von mir.

Kleine Info am Rande: Aktiv Dödshjelp spielen am 24.11.26 in Hamburg im Bahnhof Pauli ihre einzige Clubshow in Deutschland in diesem Jahr!

Tracklist

  1. Can Opener
  2. Øyesmelter
  3. Jakter en løve
  4. Hun som sitter fast
  5. Zara Arson
  6. Lazer Tag
  7. Kjøttkverna
  8. Ingen hjemme
  9. For digg
  10. DFGT
  11. Når jeg dør
  12. Kredits 2
🎧 Folgt unserer Playlist
– Playlist: Happy Release Day

Beitrag kommentieren

Bitte gebe dein Kommentar ein
Bitte gebe dein Name ein