Bad Cop / Bad Cop aus SoCal veröffentlichten am 16. Juni ihr neues Album Warriors über Fat Wreck Chords. Es entstand unmittelbar nach den Erfahrungen der Vans Warped Tour, die sie 2015 abbrechen mussten, weil Stacey Dee, eine der insgesamt drei Sängerinnen und zwei Gitarristinnen, es exzessmässig übertrieben hatte und die Band von der laufenden Tour abspringen musste. Während andere Bands und Plattenfirmen ihre Künstler beziehungsweise Mitglieder fallen lassen würden, sandte Fat Mike Unterstützung und Stacey kam wieder auf die Beine. So entstanden einige der aggressivsten Momente des Albums, so der Track Victoria, der vom Suizid eines guten Freundes handelte, sowie der Single und erster Hit Womanarchist, zwei der Highlights des Albums.

Bad Cop / Bad Cop by Lindsey Byrnes

Aber nicht nur Stacesys Lebenswandel sorgte für eine deutlich aggressivere Ausrichtung des Albums als beim Erstling Not Sorry. Auch der überraschende Sieg von Donald Trump hatte Auswirkungen auf den aggressiveren Grundtenor des Albums. Auch Fat Mike selbst hatte ein paar Wörtchen beim Songwriting mitzureden. So entstand der Track I’m Done, ebenfalls ein Highlight des Albums, sowie der Titeltrack Warriors, der von den Trung-Schwestern handelt, die vor 2.000 Jahren die Rebellion von Vietnam gegen China anführten (zum Hintergrund siehe diesen kurzen Wikipedia-Artikel).

Musikalisch wie gesagt etwas aggressiver als der Vorgänger und auch mit wesentlich politischeren Texten. Dennoch denkt man bei All-Girl-Bands im Punk heutzutage unvermeidlich an die Donnas und damit liegt man hier auch sicherlich nicht falsch. Ein bisschen Bubblegum-Punk-Pop, etwas Teenie-Punk im Ramones-Stil und natürlich merkt man auch den Einfluss der beiden Produzenten Fat Mike und Davey Warsop sowie des Toningenieurs Jason Livermore (unter anderem Descendents, Lagwagon). Weitere Highlights sind die stark an Alanis Morissette angelehnten Vocals bei Broken und Kids, das von einem Vater handelt, der seine Kinder verprügelt. Aber eigentlich sind alle Songs recht stark. Wer auf melodischen Girl-Punk steht macht bei diesem Album nichts falsch.

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1. Retrograde
2. I’m Done
3. Womanarchist
4. Why Change A Thing
5. Victoria
6. Amputations
7. Broken
8. Wild Me
9. Warriors
10. Kids
11. Brain Is For Lovers

BEWERTUNG
Review
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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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