Hierbei handelt es sich um einen Beitrag von Timmy (Z13 Fotografie).
Der Abend versprach verdammt gut zu werden und so machte ich mich wieder einmal auf den Weg nach Kiel in die Schaubude im Hinterhof. Nach zwei Tagen mit Fieber und Infekt durfte es nun etwas positive Abwechslung geben und die Bergstraße schien mir da die richtige Wahl zu sein, den Kopf freizubekommen. Schließlich wollte ich mich dort auch mit meinem Kumpel Chema Zurita von Total Chaos treffen, der früher bei The Blood, Booze & Glory, Casualities, UK Subs, The Vibrators, The Skeptix, Texas Terri Bomb, Louise Distras Band und Love Zombies spielte und aktuell zusätzlich noch für Fangs On Fur, Anticops und Qloaqa Letal aktiv ist.
Nach einer herzlichen Umarmung und etwas Sabbelei war es dann auch schon fix Zeit für The Unnecessarys aus Kiel, eine gar nicht mehr ganz so junge Band, und nach 10 Jahren haben sie dann auch Merch und `ne Platte am Start. Die Jungs plus Deern gefielen mir richtig gut. Ich hatte mich natürlich vorher wieder auf Youtube in ihr Schaffen reingehört, fand sie aber live noch geiler. Sie spielten sich und den kleinen Konzertraum der Schaubude mit rohem und rotzigem Hardcorepunk schon mal so richtig heiß. Natürlich kann man auf einer so kleinen Bühne wie dieser, dazu mit niedriger Decke, keine große Akrobatikshow erwarten, und trotzdem sprang der Funke über. Local Heroes halt! Was sich hier schon ankündigte war, dass der Pogo-Pit an diesem Abend noch heftig werden und kein Blatt mehr zwischen Publikum und Bühne passen würde.
Nach `nem Gespräch mit Betreiber Richi über den geilen Sound an diesem Abend und der spannenden Backstory des Tongottes, war Kiel bereit für den nächsten Kracher. Die Rumkicks aus Südkorea sind aktuell mit Total Chaos auf großer Europatour und brachten mal so ganz andere Vibes mit. Die 3 jungen Punkrockgirls Jeong Yeawon (Vocals + Saiten), Heynam (Vocals + Basssaiten) und Sin Joo Wan Seo (Trommel) aus Seoul gründeten den All-Female-Dreier Rumkicks vor 8 Jahren und touren seitdem weltweit. Diese Kombi war komplett irre, 3 schicke asiatische Deerns wie aus einem Anime mit extrem unterhaltsamen Ansagen in internationalem Sprachgemisch und dazu diese witzig gespielte Überheblichkeit und rotzfrecher Punk, der wiederum mit viel Melodie daherkam, sodass man sich zwischendurch fragte, ob sie nicht doch irgendwie mit BTS verwandt sein könnten. Ganz außergewöhnliches Gesamtpaket! Die Mädels hatten die Meute nach zwei Songs im Griff und an den Bühnenrand gesaugt. Sehr sympathisch!
Nach einer erneuten Pause am Schicko-Tresen waren wir allesamt bereit für die legendären Total Chaos. Ich sag nur 1989, Baby! Sie ist eine der Bands, die allein optisch schon keinen Zweifel daran aufkommen lässt, wohin die Reise gehen wird. F***** Charisma-Rakete! Rob Chaos, Chema Zurita, Shawn Smash und Miguel Conflict waren auf Vollgas programmiert und kannten nur den Weg nach vorne, wütend, politisch, schnell und explosiv. Man muss eigentlich gar nicht mehr viel über ihre Kunst sagen, wer The Casualities oder The Exploited mag, will die Jungs adoptieren.
Zwischendurch musste Rad The Impaler aka Coco immer wieder die Mikroständer zusammenschrauben, da es im Pit heftigst zur Sache ging. Ein ums andere Mal dackelten oder sprangen einige Tanzchaot*innen auf die kleine Bühne und brachten Rob und Chema ordentlich in Bedrängnis oder maltretierten die Boxen. Hier sei gesagt, dass ich wilde Pits absolut liebe, aber hier hatten 3 Personen mit völlig entfesseltem Übereifer so absolut gar keine Kontrolle mehr über sich und ihre umsichschlagende Pit-Präsenz geschweige denn die Unversehrtheit des Publikums im Auge.
Die Stimmung war natürlich nichtsdestotrotz mega geil, an Bilder zu kommen dann eher schwierig aber das gehört dazu. Es gibt Clubs, die werben mit einem Image und können es nicht halten, Hier in der Bude ist das anders. Dieses total bunt gemischte Publikum ist der Club!
Nach dem Gig war noch Zeit für ein Bild mit den Rumkicks und Chema, der mich dann von meinem Auto nochmal zu den Mädels der Rumkicks mitnahm, um noch ein wenig zu quatschen und den Abend ausklingen zu lassen.
See you in the pit
Timmy




















































