Das Album hat schon eine kleine Weile das Licht der Welt erblickt, ich hatte bis dato einfach keine Zeit mich damit gebührend auseinanderzusetzen. So viel sei vorweggenommen, es hat sich dann weitgehend gelohnt.
Gleich beim Opener verrät sich einer der Produzenten durch den Sound und die überwiegende Marschrichtung des Albums Nr. 4 von Rat Boy ist klar. Tim Armstrong von Rancid mischte mit und das ist besonders klar beim ersten Track zu hören. Ebenso war anscheinend Suzie Quattro involviert. Das erklärt die „Oldschool-Vibes“ des Albums, im Sinne der 90er und frühen 2000er.
Also los geht es wie auf einem poppigeren Rancid-Album, danach gibt es diverse Soundanleihen wie z. B. 90er Skatepunk & Poppunk der frühen 2000er mit sehr cleanem Gesang. Sogar alte Teenage Bottlerocket oder Teen Idols lassen grüßen. Zwischendurch der angerotzte Gesang a la Armstrong machen den Sound und Songwriting innerhalb der Punkrock-Genregrenzen abwechslungsreich. Die Instrumente sind vom Klang und Spielart auch (Welch Wunder) stark an Rancid orientiert, ausgenommen der Bass ist deutlich reduzierter als Matt Freemans nach Vorne gemischten Basslines und -sound. Alles ist jedoch recht poppig und modern gemischt. Also Retro und nicht Vintage.
Sorry für die vielen Vergleiche, aber diese Verweise müssen hier stehen. Songwriting ist aber echt gut bis stark und das Album macht Laune. Es läuft einfach durch und hat auch zwei Knallerhits für mich. Namentlich Broken & The River finde ich spitze!
Produziert ist das Ganze fett und modern, aber schon auch radiotauglich. Das Artwork auch eine Hommage an frühere Zeiten. Ich kenne zwar die vorherigen Alben nicht, war wohl mehr Hip Hop und Ska mitverarbeitet, fände ich als Akkzente auch hier nicht schlecht. Dann arbeite ich wohl mal die alten Alben nach.
Fazit: Wer keine Angst vor poppigem und modernem Sound hat, keinen Meilenstein oder Weiterentwicklung des Genres erwartet, hat hier Spaß. Nichts für die Ewigkeit, aber doch frischer und guter Zeitvertreib.


















