Sarah ist Sängerin bei The Interstillers, einer Coverband der Interrupters, und Raskob Rails, einer Melodycore Band aus dem Umkreis von Trier. Sie hilft auch seit vielen Jahren bei der Organisation von Konzerten und Festivals mit, als Beispiel nenne ich hier gerne das Riez Open Air. Nun stellt sie uns ihre zehn Lieblingsplatten vor!
1The Distillers – Coral Fang
Coral Fang war die erste Platte, bei der ich dachte: “Okay, Frauen können auf einer Bühne nicht nur mithalten, sie können alles auseinandernehmen.” Brody Dalle hat mich komplett umgehauen. Diese Stimme, diese Energie, diese Haltung. Danach stand für mich fest: Das will ich auch! Bis heute eine Platte, die ich nie leid werde.
2The Interrupters – Say It Out Loud
Das erste Mal habe ich The Interrupters in der Luke in Trier gesehen. Nach dem Konzert war klar: Die Band läuft bei mir rauf und runter. Ich liebe diese Mischung aus Ska und Punk bei der man nicht stillstehen kann. Amy hat so eine Stimme, rau, kraftvoll und trotzdem eingängig. Mit meiner zweiten Band covern wir The Interrupters. Fun Fact: Eigentlich wollten wir auch Songs von The Distillers covern. Nach einer Probe war ich allerdings eine Woche heiser und wir haben den Plan erstmal wieder verworfen.
3Pascow – Alles muss kaputt sein!
Wenn ich nur eine Platte behalten dürfte, wäre es wahrscheinlich diese. Ich glaube wirklich, dass sie ein ganzes Jahr lang im Auto lief – ohne Übertreibung. Pascow schaffen es für mich wie keine andere Band, gleichzeitig wütend, traurig und irgendwie hoffnungsvoll zu klingen. Wenn Mila schläft war damals mein absolutes Lieblingslied und hat mir am Ende sogar meinen Instagram-Namen beschert.
Mehr Einfluss auf mich hatte keine andere Band!
4Rancid – …And Out Come the Wolves
Für mich die perfekte Mischung aus allem, was Punk ausmacht. Schnell, melodisch, rotzig und trotzdem voller kleiner musikalischer Details. Hardcore, Ska, Streetpunk – alles greift ineinander, ohne jemals konstruiert zu wirken. Jeder Song fühlt sich an, als würde er dich sofort mitreißen. Das ist so eine Platte, bei der ich automatisch anfange mitzuwippen. Wobei… ich kann sowieso schlecht stillsitzen.
5Sublime – Sublime
Mein erstes Auto war ein alter Ford Fiesta. Fenster runter, Sonnenbrille auf, Sommer und fast immer lief Sublime. Wenn ich die Platte heute höre, bin ich sofort wieder Anfang zwanzig und habe das Gefühl, dass der Tag niemals endet. Es gibt Alben, die Erinnerungen auslösen. Dieses Album ist für mich eine komplette Jahreszeit.
6Pennywise – All or Nothing
Diese Platte erinnert mich sofort an die letzte Reihe im Schulbus. Kopfhörer rein, Welt aus. Pennywise war laut und schnell und hat mich davon überzeugt, dass ich unbedingt skaten muss. Das Talent dafür hielt sich allerdings in Grenzen. Wenn du mich nach 3 Bier fragst, bin ich Sarah Hawk. Nüchtern betrachtet…eher nicht!
7Satanic Surfers – Unconsciously Confined
Diese Platte hat mir gezeigt, dass Punkrock nicht nur schnell sein muss. Die Songs rasen nach vorne, sind technisch unglaublich stark und trotzdem steckt in fast jeder Melodie eine gewisse Melancholie. Genau dieser Gegensatz hat mich immer fasziniert. Man kann dazu komplett eskalieren und gleichzeitig merkt man, wie viel Gefühl in den Songs steckt. Für mich bis heute eine der stärksten Punkrock Platten.
8The Cure – Seventeen Seconds
Für mich ein absoluter Klassiker! Verrückterweise höre ich sie am liebsten beim Haushalt. Andere brauchen dafür irgendeine Spotify-Playlist – ich brauche Robert Smith. Diese melancholische Ruhe macht selbst Staub wischen irgendwie schön. Und spätestens bei A Forest vergesse ich sowieso, was ich eigentlich gerade machen wollte.
9Die Goldenen Zitronen – Porsche, Genscher, Hallo HSV
Ich komme ursprünglich aus dem Deutschpunk. Diese Platte habe ich irgendwann im Plattenregal meines Vaters zwischen all den Metalplatten entdeckt und natürlich direkt einkassiert. Ich glaube ehrlich gesagt, er war ganz froh, als Sie weg war. Die Goldenen Zitronen haben mir gezeigt, dass Punk nicht nur laut und wütend sein muss, sondern auch klug, schräg und voller Humor sein kann. Das fand ich damals genauso spannend wie heute.
10Knochenfabrik – Ameisenstaat
Wenn ich Knochenfabrik höre, bin ich sofort wieder Teenager. Exhaus Trier, gegen alles sein, ein bisschen Rebellion und ganz viel Pubertät. Diese Songs sind roh, unperfekt und genau deshalb so ehrlich. Für mich klingt das nach Jugend und dem Gefühl, dass Punk damals nicht nur Musik war, sondern irgendwie auch ein Zuhause.

















