Capitano – Hi! ::: Review (2018)

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Capitano – HI! (CD/LP – 2018 – Eat The Beat Music)

Anders möchten Capitano sein. Anders als die überschaubare Masse der ewig gleichen Gitarrenbands der letzten Jahre, so heißt es in einem Pressetext. In einem anderen Pressetext las man, sie sollen angeblich klingen, als habe David Bowie eine Nacht mit Josh Homme in der Wüste verbracht. Die Herren von Turbonegro hätte man einspielen lassen. Also was jetzt? Anders als die andern oder doch irgendwie so, wie diverse Größen des Musik-Business? Ich bin gespannt.

Capitano durften noch vor Release ihres ersten eigenen Albums Bands wie Monster Magnet, Le Butcherettes, De Staat, Coheed and Cambria, Carpenter Brut und Mastodon als Support begleiten, was auch durchaus beeindruckend wirkt.

Nach dem ersten Hören lässt sich zweifelsohne behaupten, dass besonders Sänger John Who!? auf dem Debutalbum Hi! durch seine stimmliche Bandbreite beeindruckt. Treffsicher tänzelt er durch diverse Genres wie Classic Rock, Pop, Indie, Swing oder auch Glam Rock. Besonders Glam Rock! Davor kann man mal den Hut ziehen.

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Als nächstes versuche ich natürlich David Bowie, Josh Homme oder Turbonegro zu finden. Das gelingt mir nicht so wirklich. Turbonegro finde ich höchstens im Rahmen der extravaganten Klamotte. Was bei Turbonegro jedoch auffallend ausfallend daherkommt ist hier eben bewusst glamourös und eher durch Absurdität auffällig. Kann man jetzt so oder auch so mögen. Oder gar nicht.

Musikalisch erinnern mich Capitano vor allem an eine Band, die bei der oben genannten Liste komplett fehlt: Muse! Sehr viel Muse! Glamourös, divenhaft klingend und irgendwie doch trotz allem Schuschu ein bisschen lockerer und weniger hymnenhaft, auch wenn manche Songs schnell ins Ohr gehen. Man gibt sich PR-mäßig und sonst große Mühe. Beeindruckend ist auch die Vielzahl an Capitano-GIFs, die auf der Bandseite bei Facebook rausgefeuert werden. Sowas macht mir Spaß! Auch das Artwork um das Album herum ist gut gemacht. Teilweise minimalistisch gehaltene Hintergründe kontrastieren mit Fotos auf denen viel Prunk und auch Kitsch in Kleidungsform zu sehen ist. Passt ganz gut, so.

Für mich ist das Ergebnis der Bemühungen anders sein zu wollen trotz allen notwendigen und definitiv auch aufgebrachten Fleißes eben zu künstlich künstlerisch. Klar, man hat sich von allem das vermeintlich Beste oder Ausgefallendste rausgepickt, für mich fehlt da aber trotz allem irgendwie das Eigene, Charakteristische zwischen dem fulminant Zusammengewürfelten. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass die Scheibe durchaus erfolgreich sein wird. Nur für mich is‘ die so nicht wirklich was.

Live würde mich die Band dennoch mal reizen. Könnte absolut was taugen! Zum Schluss habe ich noch die aktuellen Dates zur Release Tour für euch, bevor ich mich dem Problem stelle, Capitano in eine unserer Musik-Kategorien zu pressen.

CAPITANO – „Hi!“ Release Tour 2018

02.02. Frankfurt am Main, Nachtleben (Release Show)
22.02. Berlin, Kantine am Berghain
23.02. Hamburg, Nochtwache
24.02. Köln, Blue Shell

Hi! erscheint am 2. Februar 2018 auf CD, Vinyl und Digital über Eat The Beat Music.

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