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Nuclear Blast

[CON] ist zwar keine neue Band, wurde sie doch bereits 2011 gegründet, doch wagten sie sich erst 2017 an ihr Debütalbum, dass mir nun zur Besprechung vorliegt. Eine Underground-Band mit ganzen 172 Facebook-Fans. Nun, das hat Erklärungsbedarf. Wie gesagt, 2011 in Saarbrücken gegründet besteht die Band aus Kai Buchalla (Gesang und Gitarre), Andy Kremp, der dem ein oder anderen auch als Bassist von Oi!Port bekannt sein dürfte, sowie Phil Nill (Schlagzeug). Als musikalischen Stil geben die drei auf ihrer Facebook-Seite „Liedermacher.Blues.Rock.Pop.Noise.Folk.Punk“, jo, das passt würde ich sagen. Im Plattenladen ihres Vertrauens (Rex Rotari das), wo sie stolz ihre CD entdeckten, wurde das ganze unter „local, rock, pop, indie, Tocotronic, EOC“ kategorisiert (EOC ist Element of Crime), das passt auch, wenn das natürlich die Erwartungen hoch schraubt.

Es gilt zwei Dinge zu bedenken: es handelt sich um die Debütveröffentlichung der Truppe und um eine Eigenproduktion. Dafür ist vor allem die Aufmachung des Booklets gelungen, farbig, auf schwarzem Papier, inklusive Band- und Einzelfotos sowie den kompletten Texten. Die sind nicht unbedingt nötig, denn Kai ist sehr um Verständlichkeit bemüht und die Musik ist auch eher ruhig gehalten. Dennoch eine nette Beigabe. Die Produktion ist in Ordnung, an manchen Stellen fehlt so ein bisschen der Druck. Musikalisch gibt es nichts zu meckern. Sowohl die Eigenbeschreibung als auch die Zuschreibung vom Plattenladen passt hervorragend. Die meisten Songs sind ziemlich im Liedermacher-Stil gehalten, das heißt sehr textzentriert, aber bei einigen wird auch der indie-Rock ausgepackt. An manchen Stellen stimmt die Silbigkeit nicht so, was auf mich etwas störend wirkt, aber von der band wohl so gewollt war. Die Texte sind persönlicher Natur. Herausheben würde ich gerne das wunderschöne Traurige britische Popmusik, das wohl auch die Einflüsse zur Musik wiedergibt. Ja, der Titel stellt es schon dar, Freudensprünge kann man zur Musik nicht gerade machen. Das sagt auch folgende Zeile aus dem Song Rastlos: „Mit meinen fünfundzwanzig Jahren fühl ich mich, als wär ich schon ein alter Mann“. Des wertren möchte ich euch noch das schöne Weniger Tag ans Herz legen, das mit der verflucht guten Textzeile „Und weil du wissen willst, warum ich Herbst lieber als Sommer mag. Es ist ganz einfach, er hat einfach weniger Tag“ ein Highlight des Albums darstellt.

Insgesamt ein tolles, recht anspruchvolles Debüt, das für alle Freunde der „traurigen britischen Popmusik“, Fans der Hamburger Schule oder des gepflegten deutschsprachigen Indie-Rocks gut geeignet ist. Wem Saarbrücken zu weit zu fahren ist und deshalb auf den Plattenladen, der auch in den Texten erwähnt wird, verzichten muss, der kann das Debüt auch über die Facebook-Seite erwerben. Kostet dort sieben Steinchen + 1,50 Porto. Siehe auch hier.

BEWERTUNG
Review
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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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