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Kafvka – 2048 ::: Review (2018)

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Kafkva bilden den Abschluss meiner geplanten Hip-Hop-Trilogie, die mit Sookee begann, mit Microphone Mafia inklusive Esther Bejarano fortgesetzt wurde. Naja, was heißt geplant? Die Konzerte lagen günstig und das Review ist eigentlich sowieso fällig, denn 2084 erschien am 27. April 2018 über Dodo Beach Originals.

Kafkva, das ist eine 5-Mann-Rap-Gruppe, mit einem Sänger und traditionellen Instrumenten (Schlagzeug, Bass, Gitarre) sowie einem „Kreativproduzenten“ (beats/synths). Dies zeigt schon, dass es sich nicht um normalen Hip-Hop handelt. Musikalisch lehnt man sich an den 1990er Crossover an. Und so lautet auch das Info auf facebook: „90er-Kids. Rap. Gitarre. Beats. Und Politik.“ Such a Surge und Megavier kommen einem in den Sinn, wenn man sich das Album in seiner Gänze anhört.

Bekannt wurden sie vor allem durch eine Adaption des Ton-Steine-Scherben-Klassikers Rauch-Haus-Song. Das erste Album Hände hoch erschien im April 2016, rund zwei Jahre später steht nun der Nachfolger 2084 im Laden. Der Titel stellt eine neue Variante von Orwells Dystopie dar. Die Texte des Albums sind schön politisch. bereits die erste Single Fick dein Volk richtet sich gegen den derzeitigen Rechtsruck in Europa.

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Wie beim 90er-Jahre-Crossover gibts auch hier neben viel Licht auch etwas Schatten. So frage ich mich ernsthaft, wer eine Hook wie bei Wi-Fi hören kann, ohne Kopfweh zu kriegen. Allerdings überwiegt das Licht doch um einiges mehr. Neben der sympathischen politischen Einstellung fallen die durchdachten Arrangements der Songs auf und auch wurde auf eine gesunde Härte der Musik geachtet. Daneben spielt auch der Humor eine Rolle, zum Beispiel bei Textzeilen wie „Pack die Batikhose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und fahr‘ nach Hause“ Das sind alles Pluspunkte.

Auch handelt es sich nicht nur um leere Phrasen. Sänger und Haupttexter Jonas hat auch die Plattform Flüchtlinge willkommen mitgegründet, die WG-Plätze an Flüchtlinge vermittelt. Tolle Sache das.

Insgesamt ein solides Album mit viel Potential nach oben. Etwas weniger ätzende Hooks und ich hätte noch mehr Spaß daran gehabt. Bin mal gespannt, ob die Band auch bei uns irgendwann live spielt. Könnte ich mir gut vorstellen, das die live gut knallen.

Titelliste:

1. Hallo Welt
2. 2018
3. Chip im Kopf
4. Wi-Fi
5. Batikhose
6. Fick dein Volk
7. Groß in der Kleinstadt
8. Generationskonflikt
9. Utopie
10. Paranoia im Paradies
11. Egal was Passiert
12. Zukunftsmusik

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