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Noihaus sind eine noch weitestgehende unbekannte Band aus den südlichen Thüringen, die im Juni 2016 ihr neues Album „Keine halbe Sachen“ veröffentlicht hat. Wir konnten Noihaus ein paar Fragen zur Band, ihrer Meinung zur Szene und zum neuen Album stellen.

„Punk ain’t no fashion, it’s a riot!“

Interview mit Noihaus (Punk-Rock)

AFL: Hey! Wie geht’s? Könnt ihr euch für alle die NOIHAUS bisher noch nicht kennen einmal kurz vorstellen?

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Noihaus: Hi Simon, uns geht’s bestens! Ham‘ ja auch allen Grund dazu! Wir sind vier Jungs aus der südlichsten Ecke Thüringens, wo sich Fuchs und Hase noch „Gute Nacht“ sagen! Wir kennen uns – dem Kaff sei Dank – seit gefühlten hundert Jahren und haben die wilde(ste) Jugend zusammen verbracht. Aus den Erlebnissen und Erfahrungen, die da gemacht wurden, hat sich dann irgendwann – natürlich ohne vorher jemals ein Musikinstrument in der Hand gehabt zu haben – etwas bandähnliches formatiert, was uns mit den Jahren weiter zusammenwachsen lies und professioneller wurde.

Wir spielen Punkrock mit überwiegend deutschen Texten, alles aus eigener Feder. Das Ganze hat einen sehr authentischen Stil, weil die Texte aus dem Alltag gezogen werden, das eigene Leben betreffen und von Herzen kommen. Auf der einen Seite lassen wir uns über die Scheiße aus, die einem das Leben (manchmal) echt schwermachen kann; machen uns dann aber selbst wieder klar, dass es viel zu kurz und zu gut ist, um im Trübsal zu versinken und dass verdammt nochmal jeder immer noch seines eigenen Glückes Schmied ist!

AFL: Ihr habt am 11. Juni 2016 euer neues Album „Keine halben Sachen“ veröffentlicht. Wie zufrieden seid ihr mit der Platte und was können die Hörer erwarten?

„Keine halben Sachen“ ist das erste „eigene Kind“ von jedem von uns. Ich denke, das sagt einiges aus. Wir haben da viel Arbeit, Zeit, Spaß, Ärger, gute und schlechte Zeiten reingesteckt. Und vor allem sind es für uns nicht nur zu einer Einheit gewordene Klänge, sondern das Ergebnis aus vielen Jahren dicker Freundschaft, Menschen, die kamen und wieder gingen und dem Wissen, dass ein bestimmter harter Kern an guten Leuten immer bleibt, auf die man sich verlassen kann. Wir sind sehr zufrieden mit der Scheibe!

AFL: Habt ihr einen persönlichen Favoriten auf dem Album und was wollt ihr mit dem Albumtitel im genaueren ausdrücken?

Noihaus - Keine Halben SachenDa wir alle vier unterschiedliche Persönlichkeiten sind, wird die Festlegung auf einen Favoriten schwer. Unser zeitloser Klassiker, der auch bei den Leuten, die uns kennen und mögen, immer wieder für ein Grinsen sorgt, ist „ASF“ (Asozial, Stolz & Frei).

Den Albumtitel kannst du wieder gut auf’s Leben beziehen: Wenn du etwas anfängst, dir etwas in den Kopf setzt, du ein Ziel vor Augen hast, dann zieh dein Ding durch und lass‘ dir vor allem von keinem reinreden. Leute, die das was du machst, Scheiße finden, wird es immer geben. Deswegen: Ganz oder gar nicht und keine halben Sachen!

AFL: Erst vor kurzem habt ihr ja mit „Save The Scene“ eine erste Hörprobe herausgebracht. Wie sollte man die Szene eurer Meinung den erhalten und was für Probleme gibt es momentan in der Szene?

Das fängt allein schon mit der ganzen Szenespalterei an. Was mal Punk war, hat jetzt 1000 verschiedene Ableger, die alle irgendwie gegeneinander zu sein scheinen. Da wird in den eigenen Reihen gehetzt was das Zeug hält, anstatt sich zusammen gegen das wahre Übel zu vereinen. Der Zusammenhalt ist quasi in eine komische Richtung abgedriftet. Vieles, was wirklich mal Subkultur war, ist inzwischen massentauglich. Du kannst Klamotten mit Anarchie-Zeichen bei H&M kaufen und Punkrock gibt’s überteuert bei Media Markt im CD-Regal.

Dabei wissen leider wenige noch, worum’s im Eigentlichen geht. Da fragen wir uns, ob das der Sinn des Ganzen ist?! Punk ain’t no fashion, it’s a riot!

AFL: Könnt ihr die restlichen Songs und das Album einmal kurz vorstellen? Wovon handeln die einzelnen Songs?

Das sind wir“ beschreibt uns und unser Örtchen Neuhaus-Schierschnitz, wovon auch der Bandname abgeleitet ist. Home sweet home!

Punk bleibt Punk“ handelt vom Lebensgefühl, das diese Art zu leben in sich trägt. Ungezwungen und frei!

Ich gehör‘ nur mir“ soll deutlich machen, dass jeder und jede nur dieses eine Leben hat, welches zur Selbstbestimmung gedacht ist. Keiner hat das Recht, dir vorzuschreiben, wie du leben sollst. Ein ähnliches Thema hat „Break out“, welches vom Fleiß- und Funktionsdenken und dem Schema-F (Geburt-Schule-Arbeit-Rente-Tod) handelt, das uns vorgegaukelt wird. Da draußen gibt’s mehr als das!

Das macht man nicht“ ist unser ska- und rhythmuslastiges Tanzstück, mit Offbeat-Gitarre und ausgefahrenem Mittelfinger, für die Menschen, die entsetzt sind, gaffen und tuscheln, wenn etwas aus ihrer Norm fällt.

Mit „Neben der Spur“ wollen wir ausdrücken, dass es nicht darauf ankommt wie oft du auf die Fresse fällst, sondern, dass du immer wieder aufstehst und dich nichts kleinkriegt. Und dass Tanzen aus der Reihe und ein ungeniertes Leben sehr viel Spaß machen können.

ASF“ geht raus an alle, die uns seit Jahren den Rücken stärken und hinter uns stehen, ohne die das Ganze wenig Sinn hätte.

Die kleinen, feinen Momente im Leben, die einem tagtäglich begegnen können, wenn man nur die Augen dafür offenhält und die es zu schätzen gilt, beschreibt das Stück „Futter“ und „Jung geblieben“ geht raus an alle, die sich immer das Kind im Herzen und den Blödsinn im Kopf bewahren – denn alt wird man ganz von alleine.

Hoch das Glas“ ist unsere Hymne an das gute Leben, an fette Partys, Suff und die Geschichten, die das Leben schreibt.

Allen Pseudos und „Wochenendskins und punks“, die nur mit halben Herzen bei der Sache sind und die Szene mal ausprobieren bzw. rechtsoffenen Spinnern, die sich bei uns verirrt haben, soll „Falsche Band“ in den Arsch treten und vermitteln, dass sie hier nichts verloren haben.

Auf ein Neues“ handelt vom Wiedersehen eines guten Kumpels nach langer Zeit. Man bemerkt, dass alles noch beim Alten ist, als ob er nie weggewesen wäre. Auf solche Freunde kommt es an!

Dass es verdammt wichtig ist, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht nur eine Kopie von etwas zu sein, dass einen mehr und mehr anpasst, wollen wir mit „Wild“ ausdrücken und „Smash the Scum“ ist unser Statement gegen die Zustände, die in sämtlichen Himmelsrichtungen herrschen, gegen all die Unmenschlichkeit, die alten und neuen Nazis.

AFL: Wo und wie (CD, digital, etc.) werdet ihr das Album denn rausbringen? Werdet ihr es in Eigenregie veröffentlichen?

Wir hatten eine mehr als gute Release-Party beim Eichigt Open Air in Veilsdorf mit etlichen alten und neuen Gesichtern, super Bands (Grüße an Destroiers) und geiler Stimmung. Die Scheibe ist komplett in Eigenregie entstanden (Grüße & dickes Danke an WGD Studios und QC an dieser Stelle) und wird bei unseren Konzerten zu holen sein. Außerdem haben wir uns einen Onlineshop eingerichtet (http://www.noihaus.bigcartel.com/), wo es neben der CD noch verschiedene Shirts gibt. „Save your Scene“ ist ja schon im Netz und ein Musikvideo ist angepeilt.

Noihaus - PunkAFL: Von welchen Bands fühlt ihr euch den so beeinflusst?

Unsere verschiedenen Persönlichkeiten werden auch im Musikgeschmack deutlich. Deswegen können wir direkte Bandeinflüsse gar nicht benennen, eher Genres. Unsere Musik setzt sich aus Punk-, Oi!-, Hardcoreelementen zusammen und hat dabei einen sehr individuellen Charakter, da jeder auf irgendeine Art und Weise das einbringt, was er persönlich am liebsten hört.

AFL: Was treibt euch den an Musik zu machen? Freibier auf Konzerten oder doch mehr?

Der Spaß an der Sache steht natürlich im Vordergrund. Die Leute, die du auf Konzerten triffst, das Gemeinschaftsgefühl und die gleiche Weltanschauung in der heutigen Ellenbogengesellschaft. Außerdem ist unsere Musik für uns ein Ventil, um die Dinge, die uns ankotzen, abzulassen. Wenn ich schlecht gelaunt in den Proberaum komme und wir 2-3 Lieder spielen, merk‘ ich direkt wie die Laune besser wird und der Rest der Welt mich am Arsch lecken kann. Und ganz klar ist das Ganze zum größten Teil Selbstverwirklichung, weil sich das, was du erlebst, mit Musik wunderbar verarbeiten und vereinen lässt. Und sind wir mal ganz ehrlich: Freibier auf Konzerten lockt schon auch ein bisschen!

AFL: Wenn ihr die Wahl hättet mit einer Band auf Tour zu gehen, welche Band wäre es und wo würde die Tour stattfinden?

Da sind wir relativ offen, weil aus der Erfahrung raus die meisten Bands super drauf sind. Deutschsprachig hätten wir mal Bock auf Berliner Weisse oder Ex Nör Säx, englischsprachig irgendwas Richtung Folk-Punk (Days N Daze, Night Gaunts). Am liebsten eine Europa-Tour durch so viele verschiedene Länder wie möglich oder gleich eine Amerika- bzw. Australientour, haha!

AFL: Was habt für Ziele habt ihr nach Veröffentlichung des Albums und wo seht ihr euch in 10 Jahren?

Wir hoffen, dass das Album in der Szene Anklang findet und die Leute den gleichen Spaß und Gefallen daran finden, wie wir. Außerdem planen wir eine Tour und wollen natürlich an neuen Liedern basteln. In 10 Jahren sehen wir uns immer noch auf der Bühne aber im Grunde wollen wir einfach bleiben wie wir sind.

AFL: Was würdet ihr morgen Früh am Liebsten als Schlagzeile in der Zeitung lesen?

„Abrüstung total – durch weltweites Händeschütteln lösen sich Kriege und Konflikte in Luft auf!“ oder: „Robin Hood 2016 – weltweite Beseitigung der Armut durch gerechte und menschliche Geldverteilung“ ..leider beides mehr als unrealistisch!

AFL: Danke für das Interview. Habt ihr noch abschließend etwas, dass ihr loswerden möchtet?

Wir spielen gerne in sämtlichen Winkeln dieser schönen Welt! Wem gefällt, was wir machen, kann sich gern melden! Ansonsten: Ihr seid nur einmal hier – macht das Beste draus! Wir haben zu danken!

 

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