Barrikaden sind scheiße.

Am vergangenen Dienstag machte die Persistence Tour 2017 Halt im Schlachthof Wiesbaden. Auf diese brachte MAD Tourbooking gleich sieben verschiedenen US Hardcore Bands nach Europa, die verschiedener nicht sein könnten. Jede Band spielte seinen eigenen ganz eigenen Hardcore-Stil, der mal mit Punk, Thrash, Metal oder sonstigen Crossover aus den Boxen strömte.

Persistence Tour 2017 im Schlachthof, Wiesbaden

Persistence TourDen Beginn machten um 18 Uhr, bei einer für die Uhrzeit recht ordentlich gefüllten Halle, Mizery. Mizery ist eine noch recht frische Hardcore Band mit starken Metal-Einflüssen aus Kalifornien und sind das erste Mal seit ihrer Gründung in Europa auf Tour. Das Set teilte sich in zwei Hälften. Während im ersten Teil Songs aus dem aktuellen Album „Absoulte Light“ gespielte wurden, sind im zweiten Teil Songs aus der Debüt-EP „Survive The Vibe“ zum Besten gegeben worden. Ich persönlich feier die EP mehr ab, auch wenn ich mich langsam in „Absoulte Light“ reingehört habe. Killer Band, killer Musiker. Falls jemand die Band noch nicht kennt, sollte das schleunigst geändert werden.

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Weiter ging es mit der Crossover NYHC Band Burn, die uns nach vergangenen Jahr wieder einen Besuch in Europa abstatten. 2016 feierte die Band ihr Comeback und veröffentlichte gleich einmal eine neue EP mit dem Titel „From The Ashes“. Burn muss anscheinend wieder richtig Bock haben, denn es wurde gleich hinterher ein neues Album angekündigt. Ein Glück, denn die Männer haben es an ihren Instrumenten richtig drauf. Wie Gitarrist Galvin in einem Interview mit uns schon andeutete, ist der Sound sehr „crossover“. Einfach einmal etwas erfrischendes Anderes. Neben den musikalischen Können, kommt eine überragende Bühnenperformance, bei der allen voran der Frontmann hervorsticht.

Der Schlachthof füllte sich immer mehr und bei Down To Nothing nahm so langsam auch die Stimmung im Publikum Fahrt auf. So wurden bei der Hardcore Band aus Richmond die ersten Circle Pits angestimmt. Down To Nothing machte wie immer einen großartigen Job! Sänger David Wood, der in „Vollzeit“ seit einigen Jahre Bassist bei Terror ist, hat einfach einer der geilsten Hardcore Stimmen überhaupt. Einzig die Setlist hatte den ein oder anderen Klassiker, wie beispielsweise „Your Loss, Your Regret“ oder „I’m So Lucky“ vermissen lassen. Würde definitiv auch mal wieder Zeit für ein neues Release werden…

…so wie es Walls Of Jericho vergangenes Jahr getan hat! Walls Of Jericho veröffentlichte im März 2016 ihr neues Album „No One Can Save You From Yourself“, was das erste Studioalbum seit 2008 war. Es wurde auch live ruhig um die Band, die noch vor ein paar Jahren jährlich mehrmals bei uns auf den Bühnen stand. Walls Of Jericho verwandelte den Schlachthof jedenfalls in ein Irrenhaus und brachte das Publikum mit einem Mix aus alten und neuen Songs zum Kochen. Sängerin Candace ist einfach eine Powerfrau und kommt einen einfach absolut sympathisch rüber.

Mittlerweile war die Halle wirklich fast voll und man hätte fast annehmen können, dass die Persistence Tour in Wiesbaden ausverkauft ist. Es war allgemein ein cooler Mix aus Zuschauern. Neben erstaunlichen vielen älteren Menschen (also über 30!), tummelten sich ansonsten einige Hardcore Kids, Metalheads und Punks im Publikum.

„Let’s party. All hardcore kids, punks and metalheads!“ (Tony Foresta)

Als nächstes auf dem Running-Order standen Municipal Waste. Gerade einmal 21 Uhr und schon die fünfte Band? Es ging flott voran und dafür ein riesen Lob ein das Organisationsteam, da sicherlich der ein oder andere am nächsten morgen früh aufstehen musste. Sänger Tony Foresta war bereits vergangenes Jahr mit Iron Reagan während der Persistence Tour 2016 im Schlachthof zu Gast und auch vergangenen Sommer spielte er dort mit Municipal Waste. Gern gesehene Gäste! Thrash-Metal mit einen Harcore-Punk Einschlag und Partytexten. Municipal Waste sind einfach geil und man kann nicht genug von den Jungs bekommen. Der sehr geile Auftritt wurde mit standardgemäß mit den Klassiker „Born To Party“ beendet.

From The Eastcoast To Wiesbaden…

Nun wurde es Zeit für die Headliner des Abends: Agnostic Front und Suicidal Tendencies! Den Beginn machten Agnostic Front. Ich habe die Band in den vergangenen Jahren sicher ein dutzend Mal sehen können und bei diesen waren auf jeden Fall weitaus schlechtere Auftritte dabei. Es kam einen öfters so vor, dass die Stimme von Frontmann Roger Miret nicht mehr so ganz wolle…das war in Wiesbaden nicht der Fall! Die Band führte den Zuschauer mit seiner Setlist  durch weit über 30 Jahren Bandgeschichte und New York Hardcore. Es gab also neben einigen aktuellen Songs von ihren Album „The American Dream Died“ auch viele ältere, bis gar ganz alte. Es fällt trotzdem auf, dass Agnostic Front immer dieselben Songs in ihrer Setlist haben. Eine Überraschung wäre dabei auf jeden Fall einmal schön. Achja: Stigma for Präsident!

Den Abend sch(l)ossen Suicidal Tendencies ab, die seit ja vergangenen Jahr mit Slayer Schlagzeuger Dave Lombardo unterwegs sind. Sieht schon beeindruckend aus, mit was für ein Drumkit Dave spielt! Suicidal Tendencies unterstrichen einmal mehr, weshalb sie weltweit eine so große Fangemeinde haben. Wirklich Wahnsinns Musiker, auch wenn sie mich persönlich, bis auf einige Songs, nie so richtig eingenommen haben. Lieblingssongs: You Can’t Bring Me Down, Cyco Vision, Institutionalized und War Inside My Head. Suicidal Tendencies aus, Persistence Tour aus. Zumindest in Wiesbaden.

Hier die restlichen Dates. Vorbeikommen und abfeiern.

25.01. Munich – Backstage Werk (Germany)
26.01. Milano – Live Club (Italy)
27.01. Lausanne – Les Docks (Switzerland)
28.01. Oberhausen – Turbinenhalle (Germany)
29.01. London – O2 Forum Kentish Town (United Kingdom)

Barrikaden sind scheiße.

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