Tim Armstrongs Einsicht, sich seine Gitarre zu schnappen und  im zarten Alten von 17 Jahren die legendäre Telegraph Avenue in Berkeley entlangzuziehen, ist es wohl unter anderem zu verdanken, dass Rancid die Punkrock-Community seit mehr als 25 Jahren mit (meist) genialen Alben versorgt. Auf der neuesten Veröffentlichung Trouble Maker wird dieser Umstand im Song Telegraph Avenue thematisiert:

When I was only 17
I knew what I had to do
So I grabbed my left handed guitar
And I headed out to Telegraph Avenue

 

Aber fangen wir von vorne an…

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Rancid haben sich 1991 in Berkeley, Kalifornien, als Nachfolgeband von der Kult-Band Operation Ivy gegründet und sind seitdem nicht mehr aus der internationalen Punkrock-Szene wegzudenken. Nach zahlreichen veröffentlichten Alben, darunter das legendäre …And Out Come The Wolves 1995, erscheint dieses Jahr also das neunte Studioalbum Trouble Maker. Soviel schonmal vorab: Trouble Maker kommt nicht an …And Out Come The Wolves ran. Wie auch, ein derart ausgereiftes und facettenreiches Album schreibt man nur einmal! Jedoch stimmt die Richtung und Trouble Maker ist somit definitiv eines der besseren Rancid-Platten.

Beim Opener Fast Track, sowie bei All American Neighborhood bluten mir die Ohren, das ist einfach nur schnelles Geschrammel und Gekrächze. Aber schon die nächsten beiden Nummern haben es in sich: Ghost Of A Chance und das oben schon angesprochene Telegraph Avenue sind klassische Rancid-Songs, die im Fall von Ghost of A Chance gut nach vorne gehen und tolle Melodien haben. Telegraph Avenue ist eher melancholisch und ruhiger, passt aber auch super auf das Album. Where I’m Going ist ein cooler Ska-Song, der super zu den derzeit herrschenden Temperaturen passt und Bock auf eiskaltes Bier und Baggersee macht. Am besten gefällt mir Street Punk Troublemaker, der alles hat was ein Punk-Song braucht. Daneben sind es noch Farewell Lola Blue und die Ode an alte Punkrock-Helden Say Goodbye To Our Heroes, die mich überzeugen. Eigentlich gibt es in meinen Augen keine wirklichen Ausfälle (bis auf die beiden oben genannten). Bovver Rock And Roll hätte es aber nicht gebraucht, zu Rock&Roll-lastig, zu langweilig. Zudem fehlt mir das markante Bass-Spiel von Matt Freeman etwas, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Generell kann jedoch gesagt werden, dass die Produktion super (na klar, das Ding hat ja auch kein geringerer als Brett Gurewitz / Epitaph produziert), die Stimme von Armstrong kratziger und kaputter denn je ist, die Melodien eingängig sind und auch die Chöre im Hintergrund tun Trouble Maker gut.

So kann ich also für mich feststellen:

I got them [Rancid] blues again

 

Tracklist:

1. Track Fast
2. Ghost Of A Chance
3. Telegraph Avenue
4. An Intimate Close Up Of A Street Punk Trouble Maker
5. Where I’m Going
6. Buddy
7. Farewell Lola Blue
8. All American Neighborhood
9. Bovver Rock And Roll
10. Make It Out Alive
11. Molly Make Up Your Mind
12. I Got Them Blues Again
13. Beauty Of The Pool Hall
14. Say Goodbye To Our Heroes
15. I Kept A Promise
16. Cold Cold Blood
17. This Is Not The End
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6 Kommentare

  1. […] Es sind dermaßen viele Hits auf der Platte, Ghost Of A Chance und Telegraph Avenue sind der Wahnsinn, ebenso wie I Got Them Blues Again oder Say Goodbye To Our Heroes. Grundsätzlich sind auf Trouble Maker durchweg gute Punkrock-Hymnen zu finden, von denen zwar nicht alle überzeugen können, aber das muss auch gar nicht sein. Trouble Maker ist auf jeden Fall ein Album, an dem ich auch weit über dieses Jahr hinaus noch meinen Spaß haben werde. Unser ausführliches Review zur Trouble Maker. […]

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