- Werbung -
WTF Records

Ende 2020 hat Dirk „Diggen“ Jora die Band Slims verlassen. Ungefähr ein Jahr später, im Dezember 2021, meldet sich die Band mit neuem Sänger und neuem Song zurück. Am 22. Juli diesen Jahres ist dann das erste Album mit Tex Brasket am Mikrofon erschienen. Im Vorfeld zu Zwei gehen die Meinungen bereits weit auseinander. In meinem Kreis spricht man von großen Mist bis hin zum potentiellen Album des Jahres. Selbst war ich nie ein großer Anhänger der Band, jedoch macht mich alleine die Diskussion schon sehr neugierig.

„Herzlichen Willkommen in der Scheiße!“ – was für eine Begrüßung im Opener Komm schon klar. Der Sound ist aggressiv und möchte einfach nach vorne marschieren, wird jedoch etwas durch den Sprechgesang den Tex hier an den Tag legt ausgebremst. Sobald aber der Refrain einsetzt wird die Bremse gelöst und die Party kann losgehen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tex kommt von den Straßen Berlins, das scheint er auf dem Album in mehreren Songs zu verarbeiten. Dazu gehören zum Beispiel auch Heute Nicht und Bester Freund. Die beiden Songs gehören zumindest zu der Kategorie Tanzbar. Bei Taschenlampe und Lieben müssen wird es schon etwas Gefühlvoller. Beide laden zum Nachdenken ein und Tex kann hier all seine Leidenschaft einbringen. Die Themen hier liegen im wirklich am Herzen das spürt man als Zuhörer.

Slime (2021)
Slime (2021)

Neben den sehr therapeutischen Songs schaffen es auch Lieder auf die Platte welche Missstände sehr direkt und offensiv ansprechen. Das Punk- und Anti-Herz in mir schlägt hier definitiv höher und die Wut in den Songs springt direkt auf den Hörer über. Schon beim zweiten Durchlauf des Albums singe ich hier Lauthals mit.

Nach mehreren Durchgängen bleibt ein Song hängen. Er läuft mittlerweile mehr oder weniger in Dauerschleife. Sein wie die ist in allen Belangen einfach perfekt. Der Text, die Melodie, die Umsetzung mit dem akustischen Intro und den Übergang auf die E-Gitarren. Selbst die Stimme von Tex kommt hier so gut zur Geltung wie in keinem anderen Lied auf dem Album. Ich hatte das Vergnügen beim Krach am Bach Festival kurz mit Tex zu plaudern, falls du dich daran nicht mehr erinnern kannst möchte hier noch einmal mein Danke an euch für diesen Songs aussprechen!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wie zu beginn bereits erwähnt gingen die Meinungen im Vorfeld zu Zwei weit auseinander. Ich kann jeden Slime-Fan verstehen der nichts mit dem Album anfangen kann. Genauso gut kann ich jeden verstehen der die Meinung vertritt, man hätte das unter einem anderen Namen weiter führen soll. Denn ich fühle mich beim Hören nicht oft an Slime erinnert, zumindest nicht die Klassiker welche ich mit dem Namen Slime verbinde. Aber egal welchen Aspekt man von Zwei betrachtet. Produktion, Sound, Texte oder Melodien das Album ist einfach grandios! Ich muss zwar zugeben, dass ich mit dem Sprechgesang in so manchen Song etwas gebraucht hatte um warm zu werden, aber sobald ich mich daran gewöhnt hatte wurde ich immer wieder aufs neue abgeholt und mitgenommen.

Ich zähle mich also eher zum Lager: Anwärter auf Album des Jahres.

- NEWSLETTER -
BEWERTUNG
Slime - Zwei
Vorheriger BeitragSubculture Holidays 2022 – Neues Festival in Brandenburg
Nächster BeitragTHE RUMPERTS präsentieren neues Video zu „Mutiny“
Mein Name ist Stefan oder für die meisten einfach Lahri. Ich bin 31 alt und komme aus dem Bamberger Raum. Meine Leidenschaft für Musik wurde stark durch Tony Hawk's Pro Skater beeinflusst. Bei AWAY FROM LIFE schreib ich hauptsächlich Reviews und Konzertberichte.
slime-zwei-review-2022Ende 2020 hat Dirk "Diggen" Jora die Band Slims verlassen. Ungefähr ein Jahr später, im Dezember 2021, meldet sich die Band mit neuem Sänger und neuem Song zurück. Am 22. Juli diesen Jahres ist dann das erste Album mit Tex Brasket am Mikrofon erschienen. Im Vorfeld zu Zwei gehen...

2 Kommentare

  1. „Niemals sein wie die“ ist nicht so richtig meins. Aber Vieles Andere. Genauso, wie man Punk/Punkrock nicht definieren möchte, kann man „die“ auch nicht definieren, Spiesser sind eh immer die anderen. Ich hab Slime damals wenig gehört, kannte nur die typischen Knallerdinger, aber spätestens seit „Schweineherbst“ hab ich hie und da mal ein Ohr draufgehabt. Ich fand die „Angst-Scheibe“ schon toll, aber die hier kommt noch nen Tick besser. Das neue Themenfeld von Tex eröffnet ne neue musikalische Spielwiese voller Druck, Wut und Aggressivität, wie man es von jungen Punkbands kennt, aber kaum von gestandenen Altgardisten. Das ist eine völlig neue Erfahrung für mich, denn auch ich geh beim Hören ab wie ein Zäpfchen – zur Erklärung: ich bin schon paar Monde auf der Welt und da wäre Sitzpogo mitunter hilfreicher… Ob das nun Slime ist oder nur 4/5 + 1-Slime, das ist mir völlig Wumpe, Elf war immer schon der kreativste und aktivste Kopf der Band, der Slime letztlich das Gesicht gab. Die Musik der Scheibe und ihrer Vorgängerin ist ganz grosses Kino, das drückt nach vorn, klingt richtig fett und nach Abrisstauglichkeit, das ist auch ne gut arrangierte und reife Mische ohne Peinlichkeit. Die ganze Baumpinkelei daneben (aus Diggens Richtung) geht mir aufn Zeiger – ich will nicht wissen, wer wem ne Schaufel geklaut hat, das sollen die unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausmachen. Warum soll das Publikum Partei ergreifen, wem ist damit gedient? Keiner von uns kennt die objektive Wahrheit und das ist auch gut so.

  2. „…Denn ich fühle mich beim Hören nicht oft an Slime erinnert…“ finde ich persönliche nicht 100%ig richtig.
    Textlich vielleicht aber Elf hat gefühlt seine Spielfreude wieder gefunden und gerade das Gitarrenspiel erinnert mich stark an die alten Slime-Zeiten. Komischerweise gerade an die Schweineherbstpahse.
    ABER jeder nimmt Musik anders war. Alles in allem ohne wenn und aber eine ganz große Platte womit ich nach den letzten Veröffentlichungen wirklich nicht mehr gerechnet habe.

Beitrag kommentieren

Bitte gebe dein Kommentar ein
Bitte gebe dein Name ein