Waves Like Walls ist eine seit 2012 aktive Band aus Ingolstadt, die vergangenen Juni, nach acht Jahren, endlich ihr erstes Album veröffentlichten. Wir nahem das Release zum Anlass Gitarrist Flo ein paar Fragen zu stellen.

Das Virus nervt tierisch, aber besonders die Beschränktheit der Bevölkerung macht die ganze Situation unangenehm.

AFL: Könnt ihr euch für alle, die euch bislang noch nicht kennen, zunächst einmal kurz vorstellen? Seit wann gibt es euch, wie setzt sich eure Band zusammen, woher kommt ihr usw.?

Tobi: Erstmal Hallo zusammen! Wir sind Waves Like Walls, kommen aus dem Ingolstädter Raum und uns gibt es unter diesem Namen seit 2012. Einige von uns haben schon davor zusammen in Bands gespielt und kannten sich entsprechend. Die Band setzt sich zusammen aus Marki am Mikrofon, Willy und Flo an den Gitarren, Tobi am Schlagzeug und Haunzi am Bass. Wir sind junge Leute, die gerne laute Musik machen.

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AFL: Ihr habt am 26. Juni euer erstes Album veröffentlicht, das sieben Jahre lang auf sich warten lassen hat. Hattet ihr euch zwischen eurer letzten EP The Path (2016) bewusst Zeit genommen, um diesmal direkt ein Album zu veröffentlichen?

Tobi: Jein! Es gab in dieser Zeitspanne auch kleine Veröffentlichungen. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt wussten wir einfach, dass wir nicht länger von EP zu EP leben möchten. Deshalb haben wir uns in jeder Hinsicht Zeit gelassen, wollten nochmals richtig ausarbeiten „wer wir denn sein wollen“ und so mit dem Album einen Maßstab für uns selbst setzen.

Waves Like Walls (Bild zur Verfügung gestellt von Band)
Waves Like Walls (Bild zur Verfügung gestellt von Band)

AFL: Wie unterscheidet sich Waves Like Walls von euren früheren Veröffentlichungen? Würdet ihr sagen, dass sich die Einflüsse in eurem Sound über die Jahre geändert haben?

Tobi: Definitiv, das ist eine ganz natürliche Entwicklung. Unser Schlagzeuger hat neue Einflüsse gebracht, jeder von uns hört weiterhin Musik und entdeckt Neues. Das beeinflusst Jeden, auch unbewusst. Allerdings geschieht das bei uns nicht nach Plan. Keiner sagt „Ich würde jetzt aber lieber wie Band XY klingen.“ Wir entscheiden jeden Song, jedes Riff nach Bauchgefühl. Und wenn wir etwas völlig ungewohnt aber geil finden, dann wird das auch verwendet.

AFL: Euer Sound ist ein Spagat zwischen Hardcore und Metal. Seht ihr euch eher als Hardcore- oder Metal-Band?

Tobi: Wir sagen immer scherzhaft „Hardcore-Metal-Metalcore“. Auch das ist von Bandmitglied zu Bandmitglied verschieden. Jeder von uns hat unterschiedliche Einflüsse. Grundsätzlich verstehen wir uns als Hardcore-Band. Das ist ein riesiger Einfluss für uns, wir haben bisher meist auf „klassischen Hardcore-Shows“ gespielt und werden gewissen Inhalte, die wir aus dieser Szene mitgenommen haben, nie ablegen. Soziales Engagement, politische Texte, eine gewisse Grundehrlichkeit und so weiter. Gleichzeitig setzen wir in unserer Musik inzwischen doch etwas auf unsere Metal-Wurzeln, basteln deutlich mehr an den einzelnen Songs und weichen etwas von der rotzigen, spontanen Seite ab. Nicht weil wir diese Seite nicht mögen, sondern weil die Schnittmenge aus unseren Musikgeschmäckern eher in diese Richtung zeigt. Somit ist es eigentlich für uns unmöglich, uns in diesem Spektrum außerhalb der goldenen Mitte zu positionieren.

AFL: Welche drei Hardcore- und welche drei Metal-Bands haben euch am meisten geprägt und würdet ihr als Einfluss für euren Sound und eurer Message sehen?

Tobi: Das ist natürlich für 5 unterschiedliche Personen schwer zu verallgemeinern. Ich würde im Hardcore-Sektor instinktiv auf Terror, Stick To Your Guns und Hatebreed setzen. Im Metal sind das wahrscheinlich Parkway Drive, As I Lay Dying und Killswitch Engage. Nicht weil das unsere Lieblingsbands sind, sondern weil wir teilweise (vor allem mit den Metal-Bands) mit ihnen verglichen wurden. Aber da könnte man noch viele Ausreißer nennen.

Support Your Locals #32 mit Flo von WAVES LIKE WALLS

AFL: Apropos Message, wovon handeln eure Texte?

Tobi: Knappste mögliche Antwort: Von Allem was uns beschäftigt. Ob persönliche Erfahrungen, aktuelle politische Geschehnisse oder soziale Probleme. Alles kommt in die Texte.

AFL: Wie seht ihr die aktuelle Lage um Corona? Mir macht die Dummheit einiger Menschen zum Beispiel weit mehr Angst als das Virus.

Tobi: Das geht uns ebenso. Dass Leute bei den simpelsten Sicherheitsmaßnahmen so reagieren als hätte man ihnen das Dach über dem Kopf gestohlen, zeigt dass es uns einfach deutlich zu gut geht. Anstatt minimale Einschränkungen kurz- bis mittelfristig zu akzeptieren, damit kleine Unternehmer und Risikogruppen ruhig schlafen können, wird eine Verschwörungstheorie nach der nächsten ausgerufen. Das Virus nervt tierisch, aber besonders die Beschränktheit der Bevölkerung macht die ganze Situation unangenehm.

AFL: In diesem Jahr ist schon die ein oder andere Hammer Platte veröffentlicht worden. Was sind eure bisherigen Highlights des Jahres?

Tobi: Für mich persönlich Einiges außerhalb des HC/Metal-Sektors. In unserem groben Genre-Kreis vor allem Code Orange, The Acacia Strain,

AFL: Vielen Dank euch für das Interview! Habt ihr noch Abschlussworte oder sonst etwas, das ihr loswerden möchtet?

Tobi: Danke für die Fragen! Checkt unser Album aus, wir haben wahnsinnig viel in das Teil gesteckt und freuen uns über sämtliches Feedback! Bleibt anständig, haltet Augen und Ohren offen für neues Material von uns und hoffentlich sieht man sich bald ohne Virus-Gefahr auf Shows!

Waves Like Walls ist am 26. Juni erschienen und über die Website der Band erhältlich.

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