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Insanity

Wenn ihr in den vergangen Jahren einmal auf dem Punk Rock Holiday in Slowenien zu Besuch wart (falls nicht, solltet ihr das unbedingt nachholen), seid ihr vielleicht schon auf Hubi mit seinem Projekt Wine For Punx gestoßen. Mit viel Leidenschaft und Herzblut bringt er den doch oftmals sehr Bier-verliebten Punks durch Weinführungen, -proben und vielem mehr den Wein näher. Wie er überhaupt zu Wine For Punx gekommen ist und was die Zukunftspläne von Hubi sind, erfahrt ihr hier in unserem Interview.

Hubi und Christina beim Weinfest gegen Rassimus in St. Pauli

Wine For Punx… and everyone else!

AFL: Hi Hubi! Du bist Gründer von Wine For Punx – kannst du dein Projekt, für alle die es bislang noch nicht kennen, kurz vorstellen? Um was es sich bei Wine For Punx genau handelt? Wenn man es ja nicht besser wüsste, würde man zunächst meinen, dass du den Wein „nur“ selbst machst.

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HC-Punk-Umfrage

Hubi: Hi Simon! Unser Motto lautet im Detail „Wine For Punx… and everyone else!“. Mit dem Projekt möchte ich das wunderbare Naturprodukt Wein allen Menschen zugänglich machen. Seien es blutige Anfänger*innen oder Fortgeschrittene, völlig egal.

Wine For Punx

Es geht darum Menschen, weit ab von (fast) jeder Etikette, ohne elitäres Verhalten, ohne Dresscode, aber dafür mit viel Leidenschaft an das Thema Wein heranzuführen. Zudem vertreten wir durch das Projekt öffentlich eine antirassistische und antisexistische Position, denn unser eigens kreierter Wahlspruch #whitewineagainstwhitepower zieht immer weitere Kreise auf Shirts und Patches. Von spontanen Backstage-Wein-Happenings, über buchbare Weinwanderungen bis hin zu Wein-Hochzeits-Catering oder Menübegleitung, sind wir für jeden Quatsch mit Wein zu haben.

Einen eigenen Wein mache ich (bislang!) nicht, doch Ideen dafür stehen bereits seit dem letzten Jahrgang im Raum. Dafür wird dann Winzerin und Weinbautechnikerin Christina mit ihrem Weingut Thomas Molitor in Nordheim am Main zuständig sein. Mit ihr „arbeite“ ich eng zusammen, präsentiere ihre Weine, habe jährlich einen Stand mit ihr auf dem Weinfest gegen Rassismus im Millerntor Stadion auf St. Pauli und veranstalte Konzerte in ihrem Weingut.

Mensch muss sich nur darauf einlassen, dann lässt er oder sie vielleicht das ein oder andere Bier stehen und wird sich hüten einem ausgezeichneten Wein einen Pfeffi hinterher zu schütten!

AFL: Wie kam es zum Projekt? Hattest du schon immer eine Leidenschaft für Wein? Wein ist ja eigentlich weniger als „Punk“-Getränk bekannt. Da denkt man doch eher an Bier oder Pfeffi als an einen leckeren Wein.

Hubi: Angefangen hat alles vor einigen Jahren, als ich vermehrt und regelmäßig mit meiner Veranstaltungsreihe VCHC-Partys Konzerte im Volkacher Der Dschungel veranstaltet habe. Ich hatte Bands, hauptsächlich aus den Genres Punkrock, Hardcore, Songwriter, aus vielen Teilen der Welt zu Gast, beispielsweise aus Israel, Russland, Schweden und oft aus den USA.

Wine For Punx - T-Shirts
Wine For Punx – T-Shirts

Irgendwann habe ich damit begonnen die Bands schon während der Buchung darum zu bitten bereits nachmittags, am Tag des Konzerts, in Volkach zu erscheinen. Was damit zu tun hatte, dass ich ihnen unsere mittelalterliche Altstadt und eben unseren örtlichen Wein zeigen wollte. Zunächst hatte ich immer „nur“ einen Bocksbeutel Silvaner und ein paar Gläser organisiert, später bin ich mit den Bands dann auch in Vinotheken befreundeter Winzer gegangen. Letztendlich mündete dies in ganzen Weingutsführungen und Weinproben bei einem Winzer, dem ich viel Weinwissen und tolle Geschichten zu verdanken habe. All das hat mir immer wahnsinnig viel Freude bereitet und scheinbar kam es auch sehr gut bei den Musiker*innen an.

Nachdem ich aufgrund meines Studiums und meiner Arbeit allerdings weniger Konzerte veranstaltet habe, nahm das Projekt andere Formen an und ich ging verstärkt mit Weinen außerhaus auf bestehende Festivals und Konzerte.

Und ja, Wein hat mir schon immer geschmeckt, nur wusste ich nichts darüber. Mit meinem heutigen Weinwissen wuchs auch die Leidenschaft und es macht sehr viel Freude diese Leidenschaft zu teilen. Mensch muss sich nur darauf einlassen, dann lässt er oder sie vielleicht das ein oder andere Bier stehen und wird sich hüten einem ausgezeichneten Wein einen Pfeffi hinterher zu schütten! Dazu muss ich vielleicht erwähnen, guter Wein muss auch nicht teuer sein, und das beste Bier ist ein Pils nach einer Weinprobe!

AFL: Was zeichnet denn deiner Meinung nach einen guten Wein aus?

Wine For Punx auf dem Punk Rock Holiday

Hubi: Bevor ich Euch jetzt mit über die letzten Jahre hart antrainiertem Sommelier-Jargon auf die Nerven gehe, mit Beschreibungen von Trinkfluss, Mineralität, Körper, Länge, Säurespiel, Terroir, Restsüße, Pferdeschweiß und Ähnlichem, lässt es sich doch auf einen altbewährten Spruch runter brechen: Schmecken muss er! Ich bin jedoch ein großer Liebhaber unseres fränkischen Silvaners, mag Rieslinge aus Rheinhessen, südfranzösische Rotweine (z.B. Grenache-Syrah-Cuvées aus der Mt. Ventoux Region, die ich schon öfter bereist habe), oder Barolos und Barberas aus dem Piemont.

„Ey, ich spiele heute Abend mit Chuck Ragan (Hot Water Music) in Würzburg, können wir danach noch einen Silvaner mit euch trinken?“

AFL:  Wo hast du bisher denn überall schon Weinproben gegeben? Ich weiß ja, dass du z.B. schon länger auf dem Punk Rock Holiday unterwegs bist – gab es dort denn auch Weinproben mit Bands?

Wine For Punx auf dem Punk Rock Holiday

Hubi: Gute Frage! Beim Punk Rock Holiday (=PRH) vor drei Jahren gab ich am Strand eine Weinprobe für Freund*innen und Bekannte, da wurden schon die offiziellen PRH-Fotograf*innen auf uns aufmerksam. Im Jahr darauf hatte ich im Vorfeld kurz mit Niko und Andrej, den Veranstaltern des PRH gemailt und ihnen eine Weinprobe angeboten. Ich hielt dann am Strand eine Weinprobe für sie und ihre Familien, für die Escape Artists aus Wien die kurz darauf auf unserem Skate’n’Rock-ConFest in Nordheim gespielt haben und für David von Destiny-Tourbooking. Das war richtig schön! Etwas wilder wurde es dann Backstage bei der zweiten Weinprobe mit Joe von Lagwagon, Ingemar und seinen No Fun At All und paar Musikern, welche ich nachträglich keiner Band mehr zuordnen konnte. Ich glaube Micke von Adhesive war auch dabei, zumindest behauptet dies ein Foto von uns.

Backstage auf dem Punk Rock Holiday mit No Fun At All und Lagwagon

Dieses Jahr hatte ich auf dem PRH einen kleinen Wine For Punx Pop-Up-Store mit meinem Merchandise und mein guter Freund Andi Solo (u.a. On your Marx, No Paperwork, KITTL) hat live dort gespielt, das war auch wunderbar! Am letzten Tag gab es dann wieder ein Wine-Tasting mit Christinas Weinen und Gast-Weinen am Strand mit alten und neuen Freunden aus Puerto Rico und Chile, einem chilenischen Winzer und einer kreisenden Gitarre. Es war unglaublich schön!

AFL: Für welche Bands gab es denn schon so Weinproben? Du buchst ja selbst auch Shows – bekommt dann jede Band, die bei dir spielt, eine Weinprobe?

Hubi: Oh Ha… Namedroping! Ok, wenn ihr es so wollt…aber vorne weg: Ja, die Weinproben biete ich auf meinen Konzerten immer an. Auch auf unserem Skate’n’Rock-ConFest in Nordheim für welches ich das Booking mache. Dort gab es zuletzt eine spontane Mini-Weinprobe von Winzerin Christina mit den Bands Akne Kid Joe und Frachter. Im letzten Jahr hatten wir Knochenfabrik zu Gast, mit ihnen hatten wir auch eine Weingutsführung und ausgiebige Verkostung nebst Magnumflasche Silvaner auf der Bühne. Im Winter rief uns unser Freund Matze Rossi an „Ey, ich spiele heute Abend mit Chuck Ragan (Hot Water Music) in Würzburg, können wir danach noch einen Silvaner mit euch trinken?“ Haben wir gemacht, kurz und schmerzlos, super nett!

Matze Rossi und Chuck Ragan

Bei Matzes Live-Recording Session seines letzten Live Albums haben wir auch das Wein-Catering in der Audiolodge Gaibach bei Sven Peks übernommen. Eine sehr schöne Geschichte ist auch das Kennenlernen der Band Kettcar, sie spielten letztes Jahr ein kleines Konzert auf dem Weinfest gegen Rassismus, ebenso dieses Jahr. Am Tag danach saßen wir in den heiligen Hallen des Grand Hotel van Cleef mit ihrer Bestellung von Christinas Weinen. Es sind unzählige „kleine“ Bands mit denen ich bereits Wein getrunken habe und ich würde mich freuen, wenn einer der Musiker*innen das hier liest und mir auf Facebook vielleicht ein paar Worte oder sogar Fotos schickt!

Ein eigener Wein wäre schon ein Traum, aber in erster Linie ist es ein Non-Profit Projekt und besteht nur aufgrund von Leidenschaft und Freude.

Knochenfabrik im Weingut

AFL: Und welche Stories sind dir ganz besonders in Erinnerung geblieben? Sobald Alkohol fließt, entstehen zwangsläufig ja immer mal wieder witzige Anekdoten.

Hubi: Also eine Band aus Nürnberg (Name behalte ich lieber für mich) hat sich im Weinrausch während des Konzertes, ich denke schon so nach dem vierten Song, auf der Bühne aufgelöst! Zitat des Sängers: „Ich werde mit dieser Band nie wieder Musik machen, holt euch bei Hubi euer Geld zurück!“ Zum Glück hat das keiner der Gäste ernst genommen, es gab noch andere Bands an diesem Abend. Witzig war auch, dass Ingemar von No Fun At All neulich bei der Backstage-Weinprobe auf dem Mission Ready Festival plötzlich vor mir stand und sagte „Hey Hubi, you had one broken bottle of wine last Punk Rock Holiday, can you remember? I hope this time you have another one of it!” Hatte ich!

Ich denke die vielen wirklich schönen und/oder witzigen Geschichten rund um meine Weinproben gehen nicht mit dem Rausch einher. Es sind in erster Linie „Verkostungen“ und keine „Druckbetankungen“, wenn Neulinge jedoch Wein kippen wie Bier, dann liegt das nicht in meiner Verantwortung!

AFL: Du wirst ja auch bei unserem Stäbruch mit einem Stand am Start sein – wir freuen uns! Auf welche Bands freust du dich denn am 09. November am meisten?

Hubi: Selbstverständlich auf Agnositc Front! Spätestens seitdem Schalke Trikot im ersten Video zu „Gotta Go“ hatten sie mich alten Glubberer überzeugt! (Zwinker) Und auf Popperklopper, die gibt es ja auch schon solange ich Punkrock höre. Ich freu‘ mich auch auf den Tag!

AFL: Auf welchen Events, abgesehen von unserem Stäbruch, bist du denn als nächstes anzutreffen?

Wine For Punx wird auch auf dem Stäbruch mit einem Stand am Start sein

Hubi: Einen Tag vor Eurem Festival, also am 8.11. veranstalte ich ein Singer-/Songwriter Konzert in Christinas Weingut Thomas Molitor mit Tigeryouth, Shitney Beers und Andi Solo. Vorverkaufskarten wird es bald über das Grand Hotel van Cleef geben! Neben leckeren Weinen, Kaminfeuer, Kerzen und unglaublich toller Musik wird es dort natürlich auch unsere Patches und Shirts geben. Ich finde das wäre auch für Euch einen Ausflug wert, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

AFL: Kann man dich denn ganz allgemein für Shows, Festivals oder sonstige Anlässe kontaktieren? Falls ja, wo und wie nimmt man Kontakt zu dir auf? Wo folgt man dir am besten für News zu Wine For Punx?

Hubi: Klar! Auf meiner Facebook-Seite gibt es immer Infos und dort steht auch nochmal ausführlich was so möglich ist mit uns. Christina folgt Mensch am besten via Instagram oder auf ihrer Homepage. Wer sich für meine Konzerte interessiert folgt einfach VCHC-Partys oder auf Instagram. Ey LikeForLike verstesst!? (Zwinker)

AFL: Hast du weitere Ideen, die du mit Wine For Punx in der nächsten Zeit so umsetzen möchtest? Oder läuft gerade alles gut so wie es ist? Was sind deine Zukunftspläne?

Hubi: Ein eigener Wein wäre schon ein Traum, aber in erster Linie ist es ein Non-Profit Projekt und besteht nur aufgrund von Leidenschaft und Freude. Deshalb ist es gerade gut so wie es ist. Wenn jedoch so Dinge passieren wie gerade aktuell, dass der Stattbahnhof Schweinfurt aufgrund unseres Projektes ab dieser Saison nur noch Christinas Weine auf der Karte hat, dann ist das natürlich ein schöner Nebeneffekt! Also hin da bitte und Wein genießen!

AFL: Du warst ja auch schon in diversen Bands aktiv und hast mit KITTL seit ein paar Wochen ein ganz neues Projekt am Start. Beatabend-Punk! Kannst du einmal kurz die neue Band vorstellen? Wollt ihr mit KITTL dann wirklich auf Beatabenden spielen oder mehr auf besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Festivals zum einheizen etc?

Hubi: HaHaHa…. „KITTL“! Oh man…  Zum „einheizen“? Niemals! KITTL spielt nur als letzte Band für schwindelerregend hohe Gage und/oder extrem viel Vitamin B, auf Festival-Aftershows, Hochzeiten und runden Geburtstagen Ü-30! Am besten Ihr spart schon mal, wenn ihr uns je auf einer AWAY FROM LIFE-Bühne sehen möchtet! (Zwinker)

Die Band besteht aus Boris Feyh (Black Rabbit, Sonic Rodeo) an der Gitarre, Maddin Stürmer an der Gitarre (u.a. On your Marx, No Direction), Christoph Waldi (Ex-Scallwags), Andi Deininger an Bass/Gitarre/Gesang (u.a. No Paperwork, On your Marx, Andi Solo), Fabi Harth am Schlagzeug und mir als Sänger.

AFL: Hast du ein paar Songs aus der Setlist für uns?

Hubi: Streng geheim! Die Schweine in Grün aus Schweinfurt lesen sicher mit! (Zwinker) Wir spielen momentan nur Deutschpunk-Hits von Slime, Knochenfabrik, Normahl, Die Toten Hosen, Die Ärzte, Die Kassierer, WIZO usw. Die amerikanische Setlist ist in Planung.

Hubi und Akne Kid Joe am Skate`n´Rock

AFL: Zum Abschluss noch ein paar Schlagworte – was kommt dir als erstes dazu in den Sinn?

  • Sangria: Blasphemie!
  • Bier: PILS!
  • Best Record 2019: Karate Kid Joe von Akne Kid Joe
  • Best Records ever:
    • The Art of Drowning – AFI
    • Du weißt was ich meine – Tomte
    • Nobody Can Take What Everybody Owns – Waxwing
    • Trotz & Träume – Tagtraum
    • After the Eulogy – Boysetsfire
    • Dedication – Raised Fist
    • Ameisenstaat – Knochenfabrik
    • …But Alive, Pisse, Kettcar, Lagwagon, No Use For A Name, AFI uvm.

AFL: Danke dir für das Interview – hast du sonst noch Anmerkungen oder abschließende Worte?

Hubi: WHITE WINE AGAINST WHITE POWER!

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Demons Run Amok
 

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