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Dedication Records

Wisdom In Chains haben gerade die Persistence Tour und ihre anschließende Club Tour mit Terror in Großbritanienn beendet. Dort konnte die band in ausverkaufte Hallen, Songs ihres 2015 erschienen Erfolgsalbums The God Rhythm zum Besten geben. Das Album gehört nicht für wenige zu den Top-Veröffentlichungen des vergangenen Jahres! Wir konnten nach der Show am 22. Januar in Wiesbaden ein Interview mit Sänger Mad Joe Black führen. Dort plauderte Joe über den nächsten US Präsidenten, das neue Album und eine anstehende Club-Tour im Sommer.

Wisdom In Chains - Band USA
Interview mit Joe von Wisdom In Chains.

AFL: Hey, Joe! Wie geht’s? Ich bin Franz von AWAY FROM LIFE. Danke, dass du das Interview mit uns machst!

Joe: Hey, wie geht’s? Ich bin Joe von Wisdom in Chains. Ich bin seit 10 Jahren bei der Band. Davor habe ich in vielen anderen Bands gespielt, die alle aus Pennsylvania kamen.

AFL: Die Persistence Tour nähert sich ihrem Ende. Kannst du uns erzählen, wie es bisher so gelaufen ist? Was waren die Höhepunkte?

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BDHW

Joe: Die Tour läuft großartig! Jede Nacht kann ich mit einer meiner Lieblingsbands auftreten, das allein ist schon ein Highlight für mich. Eine richtige Enttäuschung gab es bisher auch nicht. Manche Shows liefen nicht so gut wie andere, aber wir hatten tolle Tage und großartige Nächte.

Joe Black - Wisdom In ChainsDie Höhepunkte waren in meinen Augen eindeutig Berlin, das war überragend, und Polen. Unser erster Auftritt in Warschau war einfach irre! Eine tolle Überraschung war auch die Show in Paris. Sie fand in einem kleinen Club statt, mit maximal 450 Plätzen. Sie war ausverkauft, aber es war ein wahnsinnig tolles Publikum. Jeder Auftritt hatte seinen eigenen Höhepunkt. Es gibt keine wirklichen Enttäuschungen. Wenn ich vor Leuten auftreten kann, die mich noch nie live gesehen haben und wenn ich denen zeigen kann, wer ich bin und worum es bei uns geht, allein das ist ein Gewinn.

AFL: Waren alle Shows ausverkauft?

Joe: Nein, nicht alle. Ich glaube, viele davon waren ausverkauft, aber ich kann mich nicht im Einzelnen daran erinnern. Ich glaube, die Show morgen ist ausverkauft; das ist die, von der alle reden: Dresden! Alle reden über Dresden. Nach dem Motto: „Dresden ist ausverkauft – Oh, mein Gott, so viele Leute“. Sie sagen, das wäre die beste Show der ganzen Tour. Ich habe lange nicht mehr in Dresden gespielt, also freue ich mich schon richtig darauf.

AFL: Kanntest du die ganzen anderen Bands, mit denen ihr auf dieser Tour gespielt habt? Und was denkst du über Risk It?

Joe: Tatsächlich sind wir schon ein paarmal mit Risk It! aufgetreten hier in Deutschland, während all der Jahre, die wir schon touren. Wir kennen die Jungs schon eine ganze Weile. Wir sind mit dem Schlagzeuger Andre eng befreundet. Die einzige Band, die ich nicht kannte, war Iron Reagan. Also habe ich sie vor der Tour auf YouTube abgecheckt. Sie sind die irrwitzigsten, großartigsten Jungs, die man sich vorstellen kann. Alle auf der Tour sind auf der gleichen Wellenlänge!

AFL: Jetzt, wo die Tour zu Ende geht, freust du dich, nach Hause zu kommen, oder wärst du lieber noch länger unterwegs?

Joe: Na ja, nach der letzten Show hier geht es nach Großbritannien, wo wir nochmals 6 Auftritte spielen.

AFL: Ach ja, stimmt! Zusammen mit Terror, oder?

Joe: Ja, genau! Unsere letzte Show ist in London. Natürlich freue ich mich darauf, nach Hause zu fahren, aber das ist noch eine Weile hin.

AFL: Abgesehen von Wisdom In Chains, hast du Kinder und eine Familie? Begleiten sie dich auf der Tour? Und wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?

Wisdom In Chains US BandJoe: Na ja, meine Frau und meine Tochter haben kein Interesse daran, mit mir auf Tour zu gehen. Eigentlich hätte ich sie aber schon manchmal gerne dabei. Mein Sohn dagegen würde wirklich gerne mitkommen. Er möchte Reisen und die Orte sehen, an denen ich auftrete. Mit etwas Glück haben wir bald die Gelegenheit, ihn mit zu nehmen, zumindest teilweise auf unserer US-Tour. Ich habe ihn schon zu vielen Shows in den USA mitgenommen. Teilweise auch nach Kanada, mit Übernachtungen mit der Band. Also denke ich, er ist bald soweit, dass er uns auch nach Europa begleiten und mit uns touren kann.

Zuhause bin ich ein Inneneinrichter und Mitglied in der Möbelschreiner-Gewerkschaft N.Y.C. Ich arbeite vor allem in Büro- oder Appartement-Hochhäusern in New York City und richte überwiegend Büros ein.

AFL: 2015 habt ihr euer sechstes Album The God Rhythm veröffentlicht, welches hier in Deutschland recht erfolgreich war und sich mehrere Wochen in den Cortex Charts hielt. Habt ihr auf Tour Zeit dazu, die Charts zu verfolgen?

Joe: Wir verfolgen schon einige Chartlisten, aber vor allem Cortex und andere Amateurcharts. Wir versuchen, mit den wirklichen Hardcore Leuten in Kontakt zu bleiben! Das Album wurde auch anderweitig wahrgenommen. Es ist cool, wenn man erkannt wird! Vor allem, wenn man für etwas erkannt wird, was die Leute lieben.

AFL: Habt ihr mit dieser großen Resonanz gerechnet?

Joe: Na ja, ich hatte mir das schon erhofft. Ich will, dass jede Platte, die wir machen, die beste wird. Wir hatten uns Zeit genommen mit diesem Album und das beste Album gemacht, das wir machen konnten. Wenn du fertig bist, gehst du ein paar Schritte zurück und schaust, was du auf die Beine gestellt hast. Ich habe gehofft, dass das Album sich gut verkauft. Am liebsten würde ich Millionen davon verkaufen, haha.

AFL: Auf dem Album habt ihr einen Song über Joey Ramone. Geht es darin um euer persönliches Verhältnis zu ihm?

Joe: Das ist eine lustige Frage. Weißt du, U2 haben einen Song über Joey Ramone rausgebracht, während ich schon an unserem geschrieben habe und sie machten ein Video und riesig Werbung dafür. Es war eine große Sensation und richtig kommerziell. Das ist auch okay! Ich bin kein Snob, oder so was. Ich denke, jeder liebt Joey Ramone. Jeder, der Rockmusik macht, sollte ihn verehren. U2 hat einen Popsong gemacht, ich wollte es etwas roher, emotionaler machen, wie einen Hardcore- oder Punkrock-Song. Etwas, das der ursprünglichen Musik der Ramones nahe kommt. Nicht, dass ich glaube, dass unser Lied wie ein Ramones-Song klingt, aber es sollte sich auch nicht so anhören, wie ein Lied von U2!

Joey Ramone war mein Held. Ich habe mein erstes Ramones Tape von meinem Bruder bekommen. Ich glaube, es war ein Best Of. Wahrscheinlich Mania. Ich war damals 12 Jahre alt. Das war die erste Punkrock-Musik, in die ich mich regelrecht verliebt habe! Ich habe lange Zeit nichts anderes mehr gehört! Ich war so fasziniert, dass ich mehr von dieser Art Musik hören wollte. Aber das hat ein paar Jahre gedauert. Für lange Zeit habe ich nur Ramones gehört, das war die einzige Punkrock-Musik für mich. Eines Tages habe ich Joey Ramone dann getroffen. Ich war ein Teenager, ein Fan-Boy. Ich rief: „Joey, Joey“ und habe seine Hand geschüttelt und er hat mir den Kopf getätschelt. Es war unglaublich! Er hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen!

AFL: Auf The God Rhythm habt ihr den Song Violent Americans. Betrachtet ihr Amerika, oder besser, die Amerikaner als die gewalttätigste Gesellschaft?

Joe: Violent Americans, das habe ich nach dem Freddy Gray Zwischenfall geschrieben. Es ist schwer einzustufen. Ich war auf diesem Album nicht sehr politisch. Nicht so, wie bei früheren. Vor allem bei Everything You Know. Es ist seltsam, vielleicht sieht es nur in Amerika selbst von innen heraus so aus, denn meist ist die erste Reaktion von Leuten auf irgendetwas einfach verrückt und gewalttätig. Das schließt auch die Polizei mit ein, und Leute, die von den Cops unter Druck gesetzt werden – einfach jeden. Das letzte, was die Leute machen würden, ist aufeinander zuzugehen und zu fragen: „Ey, Mann, was ist los, bist du in Ordnung, brauchst du Hilfe?“ Das scheint das letzte zu sein, was sie tun würden. Als erstes kommen sie knarre-wedelnd heraus, brüllen herum und ballern durch die Gegend, egal was Sache ist. Und nach Freddy Gray habe ich angefangen darüber nachzudenken, warum wir, warum die Leute so sind, was in Amerika los ist, dass die Leute so werden. Wenn Kanadier pro Kopf mehr Schusswaffen besitzen, als die USA, dort aber wesentlich weniger Morde geschehen, wo liegt der Unterschied? Woher kommt das? Und das versuche ich in diesem Song zu verarbeiten.

AFL: Wer wird deiner Meinung nach den nächsten US Präsident?

Joe: Bernie Sanders mag ich persönlich am Liebsten. Er ist sehr ehrlich, zumindest hat es den Anschein. Ich bin zwar nicht in allen Punkten seiner Meinung, aber er scheint die Art Mensch zu sein, die auch machen wird, was sie sagt. Und das ist mehr, als man von den meisten bisherigen Präsidenten behaupten kann, die nicht Wort gehalten haben. Für die war es mehr wie ein Spiel. Bernie Sanders scheint bei diesem Spiel nicht mitzumachen. Er sagt, das ist, was ich machen will und das sagt er seit 25 Jahren so. Wenn ihr das auch so seht, wählt Bernie. Ich unterstütze Bernie Sanders!

AFL: Danke für das Interview Joe! Hast du noch etwas, dass du sagen möchtest?

Joe: Danke für das Interview und wir kommen im Juli zurück nach Deutschland! Kommt zu unserer Show!

Wisdom In Chains - Joe Black

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