Camilo spielt Gitarre und singt beim Berliner Rock-Duo Chaos Commute. Am 26. November 2021 erscheint das Debütalbum Fairytales And Nightmares auf KROD Records. Davor gibt es noch die zehn Lieblingsplatten von Camilo:

1Green Day – Dookie

Das ist für mich Punkrock par excellence. Ich wurde 1987 geboren, also habe ich die ersten Punkwellen nicht erlebt. Für Dookie bin ich auch fast zu jung, mein erstes Green Day Album war eigentlich Nimrod. Aber auf Dookie sind so viele Gefühle, so viel Teenage Angst vertreten, dass dieses Album meinem zwölfjährigen Ich zu 100% aus der Seele sprach. Eigentlich sind alle Songs Hits, auch wenn natürlich Basket Case und She nochmal eine Schippe drauflegen, könnte ich auch stundenlang zu Pulling Teeth oder Burning Out abgehen.

2The Lawrence Arms – Apathy and Exhaustion

The Lawrence Arms habe ich mit meiner 128kbit Verbindung auf der Fat Wreck Chords Internetseite entdeckt. Apathy And Exhaustion stand als neuestes Release auf der Startseite. Die CD ins chilenische Hinterland zu bestellen? Unmöglich. Ich lud mir das Album also mühsam über Kazaa runter. Diese poppigen, nostalgiegeladenen Texte und das brachiale Schlagzeug haben sich sofort in mein musikalisches Rückenmark gebrannt. Immer wenn ich diese Platte höre, bekomme ich Lust darauf, Musik zu machen. TLA habe ich leider nur einmal Live gesehen, im Vorprogramm von NOFX und es war eher enttäuschend. Es wird also Zeit, dieses Erlebnis durch ein positives zu ersetzen!

3Nofx – Pump up the Valuum

Nofx öffneten mir das Tor in die Welt des Melodycore-Schlagzeugbeats. Dazu kommt die bissige Stimme von Fat Mike. Die Band fängt auf diesem Album an, etwas politischer zu singen und die Songs sind eingängiger als auf meinem ersten Nofx-Album „Liberal Animation“. Pump up the Valuum steht für mich zudem für mehr als nur die Musik von Nofx. Sie sind eine Band, die keine Kompromisse gemacht hat und deshalb bis heute sehr treue Fans auf der ganzen Welt hat. Von daher sind Nofx für mich viel mehr als nur eine gute Punkrock-Band.

4Death Cab for Cutie – Transatlanticism

Eines der schönsten und abwechslungsreichsten Alben, um sie am Stück durchzuhören. DCFC beherrschen die Kunst, über alltägliche Dinge zu singen und sie trotzdem groß und wichtig klingen zu lassen. Die instrumentalen Passagen sind so nostalgisch, wie es fast nur Jimmy Eat World noch hinbekommen. Aber DCFC geling es auf Transatlanticism besser, die Songs so zu verbinden, dass am Ende alles wie ein schlüssiges Gesamtwerk klingt.

5Against Me! – New Wave

Nachdem ich Offspring, Green Day und blink-182 überdrüssig war, entdeckte ich Against Me! Diese Wut in den Gitarren und in Laura Jane Graces Gesang, der rohe, organische Sound von Heat Wave zeigten mir, dass zeitgenössische Punkmusik auch fernab von Stadionproduktionen existiert.

6Audio88 – Der letzte Idiot

Die Härte der Texte und die Simplizität der Beats sorgen bei mir immer wieder für Gänsehaut. Das Album ist schon recht pessimistisch, aber genau das macht es aus. Ich bin grundsätzlich kein negativer Mensch, aber manchmal tut es gut, sich in Weltschmerz zu suhlen. Dieses Rap-Album ist mehr Punk als viele Punk-Alben.

7The Whitest Boy Alive – Rules

The Whitest Boy Alive haben meinen musikalischen Horizont insofern erweitert, dass sie tanzbare, eingängige Musik mit klassischer Rockinstrumentation möglich machen. Besonders der Song High on the Heels hat enorm viel Groove, da kann ich nicht still sitzen bleiben. Erlend Oyes gelassene, gelangweilt anmutende Stimme tut schon fast weh, aber trotzdem hat sie etwas Einzigartiges, sodass ich nicht weghören kann.

8Oasis – What‘s the Story? (Morning Glory)

Mein erstes Album. Meine Mutter hat mir die CD damals aus Chile mitgebracht. Damit verbinde ich also nicht nur mein erstes selbstgewähltes Stück Musik, sondern auch die Sehnsucht an das Land meiner Familie. Die eigenwillige Stimme von Liam Gallagher und die poppig-roughen Songs von Noel machen aus diesem Album nicht nur einen Klassiker, sondern auch ein abwechslungsreiches Werk.

9Los Miserables – Gritos de la calle

Los Miserables ist die wohl für mich prägendste Punkband aus meiner Zeit in Chile. Das Album gehört nicht zu den Klassikern der Band. Mich holte aber die sozialkritische Message in Verbindung mit eingängigen Songs ab. Und das auch noch in einer relativ guten Aufnahmequalität. Zwar ist diese weit weg entfernt von modernem Punkrock-Sound, dafür transportiert sie umso mehr Wut und Ehrlichkeit.

10Muff Potter – Steady Fremdkörper

Meine Jugend habe ich in Chile verbracht. Ich bin also recht spät in deutschsprachige Musik eingestiegen. 2008 habe ich Muff Potter in einem Musikprogramm der Deutschen Welle entdeckt. „Wunschkonzert“ hat so einen dosigen Sound, aber so viel Wumms und dann dieser direkte, krächzende Gesang: Ich habe dieses Album stundenlang gehört und euphorisch meinem chilenischen Drummer gezeigt. Er konnte damit nicht so viel anfangen, da er die Texte nicht verstehen, wahrscheinlich nicht mitfühlen konnte. Für mich war es die Versöhnung mit der deutschen Sprache. Ich wusste bis dahin nicht, dass Punk auf Deutsch auch anders klingen kann als Die Toten Hosen.

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