In meinem bisherigen Leben hat die französische Region Lothringen noch nicht zwingend Einfluss genommen. Aber jetzt hab ich hier mal eine Platte aus eben jener Region. Komptoir Chaos machen Streetpunk und haben nun nach diversen Touren ein neues Album am Start. 4 Eagles of the road heißt es, kommt über eine große Label-Kooperation heraus und bringt 12 frische Tracks daher, die sich teilweise mit englischen und zu Anderen mit französischen Lyrics in unsere Ohren ballern. Sogar spanische Lyrics sind hier enthalten.

Eagles of the road heisst dann auch der erste Song und der geht mit akustischer Truckerattitüde an den Start, bevor es dann so richtig in die Vollen geht. Aber witzig, dass man vom ersten Wort an hört, dass die Jungs Englisch nicht als Muttersprache haben. Drauf geschissen, hier verstehe ich wenigstens was von den Lyrics, denn gleich danach wird´s erst Spniasch und dann Französisch und das hab ich beides nie gelernt. In dem Fall aber egal, denn sowohl Salve Rudis (feat. Dave Excluded) als auch Cicatrice sind klassische Streetpunk-Banger. Ersteres schnell und hart, zweiteres melodisch und mit vielen Chören untermalt.

Was das Album (außer der drei Sprachen) auch noch sehr interessant macht, ist dann wirklich die Mischung der Songs. neben total aggressiven und schnellen Songs finden sich immer wieder Mitsing-Taugliche Lieder, die in ihren Melodien absolutes Hitpotential bergen. Punx 4 Life ist hier zum Beispiel so ein Kandidat. Der Song ist absolut zum Live-Smasher erkoren und vermutlich auch genau dafür geschrieben worden. Aber ist ja nicht verwerflich. Oder auch Cette Corde, vor allem mit seinem riffigen Anfang. Das ist ebenfalls so ein Kandidat fürs feiern. Man merkt Komptoir Chaos schon an, dass es ihnen wichtig ist, nicht nur auf die 12 du hauen, sondern dem Publikum auch die Möglichkeit zu geben, ein wenig runter zu kommen und sich auch angenehmen Melodien hin zu geben.

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Zum Ende wirds aber auch noch mal schnell und da fühle ich mich um Jahrzehnte zurück versetzt. We are not!!! hat was, das mich an so viele Punkbands erinnert, die ich in den Neunzigern gefeiert habe. Egal ob es das Combat Shock´sche Gitarrenriff ist, die Soundqualität oder das „schlechte“ Englisch. Irgendwie bringt es dieser Song auf genau alles das.

Ich will hier final nur noch eins sagen: Alben dieser Art mag es einige geben, aber was sie immer wieder attraktiv macht, ist diese jugendliche Art. Denn auch hier ist dieses überproduzierte Effektgehasche einfach nicht da und es ist Punkrock. Einfach nur das. Und damit sind wir groß geworden. Danke dafür. Coole Scheibe.

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