NK-HRC-City geht wieder steil. Oder so ähnlich. Um es vorwegzunehmen, der Abend war grandios, die saarländische HC-Szene sah dabei aber nicht ganz so gut aus. Wie und warum, das im Folgenden. Die Anreise war für mich etwas turbulenter, sechsjährige Kinder neigen zum Klammern, wen der Papa mal irgendwohin muss, daher konnte ich mich nicht mehr zurückschleichen, so dass die Bilder leider nur von der Handy-Cam kommen… Egal… Das Konzert war ausverkauft, dementsprechend war die Halle gut gefüllt, als die erste Band anfing.

Denn bevor die saarländische Szene sich von ihrer nicht so guten Seite zeigte, zeigte sie sich von ihrer besten Seite. Die SBHC-Band Stay Free sind meines Erachtens eine der besten Bands der Szene, mit ordentlicher Attitüde, positiven Texten und vor allem klaren politischen Aussagen. Dazu mit einer Spielfreude, die über anfängliche technische Probleme (Mikro-Knarzen) definitiv hinwegsehen kann. Auch sehr bewegungsintensiv, die können alle sehr gut springen. Dazu korrekte Ansagen und die beschwörung der Gemeinschaft. Einen Tag vorher haben sie Agnostic Front supportet, die in Luxemburg wohl laut einem Kollegen (weiß gar nicht, ob er hier was geschrieben hat) die eher schlechte Seite des NYHC zeigten. Der Tod von Lou Koller liegt uns allen in den Knochen, so dass ein Cover von Clobberin‘ Time nur folgerichtig sein kann. Eine weitere Überraschung: Zum vermutlich besten Stück Standstill kam Featuregast Jermaine Wilke von Mr. Wilson auf die Bühne und lieferte seinen Part routiniert und freudig ab. Ein genialer Auftritt, ich bin gespannt, wann es neues Material gibt.

✉️ Unser Newsletter

Eigentlich sollten noch Chains spielen. Da sich jedoch der Schlagzeuger verletzt hat, wurde daraus nichts.

Nach kurzer Umbaupause traten dann H2O auf, die zeigten, wie NYHC 2026 noch funktionieren kann. Gleich als zweiten Song gabs ihren aus meiner Sicht größten Hit Nothing to Prove, danach ging es weiter durch die Bandgeschichte. Das Publikum war definitiv da und der ein oder andere Diver flog durch die Lüfte. Aber es passierte leider auch merkwürdiges, das fasse ich jetzt einfach mal kurz zusammen, damit das Review noch einen positiven Abschluss bekommt. Irgendein Gast meckerte wohl irgendwie mit der Setliste rum, was zu einem kurzen Dialog zwischen ihm und Toby Morse führte, was aber nicht zu verstehen war. Jedenfalls schien Morse angepisst zu sein. Danach kam jemand zum Diven auf die Bühne und hatte ein scheiß Bier in der Hand, das er dann noch vor seinem Sprung in die Menge ins Publikum warf. Der Blick von Toby Morse sprach Bände. Ist er doch seit Jahren als SXE-Supporter bekannt. Aber das allerblödeste passierte dann zum Schluss, als tatsächlich jemand auf die Bühne kam und beim letzten Song, ich glaube es war 5 Yr. Plan, sich den Mikroständer einstellte und mitsang. Toby Morse war sichtlich irritiert. Ich meine: WTF? Klar Hardcore lebt ja normalerweise von der Nicht-Trennung zwischen Band und Publikum, deswegen gibts ja die Singalongs und die Dives, aber das war einfach nur frech. Wenn er dann wenigstens den Takt getroffen hätte…

Aber zum Glück gabs wenigstens einen echten Gastauftritt. Wer das genau war, weiß ich allerdings nicht. Der machte seine Sache dafür ziemlich gut. H2Os zweiter großer Hit war dann What Happened, der folgerichtig Lou Koller gewidmet war. Trotz doch recht hoher Temperaturen flogen die Diver stabil und auch vor der Bühne war ordentlich was los. Family Tree und 1995 waren weitere Highlights, die Menge war gut am Mitgröhlen und ich glaube niemand wird an dem Abend gelangweilt gewesen sein.

🎧 Folgt unserer Playlist
– Playlist: Happy Release Day
Vorheriger BeitragThe Prowlers im Herbst 2026 auf Tour
Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

1 Kommentar

  1. Saarland asozial…. schalalalala….
    Mehr fällt mir da nicht ein. aber ja das Publikum wird immer dreister. Bei Haywire gibts dafür aufs Maul.

    Zu Agnostic Front: Nein der Kollege hat nichts geschrieben, da ich nach 4 Songs weg war. Was sollte ich da schreiben?

    Jedenfalls hat sich das Thema AF für mich erledigt. Ich liebe diese Band, ich will es mir nicht komplett kaputt machen. Schade, aber ihre Zeit ist um.

Beitrag kommentieren

Bitte gebe dein Kommentar ein
Bitte gebe dein Name ein