Anchors & Hearts brechen mit ihrem neuen, sechten Album Campfire Chronicles gleich zwei Mal meinen Erwartungshorizont. Zum einen denke ich bei Anker und Herzen an Seemanslieder oder -romatik, zum anderen eignet sich das Lagerfeuer mehr für Akustik-Rock oder gleich unplugged. Das sich hinter Anchors & Hearts dagegen eine Melodic-Punk-Band verbirgt, war mir nicht ganz bewusst, denn ihre durchaus stattliche Karriere blieb mir bislang verborgen.

Die aus Bremervörde, Niedersachsen, stammende Band existiert seit 2012 und hat wie gesagt schon ein paar Alben auf dem Kasten. Musikalisch handelt es sich um eine Mischung aus wütendem Hardcore-Punbk, Screamo, Metalcore und melodischem Punkrock. Referenzen sind Bands woe Comeback Kid, Millencolin, Rise Against und Kid Dynamite. Der Name des Albums wird sehr schön illustriert durch ein nicht-angezündetes Lagerfeuer, im Hintergruund ist jedoch der Wald in Flammen.

Es handelt sich bei ihrem neuesten Werk nach eigener Aussage als persönliches und intimstes Album. Das sind ja generell beliebte Floskeln in Promotexten, aber ich finde durchaus, dass man dies dem Album auch anmerkt. zudem: ein Album, bei dem meine Tochter vom Rücksitz „diese Musik mag ich“ schreit, kann auch gar nicht anders als emotional tiefgründig sein.

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Mein Lieblingslied ist Ghosts, was zumindest vom titel her auch gut zum Lagerfeuer passt, jedoch eher auf ein Gefühl der Entfremdung von der Welt hinweist. Ich finde, hier hört man den emotionalen Tiefgang am Meisten. Aber auch die restlichen Songs sind überraschend eingängig und dennoch auch tiefgründig.

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Sicherlich kein Album, das nach vorneschaut, aber ein introspektives Album, bei dem man mit Ängsten und Problemlagen konfrontiert wird, ohne dass man gleich nach unten gezogen wird. dafür ist das Album schgon deutlich poppig und eingängig.

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Ein gelungenes Album, das seit dem 4. September digital, auf CD und als Vinyl erhältlich ist.

  1. Oblivion
  2. Almost There
  3. All Alive
  4. Ghosts
  5. You Should Know
  6. Red Toy Car
  7. On My Own
  8. Terrified
  9. Lose It All / Suéltalo
  10. Say It Louder
  11. I’m Not Ready

Shows:
18.09. DE- Bremen, Tower Musikclub
19.09. DE- Osnabrück JZ WestWerk
25.09. DE- Frankfurt, Nachtleben
26.09. DE. Würzburg, Jugendzentr. Bechtolsheimer Hof (b-hof)
30.10. DE- Berlin, Privatclub
31.10. DE- Hannover, Lux
06.11. DE- Oberhausen, Druckluft
07.11. DE- Köln, Helios 37
04.12. DE- Hamburg, Logo

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– Playlist: Happy Release Day

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