Sick Of it All

Welche Sorgen die Musikszene derzeit beschäftigt, konnte man an diesem Sonntagabend im Herforder X sehen: Nicht einmal 100 Gäste verloren sich in der ostwestfälischen Großraumdiskothek, obwohl mit den NYHC-Oldies Sick Of It All eine der bekanntesten Szenegrößen in der Stadt war. Dirk, der Geschäftsführer, fasste es kurz und bündig zusammen:

„Ist halt der Trend der Zeit, man kann als Veranstalter kaum mehr planen und so muss man viele Sachen, die in Zukunft kommen echt überdenken.“

An dieser Stelle ein Appell an alle Musikfreunde: Unterstützt die Szene aktiv, geht zu Konzerten, spendet was, kauft Merch und Platten!

Photo by AvihaiLevy4

Zurück zur Show, die mit Eternal Struggle fulminant begann. Der 5er aus Israel war erstmals mit einem neuen Gitarristen an Bord, was dem metallischen Hardcore noch einen Tacken mehr Heavyness bescherte. Die Truppe aus Tel Aviv hat nicht nur ein famoses Debütalbum am Start, sie können auch live überzeugen. Sowohl eigene Stücke wie der Titeltrack Way Of The Gun als auch die Sepultura-Coverversion von Roots Bloody Roots werden brachial runtergehämmert. Super Liveband, müsst ihr mal anchecken, ein Interview mit Frontmann Ori git es hier.

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Das genaue Gegenteil dann The Svetlanas aus Russland. Ihre eigenwillige Mixtur aus Thrashcore, Blackmetal und Punk war für mich zu viel des Guten. Not my cup of coffee!

Devil In Me (Photo by João Correia, 2021)
Devil In Me (Photo by João Correia, 2021)

Aber Devil In Me aus Portugal!!! Was ein Abriss. Fast genau 20 Jahre zuvor hatte ich ein ähnliches Gewitter in Herford gesehen: Born From Pain aus Heerlen auf der Restistance Tour. Poli, der Devil In Me Frontmann erinnerte mich beim Stageacting sehr an den ehemaligen Sänger der Holländer, Che Snelting. Wie ein Derwisch sprang, rannte und groovte sich der Hühne durch ein viel zu kurzes Set. Dazu ein glasklarer Sound und brachiale Songs wie War vom bärenstarken On The Grind oder ihr vermeintlicher Hit Warriors. Für Poli macht es keinen Unterschied, ob man vor ausverkauftem Haus oder nur einer Handvoll Leute spielt.

„We waited so long to perform the new material on stage and we will give everything. No matter if there are 5 or 500. Sadly we don´t have so much time as a supportband and the setlist would be shorter than when we do a headliner show. Yesterday, when Sick Of It All played the Revolution Calling Festival we did a show in Belgium where we did some more new songs like In Loving Memory, one of my favourites.“

Die Band, welche am Ende des Jahres vielleicht eine neue Single veröffentlichen wird, war definitiv das Flaggschiff des Abend. Ein Hingucker und -hörer par excellence.

Zum Abschluss noch Sick Of It All, die ich in diesem Jahr bereits auf dem Nord Open Air in Essen gesehen habe. Trotz der geringen Zuschauerzahl agierten Pete, Lou, Craig & Armand routiniert und zockten gekonnt und mit viel Spaß in den Backen ihr Set runter. Wie ich im damaligen Bericht schon anmerkte, gefielen mir auch an diesem Abend besonders die alten HC-Kracher. Mit Alone und We Want The Truth kamen dann auch zwei dicke Dinger, die man lang nicht mehr auf einem SOIA-Konzert gehört hatte.

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