Ich liebe es, wenn kleine Bands sich große Mühe geben. Beim ersten Anschauen der vierten EP Pluviophil der Wetzlaer Punkrock-Band Krachmakers wird ersichtlich, dass das hier der Fall ist: Eine 7inch mit Kastentasche und blauem Vinyl, ein faltbares Lyric-Sheet, ein Aufkleber, ein Bierdeckel mit Covermotiv, ein Begleitschreiben und ein Deutschpunk-Sampler als CD („Prokrastinierende Revolutionäre“, auf dem die Krachmakers ebenfalls vertreten sind) zeugen von der Liebe zum eigenen Schaffen. In Zeiten von furchtbaren KI-Flyern, sticht das trashig gezeichnete Cover sofort ins’s Auge, mit der Schnecke, die auch schon auf den anderen drei Outputs das Leitmotiv war. Definitiv witzig und irgendwie auch originell.

Krachmakers 2026

Ebenfalls originell ist die Bandgeschichte der Krachmakers: Ursprünglich fand das Quartett – damals noch mit anderem Drummer – 1989 zusammen und löste sich 1991 wieder auf. In diesen Zeiten gab es ein Demotape mit Proberaumaufnahmen. Damit hätte die Geschichte der Band auch erzählt gewesen sein können, aber nein, es wurde sich Jahrzehnte später erneut gefunden und wieder gestartet – und wie! Nach den drei Single-Auskopplungen 2019, 2022 und 2024 (allesamt als 7inch released) kam im Jahr 2026 der vierte Streich mit drei neuen Songs. Wobei, Geisterfahrer 2.0 ist auch schon auf den Proberaum-Aufnahmen zu hören und wurde nun neu aufgelegt. So verrückt, so gut. Aber wie funktioniert das Ganze musikalisch?

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Die Krachmakers machen Oldschool-Punkrock, wie es ihn heutzutage kaum noch gibt. Beim ersten Hören sind mir sofort Rampenbüro aus meiner Heimatstadt Ulm in den Sinn gekommen, weitere Vergleiche fallen mir kaum ein. Der Sound ist rumpelig, der Gesang mehr gesprochen als gesungen und die Texte quatschig. Es geht um die Liebe zum Regen, Geisterfahrer oder wie ein Name einen ein Leben lang begleiten kann. Die Gitarren gefallen mir ganz gut, da es auch Ausflüge abseits der drei Akkorde Power Chords gibt. Auch Hardcore-/Metaleinflüsse sind nicht zu überhören. Alles in allem ist das musikalisch ganz gut gemacht, auch wenn hier keine großen kreativen Sprünge gemacht werden. Muss ja auch nicht sein, denn die Krachmakers besetzen eine Nische im Punk, die schon lange von niemand mehr gefüllt wurde.

Fazit: Coole Aufmachung, lustige Bandgeschichte und Punkrock, der aufgrund des Alters schon wieder frisch klingt. Sehr sympathisch, kann man machen!

Zu erwerben gibt es die auf 123 Stück limitierte 7inch auf krachmakers.de

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