Streetpunk plus ein paar Offbeats ist ein bewährtes Rezept, was die Springmesser aus NRW hier wieder aufkochen. Eine sehr fleißige Band, touren viel und bringen hier laut eigener Aussage eine „Double-EP“ raus. Für meine Begriffe sind 10 Songs auf einer 12″ im Punkrock ein Album, aber nennt es wie ihr wollt.
Melodische roughe Hooks im Refrain, Gitarrenmelodien, die nicht zu komplex sind, Bass und Schlagzeug immer geradeaus. Also gute 90er Zutaten. Die Jungs, so wie ich das Alter schätze, könnten noch in der Zeit musikalisch sozialisiert worden sein. Da sind alle Ingredienzien beachtet worden, aber die letzte Tightness fehlt der Band.
Die Songs sind überwiegend gut, aber nicht sehr gut. Sprich es fehlen mir ein bißchen die Hits und Überraschungen. Aber in Sachen Streetpunk o. ä. ist mit der neuen Grade 2 auch für mich der Maßstab 2026 dieses Jahr released worden. Nichtsdestotrotz auf keinen Fall ein schlechtes Album, aber halt nicht herausstechend und überragend. Die Orgel bringt ein paar Highlights mit und setzt den i-Punkt für den Sound der Band. Textlich bewegen sich Flick Knives überwiegend im üblichen Unity-Gang-Universum des Genres, aber mit Haltung.
Soundtechnisch ist jedes Instrument einzeln anständig gemischt, aber der Mix klingt nicht nach richtiger Einheit. Das knallt nicht so richtig, die einzelnen Spuren stehen ein bißchen für sich und laufen nebeneinander her. Das Artwork und Booklet sind genregerecht und ausgiebig gestaltet, Texte, Bilder usw. Aber auch hier motze ich etwas, da mich die Tattoo-Vorlage auf dem Cover nicht vom Tättowierstuhl haut bzw. rauflockt.
Fazit: All good! Aber halt nicht besonders! Für Die-Hard-Fans des Genres ein stabiles Mittelklasse-Release.
















