10 Records Worth To Die For: #275 mit Julian (Thin Ice)

„Immer wenn ich das Intro höre, setzt bei mir das Oberstübchen aus und ich will einfach nur eskalieren.“ Julian von Thin Ice und seine 10 Lieblingsplatten.

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Thin Ice haben diesen Freitag ihre neue EP Happiness Ain’t Meant For All über Subculture For Life (Vinyl) und DITS Records (Tape) veröffentlicht. Wir nahmen das Release zum Anlass, uns von Bassist Julian seine 10 Lieblingsplatten vorstellen zu lassen.

Also: Hier Play-Taste drücken, die neue EP von Thin Ice anhören und dabei Julians Favourites reinziehen:

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Vielleicht erkennt ihr ja bei der einen oder anderen Platte Einflüsse wieder – schreibt’s uns gern in die Kommentare!

Servus, ich bin der Julian (aka DoomGerhardt) aus Untererthal, einem Dorf der Kleinstadt Hammelburg. Ich spiele bei Thin Ice (Hardcore aus Schweinfurt) den Bass. Früher habe ich bei The Poor Devils (Hardcore/Punk aus Hammelburg) und Kamutzi Utzi (Dorf-D-Beat aus Untererthal) die Saiten gezupft. Außerdem betreibe ich noch die Instagram-Seite Reel Deal (Videokonzertzusammenfassungen).

​Geprägt wurde mein musikalischer Geschmack vor allem durch die JUZ-Zeiten in Untererthal (Asbach-Cola und Punkrock) und den Stattbahnhof in Schweinfurt. Ich freue mich, euch nun meine zehn liebsten Alben vorzustellen – was mir echt nicht leichtgefallen ist! Aber genug geschwafelt, los geht’s!

1Cro-Mags – The Age of Quarrel

​Boah, was soll ich zu diesem Album nur sagen? Einfach nur ein hartgieriges Album. Die Stimme einfach nur saustark, der Sound roh wie die Sau und die Texte einfach brutal ehrlich. Gleich beim Opener „We Gotta Know“ denk ich ab dem ersten Akkord: „Boah geil, ich muss mich bewegen und mir den Schädel zertrümmern! :-)“ Songs wie „World Peace“ und „Hard Times“ gehören für mich zu den Hardcore-Klassikern schlechthin. Bei Songs wie „Street Justice“, „Don’t Tread on Me“ und „Signs of the Times“ will ich mir einfach nur das Mikro schnappen und reinbrüllen. Auch die ruhigeren Songs auf diesem Album feiere ich total, aber herausstechen von den (ruhigeren) Songs tut für mich „Malfunction“. Die Stimme hat so was geil Verrücktes und das Schlagzeug schleppt das Lied so geil durch. Alle Songs sind für mich der Killer. Für mich mit das beste Hardcore-Album aller Zeiten. 10/10 Punkte.

2Cock Sparrer – Shock Troops

​Ich liebe einfach Cock Sparrer. Absolute Hitmaschine. Bei Songs wie „Take ’em All“ und „We’re Coming Back“ muss ich immer an die alten JUZ-Zeiten in Untererthal denken. Arm in Arm mit Freunden und einfach mit einen Asbach-Cola die Texte mitgrölen, einfach nur schön und absolute Hits. Songs wie „Working“, „Riot Squad“, „Argy Bargy“, „Secret Army“ und „Where Are They Now“ sind einfach nur Hits. Das Album läuft bei mir heute noch rauf und runter. Vor allem auf dem Weg zur Maloche. Macht auf jeden Fall bessere Laune, wenn man weiß, man muss gleich schuften.

Fazit: Wenn ich dieses Album höre, habe ich gleich immer bessere Laune und werde ein bisschen nostalgisch. Einfach eine super Platte.

3English Dogs – Forward Into Battle

​Ein Hammer-Album. Ich weiß noch (mit ca. 14 Jahren), wie ich zum ersten Mal die English Dogs gehört habe und mir gedacht habe: „Boah geil, so was hab ich noch nie gehört.“ Den Metal-Einschlag bei den English Dogs fand ich damals super spannend. Ich dachte mir, was für eine geile Kombi, diese absolut markante Stimme vom Sänger und diese ausgecheckte Gitarre einfach nur gierig. Das Album lässt sich einfach total flüssig hören und zu keinem Zeitpunkt denk ich mir, das ist jetzt ein langweiliger Part. Das Intro „Forward Into Line“ mit dem anschließenden Song „The Final Conquest“ sind für mich ein geiles Brett zum Einstieg. Meine zwei Lieblingssongs von der Platte sind „Ultimate Sacrifice“ und „He That Is Bound Shall Be Freed“, klasse Songs. Auch den letzten instrumentalen Track „Brainstorm“ find ich gut. Normal hasse ich ja so langes Rumgeplänkel. Aber der Song hat irgendwie was. Ich denke, dieser Song wäre ein geiler Soundtrack für einen Ritterfilm mit Drachen gewesen! 🙂

Fazit: Absolutes Killer-Album und meiner Meinung nach total unterschätzt.

4The Rival Mob – Mob Justice

​Absoluter Abriss dieses Album. Das „Intro Grunt“ ist für mich das beste Intro, das es gibt. Immer wenn ich das Intro höre, setzt bei mir das Oberstübchen aus und ich will einfach nur eskalieren und durch den Raum stompen. Absolute Gierigkeit. Danach Songs wie „Mob Justice“, „It Must Be Nice“, „Boot Party“ oder „Be Somebody“. Wooh yeah, einfach nur moshen und ins Mikro reingrölen. Hammer. Der Sound von dieser Platte ist einfach brutal roh und bei der Stimme vom Sänger denk ich mir immer: „Was hat er für eine geile, abgefuckte, gestörte Stimme?“ All songs are killer, no filler. Ich bin froh, The Rival Mob damals (2015) im Rahmen einer Ostküstenreise mit meinem Bruder in Boston gesehen zu haben. War echt ein geiler Nachmittag. Und live waren sie ein Brett.

Fazit: Motto des Albums ist: Aufs Maul!

5The Casualties – For The Punx

​Nostalgie hoch 10. Vor dem Statti sitzen mit der Jeansjacke voller Aufnäher und Buttons (PS: Danke Oma für das Aufnähen der Aufnäher!), der CD-Player läuft, paar Bierchen reinpumpen und dann ab auf das Casualties-Konzert, man war das gierig. Ich glaub, The Casualties ist eine der Bands, die ich in meinem Leben bisher am meisten gesehen habe. Es wurde auf jedes Konzert gegangen, das im Umkreis von 200 Kilometern war. Anfangs mit dem Zug oder meine Eltern fuhren uns zum Konzert und nahmen uns wieder mit heim. Danke dafür, ich weiß heute, dass das nicht selbstverständlich war. Ich glaube, The Casualties hatten bei uns (meinem Bruder, anderen Kumpels und mir) mit den größten Einfluss, dass wir selbst eine Band gründeten und auf Konzerte und Festivals weiter weg gingen. Die DVD „Can’t Stop Us“ und die YouTube-Videos von The Casualties wurden, glaub ich, ein paar hundert Male angeschaut haha!

​Jetzt genug Nostalgie und ab zum Album. Es ist einfach sau simpel, aber das macht dieses Album aus. Der Sound ohne Schnickschnack, das Motto einfach „Aufs Maul“. Die Stimme von Sänger Jorge hört sich richtig versoffen an, passt aber genau zum Sound. Jeder kann mit ein bisschen Übung die Songs nachspielen. Man kann bei jedem Song mitgrölen. Einfach gierig. Songs wie „For the Punx“, „Ugly Bastard“, „Casualties“, „Police Brutality“, „Punx and Skins“, „Two Faced“ sind dafür bestens geeignet. Meine Lieblingssongs auf dieser Platte sind „Riot“ (immer absolutes Chaos auf Konzerten gewesen bei diesem Lied) und „Punk Rock Love“, die Punkrock-Liebeshymne schlechthin, meiner Meinung nach.

Fazit: Roh, dreckig, simpel und einfach gierig.

6End It – Unpleasant Living / Wrong Side of Heaven

​Jetzt mal ein neueres Album. End It gehören zurzeit zu meinen absoluten Lieblingsbands. Die haben so eine echt starke Energie, das ist der Wahnsinn. Der Sänger ist ein absolutes Biest. So eine geile, markante, energiegeladene Stimme gibt’s kein zweites Mal. Der Hammer. Gleich der erste Song „Wrong Side of Heaven“ ist ein absolut geiler Einstieg. Erst der absolut brutal aufgebaute Einstieg mit den Instrumenten. Dann die Vocals und dann der coole Basslauf, echt cool. Dann der zweite Song „Pale Horse“, ein absolutes Brett. Da will ich einfach nur abgehen wie Schmidts Katze, einfach Wahnsinn. Und es geht einfach so weiter mit dem Album. „Exploiter“, bam, zack, ab geht’s. Die nachfolgenden Lieder: voll auf die 12! Und das Cover von Maximum Penalty „Could You Love Me“ ist einfach nur gut gemacht. Die Stimme vom Sänger passt zum Song wie die Faust aufs Auge. Auch live sind End It super. Energiegeladen, super Sound und sie wirken einfach sympathisch.

Fazit: Ein Spitzen-Album.

7Terror – One With The Underdogs

Wir hatten damals daheim noch kein Internet, weil meine Mutter meinte: „Wir müssen nicht jeden Trend mitmachen, wir machen da jetzt mal Pause.“

​Brutal am brutalsten = Terror. Terror haben ziemlich viele gierige Alben. Aber mein Lieblingsalbum von Terror ist „One with the Underdogs“. Gleich der erste Track „One with the Underdogs“ geht voll auf die Nüsse. Danach geht’s gleich weiter mit brachialer Gewalt: „Keep Your Mouth Shut“. Gierige Singalongs („I don’t care what you think of me. I don’t care what you say, you never had it, you never will. Keep your mouth shut and worry about yorself.“), ein super Text. Und die Platte geht nahtlos so weiter. Ein Banger nach dem anderen. „Are We Alive“, „Overcome“, „Spit My Rage“, schweinegeile Lieder, nur um ein paar zu nennen. „Out of My Face“ coverten wir schon mit Thin Ice. Super Song.

​Außerdem ist dieses Album für mich pure Nostalgie (mal wieder haha). Auf den MP3-Player damals in der Stadtbücherei illegal (via eDonkey) heruntergeladen mit meinem Bruder. Wir hatten damals daheim noch kein Internet, weil meine Mutter meinte: „Wir müssen nicht jeden Trend mitmachen, wir machen da jetzt mal Pause.“ An sich ja eine gute Einstellung, die Sie uns da vermitteln wollte, aber diesen Trend mussten wir dann zwangsläufig irgendwann mitmachen haha! Seitdem wurde das Album öfters mal auf dem Weg zur Schule gepumpt. Kam man gleich viel entspannter an in der Schule.

Fazit: Brecher-Album und Terror live ist immer eine Wucht. MORE STAGEDIVES!

8Power Trip – Nightmare Logic

​Meddl Leute. Das Album treibt wie Sau. Am Anfang des Albums denkt man gleich, dass die Apokalypse herrscht beim Song „Soul Sacrifice“. Und wenn die Gitarren dann reinbrettern, muss dies der Soundtrack sein, wenn dein letztes Stündchen geschlagen hat. Dann, wenn der Gesang einsetzt, geht das Gemetzel los. Die Gitarrensoli sind richtig gierig. Ein Hammer-Lied. Weiter geht’s mit „Executioner’s Tax (Swing of the Axe)“. Dieses Lied würde ich immer ballern, wenn ich einen Motorradführerschein hätte. Schön mit der Harley cruisen, mit einer gierigen Kutte und Abfahrt! Der Song ist einfach ein Headbanger. Danach kommt „Firing Squad“ und da ist für mich Circle Pit und Moshtime.

​Bei „Nightmare Logic“ sind die Riffs der Hammer und der Gesang ist pures Inferno. „Waiting Around to Die“: mosh, mosh und dann ab in den Circle Pit. Bei „Ruination“ feiere ich das Anfangsriff am meisten. Der hat so einen super Groove. Danach bei „If Not Us Then Who“ muss ich immer meinen Kopf bewegen bei diesen groovigen Riffs. Power Trip Groovemaschine. Und zum Schluss „Crucifixation“. Ein starker Abschluss.

Fazit: Dieses Album sind 32 Minuten pure Ekstase. All killer, no filler. RIP Riley Gale.

9Schleimkeim – Abfallprodukte der Gesellschaft

​Was für eine Band. Ich hab jetzt einfach diese Scheibe genommen, aber eigentlich müsste ich jede Scheibe nehmen. Die Instrumente verzerrt bis zum Geht-nicht-mehr und der Gesang rotzig und gierig asselig. So sollte Deutschpunk klingen. Die Texte einfach der Hammer. Ich liebe und bewundere einfach Schleimkeim, die trotz damals nicht leichten Verhältnissen so was Einzigartiges wie Schleimkeim erschaffen haben. Das ist Punk!

​Das Lied „Mit dem Knüppel in der Hand“ ist einfach eine Ansage, voller Wut und Hass. #hypergierig. Der Song „Nein, nein, nein“ ist schön rotzig mit lustigem Text. Der Song „Bundesrepublik“ ist leider noch zeitlos. Den Song „Wohnzimmer-Revolutionär“ find ich für die heutige Zeit besonders zutreffend. Diese Sensationsgeilheit geht mir auf die Nüsse. Je schlimmer die Überschrift, desto besser verkaufen sich die Schlagzeilen. Geht mal in die Welt raus und lernt neue Menschen kennen, statt in eurem Wohnzimmer oder eurer Dorfkneipe zu versauern.

​“Schläger bedrohen unser Leben“ ist ein Klassiker. Und „Sigrun“ ist ein schönes Liebeslied. „Haben, haben, haben“, kurze Lyrics, aber auf den Punkt gebracht. Ich versteh die Message so, dass man nicht immer alles haben muss und jeden Trend mitmachen muss. Vielleicht hat ja meine Mutter auch früher Schleimkeim gehört haha. „Trink mit mir noch ein Bier“ ist einfach ein Klassiker der Deutschpunkgeschichte. „Keine Wut mehr“ ist mit mein Lieblingssong von Schleimkeim. Diese Wut, die Sänger Otze herausschreit, einfach nur der pure Hass. Und „Ata, Fit, Spee“ ist einfach ein Klassiker.

Fazit: Ich könnte noch ewig über Schleimkeim quatschen, weil ich sie so feiere. Der Hammer!

10Off With Their Heads – Home

​Ich liebe dieses Album. Es macht mir immer gute Laune, wenn ich es höre. Außerdem gibt es mir echt voll den Nostalgie-Kick. Ich weiß nicht warum, aber wenn ich dieses Album höre, hab ich Bock, Tony Hawk auf der PlayStation zu zocken und im JUZ zu Lagwagon, Bouncing Souls etc. zu feiern. Mit „Start Walking“ startet das Album auch gleich echt stark. Der Sänger hat einfach echt eine gierige Stimme. Danach folgt der Banger „Shirts“. Mir gefällt alles an diesem Song. Der Sound super, der Gesang und der Background episch. Einfach ein super Lied.

​“Nightlife“ ist für mich das Highlight dieser Platte. Da passt alles. Hammer. Und es folgen Hits nach Hits: „Focus on Your Own Family“, „Altar Boy“ – dieser coole Riff am Anfang ist Zucker! –, „Janie“ und „Seek Advice Elsewhere“, super Lieder.

Fazit: Ein super Album, das zu keinem Zeitpunkt langweilig ist. Diese Stimme vom Sänger lieb ich einfach. Gierig.


Happiness Ain’t Meant For All ist am 8. Mai 2026 erschienen und kann hier digital angehört werden. Die Vinyl-Version könnt ihr hier bei uns im Shop oder über Subculture For Life Records vorbestellen. Die Tape-Version ist bereits hier über DITS Records erhältlich.

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Thin Ice Release-Show

06.06. – Stattbahnhof, Schweinfurt
18.06. – Anděl Café, Pilsen
19.06. – Kunstkeller o27, Fürth
20.06. – Astra, Rosenheim

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AWAY FROM LIFE
2015 als Solo-Projekt gestartet, ist AWAY FROM LIFE heute ein Team aus knapp 20 Freunden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, jedoch durch mindestens diese eine Sache vereint sind: Der Leidenschaft für Hardcore-Punk. Diese Subkultur ist für uns kein Trend, sondern eine tiefverwurzelte Lebenseinstellung, etwas, das uns seit Jahren immer und überall begleitet. Hardcore-Punk bedeutet für uns, sich selbst zu entfalten. Dabei ist D.I.Y. für uns nicht nur eine Phrase: Wir probieren Sachen aus, lernen neues dazu und entwickeln uns weiter. Von der Szene für die Szene. Gerade deshalb hat es für uns oberste Prämisse, Personen aus dieser Subkultur zu supporten, die denken wie wir. Sei es Veranstalter, Labels oder Bands, unabhängig ihres Bekanntheitsgrad. Egal ob Hardcore-Kid, Punk, Skinhead oder sonst wer. Wir sind Individuen, einer großen Unity, die völlig zeitlos und ortsunabhängig existiert. AWAY FROM LIFE ist für uns ein Instrument diese Werte zu manifestieren und unser Verständnis für Hardcore-Punk auszuleben. Angefangen als reines Magazin, haben wir über die Jahre unser eigenes Festival, das Stäbruch, etabliert oder jüngst mit Streets auch eine Szeneplattform ins Leben gerufen, die für uns alle genutzt werden kann – genutzt für eine Sache, die uns verdammt wichtig ist: Hardcore-Punk!

1 Kommentar

  1. Servus,
    der Text von Terror’s „Keep your mouth shut“ lautet am Ende „and worry about YOURself“, nicht „MYself“.
    Wäre es anders, befände ich mich jetzt echt in einer Sinnkrise. 😉

    Übrigens großer THIN ICE-Fan! Danke für die Energie! Bitte weiter so!

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